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Selbst ein 60-Meter-Hammer reicht 1860 München nicht für einen Sieg gegen die DJK Vilzing. Zweimal geführt, am Ende nur 2:2 (1:0) in der Regionalliga Bayern.
Das Dorf Vilzing hat 450 Einwohner, zum Löwen-Knaller kommen 2500 Zuschauer auf den Sportplatz in der Oberpfalz (180 Kilometer von München). Nach dem peinlichen Aus im Achtelfinale im Landespokal Anfang der Woche schickt 1860-Trainer Alper Kayabunar (40) wieder die Ex-Bundesligaspieler Florian Niederlechner (35) und Keeper Vitus Eicher (35) in die Startelf – und Niederlechner liefert direkt. Erste Chance, erster Treffer: 1:0 (9.). Doch danach kommt nicht viel, die Löwen lassen zu viele Möglichkeiten liegen. Und nach der Pause taumelt 1860, Vilzings Nik Leiphold (22) tanzt die Löwen aus – 1:1 (55.). Dann wird’s kurios: Tunay Deniz (32) zieht aus rund 60 Metern einfach mal ab – Vilzings Keeper steht viel zu weit vor seinem Kasten. 2:1 (63.). Ein Sechzger 60-Meter-Hammer für die Geschichtsbücher.
Erst Traumtor, dann Last-Minute-Ausgleich
Doch der Schock in der Nachspielzeit: Ausgerechnet Ex-Löwe Markus Ziereis trifft per Kopf zum 2:2 (90.+4). Neun Jahre lang trug Ziereis das 1860-Trikot – jubelt nach dem Treffer nicht. Seit nun vier Spielen ist 1860 ligaübergreifend ohne Sieg (zwei Remis, zwei Pleiten), sucht nach dem Zwangsabstieg aus der Dritten Liga weiter die Sieg-Spur.
Und neben dem Platz? Da geht die Klage-Schlacht weiter.

Seit 2011 ist Hasan Ismaik (49) Investor bei 1860, zwei Zwangsabstiege in die 4. Liga gab es in dieser Zeit: 2016 und 2026
Foto: picture alliance/sampics/Stefan Matzke
Gegenüber BILD verkündete Investor Hasan Ismaik (49) zuletzt, dass er Schadensersatzklage erheben werde. Jetzt legt der Jordanier, der seit 2011 rund 80 Millionen in die mittlerweile insolvente Gesellschaft (KGaA) investiert hat, nach. Ismaik, beziehungsweise seine Firma HAM, erhebt nun auch Vorwürfe gegen Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig (48).
In einem Schreiben heißt es: „Was insbesondere den Insolvenzverwalter betrifft, ist HAM der Auffassung, dass die Art der gegenwärtigen Phase und die Sensibilität der getroffenen Entscheidungen das höchste Maß an Unabhängigkeit, Neutralität und gleicher Berücksichtigung der Interessen aller Rechteinhaber erfordern. Bestimmte jüngste Entwicklungen haben bei HAM in dieser Hinsicht berechtigte Fragen aufgeworfen. Diese Angelegenheiten werden auf der Grundlage von Tatsachen und Dokumenten rechtlich bewertet werden, nicht aufgrund von Eindrücken oder persönlichen Positionen. HAM vertraut darauf, dass dem Insolvenzverwalter vollständig bewusst ist, dass jede in dieser Phase getroffene Entscheidung anschließend von den Gerichten und den zuständigen Behörden überprüft werden kann und dass die rechtliche und professionelle Integrität des Verfahrens letztlich danach beurteilt werden wird, in welchem Umfang er seinen Neutralitätspflichten und seinen rechtlichen Verpflichtungen gegenüber allen relevanten Parteien nachgekommen ist.“
Dr. Max Liebig ist seit dem 1.9. offiziell als Insolvenzverwalter eingesetzt. Liebig gilt in der Branche als äußerst kompetent, genießt einen tadellosen Ruf und kann auch bei Vereins-Insolvenzen Erfahrung vorweisen: Er wickelt auch die Pleite von Türkgücü München ab.