Viele Staaten lagern zudem nur Teile ihres Goldes im eigenen Land. Die Verteilung stellt sicher, dass etwa im Falle eines Krieges nicht die gesamten Goldvorräte abhandenkommen können. Zudem lagern viele Länder größere Mengen an Orten, wo mit dem Edelmetall besonders viele Geschäfte gemacht werden. Deswegen haben viele Staaten auch Goldreserven in London oder eben in New York.

Nur geringe Mengen aus Kanada

In ihrer Mitteilung versucht die niederländische Zentralbank den Eindruck zu vermitteln, dass man gleichermaßen Gold aus New York und der kanadischen Hauptstadt Ottawa verlegt habe. Dabei ist der Anteil aus den USA deutlich höher: Während aus Kanada lediglich 1,2 Prozent des gesamten niederländischen Goldes abgezogen wurden, waren es aus New York fast 13 Prozent.

Laurent Schwartz, Präsident des französischen Edelmetallhändlers „Comptoir National de l’Or“, bekräftigte, dass das leichtere Handeln in London ein Grund für das Umschichten sein kann. Aber: „Der aktuelle politische Kontext in den Vereinigten Staaten könnte auch dazu führen, dass bestimmte Zentralbanken andere Lagerorte bevorzugen“, sagte Schwartz der britischen Zeitung „The Guardian“.

Die US-Regierung unter Trump führt tatsächlich eine konfrontative Wirtschafts- und Finanzpolitik: Seit Monaten hat Trump immer wieder neue Zölle gegen zahlreiche Staaten und die Europäische Union (EU) verhängt. Durch den Iran-Krieg sind zudem Öl, Gas und Benzin deutlich teurer geworden. Seit Kurzem haben die Staatsschulden in den USA die Rekordmarke von 40 Billionen Dollar überschritten.

imago images 0305121791Vergrößern des BildesGoldbarren in New York (Archivbild): Die niederländische Zentralbank hat Teile ihrer Reserven von dort abgezogen. (Quelle: Donald B. Brewster / Avalon/imago)

Zudem setzt Trump den Verwalter der Goldreserven, die US-Zentralbank Fed, unter Druck. Seitdem er erneut ins Weiße Haus eingezogen ist, pocht der Präsident darauf, dass die Leitzinsen gesenkt werden sollen. Der Präsident griff deshalb zunächst den Fed-Chef Jerome Powell öffentlich an. Unter anderem warf er ihm vor, die Zentrale der Fed in Washington für zu viel Geld zu renovieren.

Trump ließ sich unter anderem von Powell dafür über die Baustelle der Fed-Zentrale führen. Zwischenzeitlich hatte das Justizministerium auch ein Verfahren gegen den Fed-Chef eingeleitet, das Powell als politisch motiviert bezeichnete. Die Ermittlungen wurden erst eingestellt, nachdem sie dazu geführt hatten, dass die turnusmäßige Findung eines Nachfolgers für den Chef der US-Zentralbank dadurch behindert wurde.

Trump macht Druck auf die Fed

Auch unter Powells Nachfolger, Kevin Warsh, fordert der Präsident weiter, dass der Leitzins gesenkt werden müsse. „Senkt die Zinsen, oder ich breche den Handel mit Ländern ab, mit denen wir ein Defizit haben“, schrieb Trump in Richtung der Fed am Freitag auf der Plattform „Truth Social“. Bislang hat Warsh die Zinsen nicht gesenkt, die Fed agiert in diese Frage unabhängig von der Regierung.

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