Zum Saisonstart des Frankfurt Gallery Weekend wollen der Künstler und Professor Michael Riedel und das Kunstsammlerpaar Matthias und Kristine Meckert die nächste Generation von Künstlern stärker in den Fokus rücken. Dafür hat das Trio eine neue Tradition begründet: die Vergabe eines Kunstpreises an junge Künstlerinnen und Künstler. Die Auszeichnung wird am 4. September im Rahmen der Ausstellung von Hanns Bahra im Studio Michael Riedel überreicht. Bei der Eröffnung seiner Ausstellung wird der Preis in Form einer von Riedel geprägten Münze übergeben.
Der Preis wird an Künstler vergeben, die ihr Studium in Riedels Klasse an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB) absolviert haben. Das Preisgeld soll die Künstlerinnen und Künstler in der Orientierungsphase nach Abschluss ihres Studiums unterstützen. „Das ist ganz langfristig angelegt, und wir erhoffen uns dadurch, dass wir tollen Künstlern irgendwie auch einen Anschub geben können“, sagt Kristine Meckert. „Bevor sie in dieses Haifischbecken – in die Kunstszene – geworfen werden, gibt es vielleicht ein bisschen Sicherheit am Anfang.“
„Wie ein Blitzschlag“
Der 28-jährige, in Berlin geborene Künstler und HGB-Absolvent Bahra ist der erste Preisträger des Meckert-Kunstpreises. „Das ist ein riesiges Geschenk“, sagt Bahra. Beworben hat er sich dafür allerdings nicht. Riedel wollte bewusst auf ein klassisches Bewerbungsverfahren verzichten. „Ich merke, wer einen gewissen Drive hat“, sagt er. Dabei mussten die Künstlerinnen und Künstler kein Portfolio erstellen. Stattdessen kam die Auszeichnung als Überraschung. „Der Preis, der trifft einen wie ein Blitzschlag“, so Riedel.
In seinem künstlerischen Schaffen verbindet Bahra Illustration, Malerei und textile Kunstformen. Besucherinnen und Besucher seiner Ausstellungen erwartet eine vielfältige Auswahl an Arbeiten aus unterschiedlichen Materialien, darunter bemalte und geschliffene Aluminiumbleche sowie Wandteppiche. „Das ist eine Freude, das zu teilen, weil ich finde, dass sehr interessante Gespräche entstehen,“ so Bahra.
Meckert und Riedel
Die Verbindung zwischen dem Kunstsammlerpaar Meckert und dem Künstler Riedel begann vor 30 Jahren. Im Jahr 1996 saß Matthias Meckert in der Jury des Kulturstipendiums der Stadt Rüsselsheim. Dieser Preis wurde damals an Riedel vergeben. Über die Jahre haben sie verschiedene Projekte zusammen realisiert. Aus dieser Verbindung entstand die Idee für den Meckert-Kunstpreis. „Die Motivation ist natürlich ganz stark getrieben von unserer Sammler-Künstler-Beziehung“, so Kristine Meckert. „Ich würde sagen, dass wir den Michael schon sehr lange verehren.“
Weitere Informationen zum Programm des Frankfurt Gallery Weekend finden Sie auf der Website der Frankfurt Art Experience.