Der Herbst klopft noch nicht einmal richtig an die Tür, da schickt er schon seinen ersten Vorboten voraus. Am Freitagnachmittag fegte eine kräftige Sturmfront über die Hauptstadt und sorgte für jede Menge Arbeit bei Feuerwehr, Verkehrsbetrieben und Anwohnern. Umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste und lose Bauteile hielten die Einsatzkräfte stundenlang auf Trab.
Feuerwehr rückte zu 90 Einsätzen aus
Besonders brisant: Die Berliner Feuerwehr sah sich gezwungen, den „Ausnahmezustand Wetter“ auszurufen. Diese besondere Einsatzstufe greift immer dann, wenn innerhalb kurzer Zeit außergewöhnlich viele wetterbedingte Notrufe eingehen. Rund 90 Einsätze mussten die Einsatzkräfte zwischen dem Nachmittag und frühen Abend bewältigen.
Die stärksten Spuren hinterließ das Unwetter am Bayerischen Platz in Schöneberg. Dort stürzte ein rund 20 Meter hoher Baum auf mehrere geparkte Fahrzeuge. Das Gewicht des gewaltigen Stamms war so groß, dass die Feuerwehr schließlich ihren Spezialkran einsetzen musste. Verletzte gab es zum Glück nicht.

Die Einsatzkräfte mussten den Baum mit einem Spezialkran beseitigen.
© Axel Billig / Pressefoto Wagner
Auch in anderen Teilen der Stadt meldeten Passanten immer wieder umgestürzte Bäume und größere Astbrüche. Die Schäden verteilten sich über das gesamte Stadtgebiet.
Zugausfälle bei der S-Bahn
Nicht nur auf den Straßen zeigte sich die Wucht des Sturms. Die Berliner S-Bahn meldete wetterbedingte Ausfälle und Verspätungen auf zahlreichen Linien. Zeitweise war die wichtige Linie S7 zwischen Wannsee und Grunewald unterbrochen. Für viele Pendler begann das Wochenende deshalb mit unfreiwilligen Wartezeiten.
Bereits im Vorfeld hatten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes vor stürmischen Böen und lokal sogar vor Sturmböen gewarnt. Tatsächlich traf die Front die Hauptstadt mit voller Wucht. Innerhalb kurzer Zeit verdunkelte sich der Himmel, kräftige Windböen zogen über die Stadt und rissen Äste aus den Baumkronen.
Immerhin gibt es auch eine gute Nachricht: Trotz der vielen Einsätze und teils erheblichen Sachschäden wurden zunächst keine Verletzten im Zusammenhang mit den Sturmschäden gemeldet.
Nach dem Sturm-Freitag soll sich das Wetter in den nächsten Tagen wieder beruhigen. In der Nacht zum Samstag lassen die Niederschläge von Süden her nach. Der Samstag bleibt allerdings noch wechselhaft und windig. Am Sonntag soll sich die Lage deutlich entspannen.