Kiel: Die Busspur am Hauptahnhof.

AUDIO: Nachrichten 15:00 Uhr – 03.09.2026 (4 Min)

Stand: 04.09.2026 09:19 Uhr

Die Gewerkschaft ver.di Nord ruft Beschäftigte der kommunalen Busunternehmen in Schleswig-Holstein zum Warnstreik auf. Am 8. und 9. September sollen sie die Arbeit in Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster und dem Kreis Plön niederlegen.

Auch bei der zweiten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des kommunalen Nahverkehrs in Schleswig-Holstein gab es am Donnerstag keine Einigung. Ver.di hält das Angebot der Arbeitgeber für „unakzeptabel“ – und die Tarifverhandlungen für „nicht zielführend“. Der Arbeitgeberverband kann das nicht nachvollziehen: Das Angebot sei ein „sehr großzügiger Kompromiss.“

Um den „Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen“, ruft ver.di jetzt zum Warnstreik auf: Am Dienstag (8.9.) und Mittwoch (9.9.) sollen die Beschäftigten der öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN) die Arbeit niederlegen. Auch die Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe Kreis Plön GmbH (VKP) werden demnach in den Warnstreik gehen.

Arbeitgeber lehnen Sonderzahlung für Ver.di-Mitglieder ab

Die Gewerkschaft ver.di hatte für die 1.800 Beschäftigten der kommunalen Busbetriebe 6,5 Prozent mehr Geld gefordert. Dazu soll es eine jährliche Sonderzahlung in Höhe von 650 Euro für ver.di-Mitglieder geben. Angesichts der gestiegenen Lebenshaltungskosten müssten die Beschäftigten jetzt für die Leistungen der vergangenen Jahre belohnt werden, heißt es von der Gewerkschaft.

Das Gegenangebot der Arbeitgeber: eine stückweise Erhöhung der Gehälter um insgesamt 4,4 Prozent. Damit berücksichtige man das ver.di-Argument der gestiegenen Lebenshaltungskosten, so der Kommunale Arbeitgeberverband Schleswig-Holstein (KAV). Doch der Verband spricht sich ausdrücklich gegen eine Sonderzahlung aus, die nur Gewerkschaftsmitglieder erhalten: „Sie wäre mit unseren Satzungsregelungen nicht vereinbar und damit rechtlich unzulässig“, teilt der KAV mit. Dessen Devise laute: „Gleiches Geld für gleiche Arbeit.“

Arbeitgeberverband: Ver.di-Schwerpunkt liegt auf Arbeitskampf

Auf Nachfrage von NDR Schleswig-Holstein erklärt KAV-Geschäftsführer Jan Jacobsen, man habe das Gefühl, dass der Schwerpunkt bei ver.di inzwischen auf der Durchführung des Arbeitskampfes liege – nicht aber darauf, die Verhandlungen weiterzuführen.

Die Tarifverhandlungen dauern seit August an. Laut KAV sollen sie am 22. September fortgesetzt werden.

Bus in Kiel mit Bewegungsunschärfe.

Die Beschäftigten in den kreisfreien Städten bekommen unter anderem mehr Geld. Der Durchbruch gelang in der vierten Verhandlungsrunde.

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der KVG Kiel streiken

In Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster ist am Freitag bei den kommunalen Busunternehmen gestreikt worden – bei den VHH sogar 48 Stunden lang.