Schwere Störung am Flughafen
„Sofort stoppen“ – Lufthansa-Jet muss Start abbrechen
04.09.2026 – 19:32 UhrLesedauer: 2 Min.
Airbus A320neo der Lufthansa bei einem Start am Flughafen Frankfurt (Archivbild): Die Maschine mit der Kennung D-AINI war in einen Zwischenfall beim Start involviert. (Quelle: IMAGO/Sven Severing/imago)
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Zwei Lufthansa-Maschinen kommen sich auf einer Startbahn am Frankfurter Flughafen gefährlich nahe. Ein Zwischenbericht zeigt, wie knapp die Situation war.
Ein Lufthansa-Airbus hat am Frankfurter Flughafen einen Start abbrechen müssen, nachdem eine andere Maschine auf die Startbahn gerollt war. Am Ende kamen sich die beiden Flugzeuge bis auf etwa 155 Meter nahe. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) stuft den Vorfall in einem vorläufigen Bericht als „schwere Störung“ ein.
Der Zwischenfall ereignete sich bereits am Abend des 14. Januar auf der Start- und Landebahn 25C. Der Zwischenbericht der Flugsicherung wurde auf der Website der BFU am 20. August veröffentlicht. Der Bericht zeichnet den Ablauf detailliert nach – und zeigt, wie die Sicherheitsmechanismen am Flughafen einen potenziellen Unfall verhindert haben.
Flugzeuge gerieten auf einen Kreuzungskurs
Demnach sollte ein Airbus A320neo mit 123 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern nach Oslo fliegen. Eine zweite Maschine vom Typ Airbus A320 war mit 157 Passagieren und sechs Crewmitgliedern auf dem Weg nach Stockholm.
Der Oslo-Flug erhielt kurz vor 21.47 Uhr die Startfreigabe. Wenig später begann die Maschine ihren Startlauf. Zu diesem Zeitpunkt rollte der andere Airbus noch auf die Piste zu und befand sich rund 50 Meter vor einer markierten Haltelinie.
Wenige Sekunden später überrollte die Stockholm-Maschine diese Linie. Zu diesem Zeitpunkt war der bereits startende A320neo laut BFU noch rund 550 Meter entfernt.
Warnsystem schlägt Alarm: Fluglotse handelt sofort
Kurz darauf schlug im Tower ein Warnsystem an, das gefährliche Bewegungen auf Start- und Landebahnen erkennt. Der Fluglotse reagierte laut dem Zwischenbericht sofort. Er wies eine Besatzung an, ihre Position zu halten. An die Piloten der bereits beschleunigenden Maschine ging der dringende Befehl: „stop immediately, I say again, stop immediately“ – also: sofort stoppen.
Zu diesem Zeitpunkt waren die beiden Flugzeuge noch etwa 470 Meter voneinander entfernt. Der startende Airbus hatte bereits eine Geschwindigkeit von 65,8 Knoten erreicht. Das entspricht rund 122 Kilometern pro Stunde.
Während die Piloten den Start abbremsten, rollte der andere Airbus noch mehrere Sekunden weiter. Zwischenzeitlich betrug der Abstand der beiden Maschinen nur noch etwa 235 Meter. Schließlich kam der A320neo zum Stillstand. Er befand sich da noch rund 155 Meter von dem anderen Flugzeug entfernt.
Verletzt wurde niemand, auch Sachschaden entstand nicht. Beide Maschinen konnten ihre Flüge später wie geplant durchführen.
Besatzung bemerkte anderen Airbus erst spät
Aus dem Zwischenbericht geht zudem hervor, dass die Besatzung der nach Stockholm fliegenden Maschine den startenden A320neo nach eigenen Angaben erst bemerkte, als dieser seinen Startlauf bereits begonnen hatte.
Nach Aussage der Crew waren am Rollweg die Rand- und Warnleuchten eingeschaltet. Stop-Lichter an der Haltelinie seien jedoch nicht aktiviert gewesen.
