Am vergangenen Wochenende wurde Olaf Jödicke vom VfB Südharz als „Amateur des Jahres“ in Deutschland ausgezeichnet. Als erster Niedersachse überhaupt durfte er diese Ehrung entgegen nehmen, jede Menge Prominenz war extra nach Walkenried gereist. Für den DFB-Vizepräsidenten Ronny Zimmermann und NFV-Präsident Ralf-Uwe Schaffert war es sogar der erste Besuch in dem Klosterort, wie sie verrieten.
Südharz-Fußball sorgt für nostalgische Gespräche
Natürlich waren auch viele Weggefährten gekommen, um mit Olaf Jödicke zu feiern. Einige Spieler der Oberliga- und Niedersachsenliga-Mannschaften des damaligen SV Südharz waren ebenfalls dabei, und natürlich wurde viel gefachsimpelt und sich an alte Zeiten erinnert. Als Südharz die viert- und fünfthöchste Spielklasse aufmischte und die Gegner mit Grauen daran dachten, am Wochenende den langen Weg nach Walkenried antreten zu müssen.
Auch bei uns in der Redaktion war das selbstverständlich ein Thema, besonders bei den alten Hasen. Mein Kollege Thorsten Berthold war Anfang der 2000er schon für den Harz Kurier im Einsatz, als freier Mitarbeiter vertrieb ich mir meine Zeit neben dem Studium ebenfalls auf den heimischen Sportplätzen. Kein Wunder, dass wir schnell ob der damaligen fußballerischen Klasse, die wir vor Ort geboten bekamen, ins Schwärmen gerieten.
Sensation im Pokal: Südharz wirft Favorit Braunschweig raus
Eine Partie hat sich besonders eingebrannt: Im Herbst 2004 schmissen die Südharzer als Fünftligist sensationell Eintracht Braunschweig aus dem NFV-Pokal – bis heute wohl eine der Sternstunden des Walkenrieder Fußballs. Die Löwen, gerade aus Liga zwei abgestiegen, reisten als hoher Favorit und mit einer gewissen Überheblichkeit in den Südharz. Schon vorher ging es bei der Eintracht nur darum, auf wen man auf dem Weg in den DFB-Pokal wohl in der nächsten Runde treffen könnte.
Das sollte sich rächen, denn die Südharzer um Trainer Andreas Petersen waren hochmotiviert und ärgerten die Vollprofis aus Braunschweig gehörig. Als in Hälfte zwei Raschis Aissa-Maadaoui mit einem Traumtor, einem Volleyschuss aus 25 Metern, das 2:1 erzielte, nahm die Überraschung Formen an. Am Ende siegte Südharz gar mit 3:1. Der BTSV um Trainer Michael Krüger präsentierte sich als äußerst schlechter Verlierer. Schiedsrichter, Platz und Licht wurden verantwortlich gemacht, in der Kabine soll einiges zu Bruch gegangen sein.
Wie gut es um die Fußball-Landschaft bei uns stand, auch Petershütte spielte in der Niedersachsenliga, man merkt es erst jetzt mit einigem Abstand. Von Pflichtspielen gegen Eintracht Braunschweig sind wir in unserer Region leider Lichtjahre entfernt – irgendwie schade, oder?
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