Kuriose Aktion
Rechte Gruppe sammelt unfreiwillig Spenden gegen Rechts
04.09.2026 – 14:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Das AfD-nahe „Team Menschenrechte“ (Archivbild) bei einer Demo im April 2024. (Quelle: IMAGO/imago)
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Gegen die geplante Aktion einer rechten Gruppierung hat sich kreativer Protest formiert. Ausgerechnet ein Aussteigerprogramm für Neonazis soll davon profitieren.
Schon seit Monaten zieht in Nürnberg eine rechte Gruppierung unter dem Namen „Team Menschenrechte“ durch die Innenstadt. Nun hat sich ein Aktivistenbündnis eine kreative Aktion als Gegenprotest ausgedacht.
Die Veranstalter haben einen Benefizlauf ins Leben gerufen, dessen Erlöse an ein Aussteigerprogramm für Neonazis gespendet werden sollen. Das Besondere: Die teilnehmenden „Läufer“ sind die Teilnehmer der rechten Gruppierung. Über den Fall berichteten zuerst die „Nürnberger Nachrichten“.
„Rechte latschen gegen rechte Latschen“
Hintergrund der Aktion sind die regelmäßigen Demos von „Team Menschenrechte“. Die Gruppe entstand während der Corona-Pandemie und demonstriert mittlerweile jeden Montag sowie an einem Samstag im Monat.
„Nicht mit uns“, schreiben die Veranstalter des Spendenlaufs auf ihrer Webseite. Sie begründen ihren Protest damit, dass die Gruppe „offen gegen queere Menschen, Geflüchtete, Muslim:innen, nicht weiße Personen, Menschen mit Beeinträchtigungen sowie gegen Medien und Wissenschaft“ hetze.
Da die auch als „Montagsdemos“ bezeichneten Aufmärsche bislang weitestgehend ungehindert stattfinden dürfen, sollen sie dies „wenigstens für etwas Gutes tun“, heißt es auf der Webseite der Veranstalter. Demnach soll für jeden Meter, den das rechtsextreme „Team Menschenrechte“ bei seinem Aufmarsch zurücklege, Geld an den Verein „B.U.D. – Beratung, Unterstützung und Dokumentation für Betroffene rechter Gewalt“ fließen. Wöchentlich legt die rechte Gruppe durchschnittlich drei Kilometer zurück.
Die Aktion läuft unter dem Motto „Rechte latschen gegen rechte Latschen“. Es seien bereits Tausende Euro gesammelt worden.
Verfassungsschutz beobachtet rechtsextreme Gruppierung
Vorbild für die Nürnberger Aktivisten ist ein ähnlicher Lauf in Wunsiedel: „Rechts (laufen) gegen Rechts“. Dieser wurde 2014 als Gegenprotest zu einem Aufmarsch der Neonazi-Partei „Der III. Weg“ ins Leben gerufen.
„Team Menschenrechte“ sammelte während der Corona-Pandemie Anhänger der „Querdenken“-Bewegung um sich. Wie eine Recherche des Bayerischen Rundfunks und der „Nürnberger Nachrichten“ zeigte, tummeln sich einige Mitglieder schon seit Jahren in der rechtsextremen Szene und versuchten bereits, verschiedene Gruppen im Sinne ihrer Ideologie aufzuhetzen.
Im Umfeld der Gruppe befinden sich außerdem auch Anhänger der NPD-Nachfolgepartei „Die Heimat“ und einzelne Mitglieder der AfD.


