Mit Hochgeschwindigkeit und direkt nach Italien – das soll mit dem italienischen Schnellzug Frecciarossa 1000 ab München möglich werden. Doch aktuell ist er noch in der Testphase. Seit Mitte Juni fährt der bis zu 400km/h schnelle Zug Teststrecken zwischen Nürnberg und Ingolstadt sowie zwischen Erfurt und Leipzig. Teilweise innerhalb von zehn Minuten kann der schnelle Zug die Strecke in Bayern zurücklegen. Auch in Österreich wird die Strecke getestet: seit August fährt dort ein zweites Fahrzeug von Kufstein bis zum Brenner und zwischen Salzburg und Wien.

Ab Sommer 2027 soll laut DB dann täglich ein Zug von München nach Rom und einer nach Mailand fahren. Später sollen täglich fünf Verbindungen zwischen Italien und Deutschland verkehren. Die rund 600 Kilometer lange Strecke von München nach Mailand soll mit dem Zug, der theoretisch Geschwindigkeiten von bis zu 400km/h erreichen kann, rund sechseinhalb Stunden dauern. Nach Rom brauchen die Passagiere aus München rund achteinhalb Stunden. Die Zeitersparnis läge damit bei 45 und 75 Minuten bringen. Ab Dezember 2028 soll es eine Verlängerung nach Berlin und Neapel geben. Ende 2032 ist zudem die Eröffnung vom Brenner-Basistunnel geplant. Dann werden sich die Fahrzeiten voraussichtlich nochmals um etwa eine Stunde verkürzen.

Ein Testlabor auf Rädern

Ursprünglich sollten die ersten Verbindungen bereits Ende 2026 starten. Noch gleiche der 200 Meter lange Schnellzug einem rollenden Testlabor, heißt es von der Deutschen Presseagentur (dpa), die zunächst berichtete. Lange Kabel für Messtechnik zögen sich an der Decke entlang, Sandsäcke simulierten das Gewicht von Fahrgästen auf dem Boden und auf Sitzen. Schutzfolien und Gummimatten schützen laut dpa das Innere des Zuges, die drehbaren Luxussessel wurden vorerst ausgebaut, damit Wassertanks Platz finden. Bei Bremstests sprühen sie Flüssigkeit auf die Schienen. Computer übermitteln an zahlreichen Sensoren Daten.

Hersteller sind Hitachi und Alstom. Gemeinsam mit Nassim Kereimeyd, Projektleiter der DB Systemtechnik führen sie die Probefahrten durch. Da sich das Strohmnetz der Bahn in Deutschland sowie die Signaltechnik von der in Italien unterscheidet, mussten die Hersteller unter anderem Antriebstechnik, Bremsen und Stromabnehmer anpassen. Die Technik wird 300 Tage lang umfangreich getestet. Anschließend müssen die Eisenbahnbehörden den umgebauten Zug für Deutschland und Österreich neu zulassen, während in Italien eine Wiederzulassung nötig ist.

Ein Besucher macht ein Foto des Trevi-Brunnens. Rom ist unter Deutschen weiter ein besonders beliebtes Reiseziel.

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Ein Besucher macht ein Foto des Trevi-Brunnens. Rom ist unter Deutschen weiter ein besonders beliebtes Reiseziel.
Foto: Andrew Medichini, AP/dpa (Archivbild)

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Foto: Andrew Medichini, AP/dpa (Archivbild)

Ticketpreise noch unbekannt

Wie fiel Reisende eine Fahrt in dem roten Super-Zug kosten wird, ist bisher noch nicht bekannt. Sie sollen sich wohl an den Preisen orientieren, die bisher auf der Strecke gelten – und das, obwohl der Frecciarossa mehr Luxus und Komfort verspricht. Die Die Fahrgäste teilen sich auf drei Klassen auf, wobei zwei davon der 1. und 2. Klasse in ICE-Zügen gleichen. Die gehobene Klasse wird teurer. Wie die dpa berichtete, könne die Bahn nicht beziffern, wie teuer die neue Bahnverbindung ist, weil sich die Kosten auf drei Länder verteilen.

Die Verbindung ist ein von der Europäischen Kommission unterstütztes Pilotprojekt zur Förderung grenzüberschreitender Bahnverbindungen. Damit sollen Hindernisse im internationalen Schienenverkehr abgebaut, die Marktbedingungen verbessert und nachhaltige Mobilität in Europa erreicht werden, wie die DB informierte. (mit dpa)