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Der Gay Sunday gehört seit Jahrzehnten zum Oktoberfest – aber wo sind die lesbischen Frauen? Veranstalterin Sina Scherer hat eine Antwort: Sie organisiert erstmals ein eigenes Event im Bräurosl.
München – Auf dem Münchner Oktoberfest feiert die queere Community seit Jahrzehnten gemeinsam – doch lesbische Frauen waren dabei kaum als eigene Gruppe sichtbar. Das ändert sich in diesem Jahr: Am 21. September steigt im Festzelt „Bräurosl“ eine Party, die sich exklusiv an Frauen und FLINTA-Personen richtet.
„Bräurosl“-Wirtin Franziska Reichert (links) und Party-Veranstalterin Sina Scherer beim Wiesn-Warm-Up in München. © Lucas Caspari / dpaQueere Frauen auf der Wiesn in München – eine Premiere
Rund 700 Gäste werden bei dem Event mit dem Motto „Bier, Boobs, Brezn“ erwartet. Die Veranstaltung findet einen Tag nach dem traditionellen Rosa Sonntag statt – dem seit mehr als 40 Jahren etablierten Wiesn-Termin, der vor allem schwule Männer anzieht. Organisiert wird die Premiere von Sina Scherer, die mit ihrem Format „Lost Girls“ bereits Erfahrung in der Veranstaltung queerer Events mitbringt.
Scherer beschreibt gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, was sie zur Idee bewogen hat: „Wo sind eigentlich die lesbischen Frauen? In München gab es früher viel mehr Orte, an denen lesbische Frauen sichtbar waren und sich selbstverständlich getroffen haben – gerade auch im Glockenbachviertel. Viele davon sind verschwunden. Auf der Wiesn haben wir ein ähnliches Phänomen beobachtet. Es gibt seit Jahrzehnten etablierte queere Termine, aber lesbische Frauen spielen dabei als eigene Community bislang kaum eine sichtbare Rolle.“
Auf der Wiesn soll „queeres Leben selbstverständlich sichtbar sein“
Statt auf andere zu warten, entschied sich Scherer zum Handeln: „Da haben wir irgendwann gesagt: Dann warten wir nicht darauf, dass jemand einen Raum für uns schafft. Dann schaffen wir ihn selbst.“
Die Wiesn sei für dieses Vorhaben bewusst gewählt worden – gerade weil sie kein klassisch queeres Umfeld sei. „Die Wiesn gehört zur Münchner Stadtgesellschaft. Hier sitzen unterschiedlichste Generationen, Nationalitäten, Milieus und Lebensentwürfe nebeneinander auf der Bierbank. Und genau dort sollte queeres Leben selbstverständlich sichtbar sein – nicht nur im queeren Club oder beim CSD“, so Scherer im dpa-Interview.
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Die „Bräurosl“-Wirte Franziska und Peter Reichert berichten, dass der Rosa Sonntag seit über vier Jahrzehnten zum Oktoberfest gehört. Rund 90 Prozent der Gäste seien männlich, und die Nachfrage übersteige das Angebot von Jahr zu Jahr. „Hier liegen sich über 6000 Männer in den Armen und feiern das Leben und die Liebe“, heißt es von den Wirten.
Aus dieser Entwicklung heraus entstand die Idee, den Termin auszuweiten: „So entstand die Idee, diesen Tag zu verlängern. In diesem Jahr gibt es also zusätzlich zum Rosa Sonntag den Rosa Montag.“ Im Rahmen dieses neuen Termins findet nun auch die Veranstaltung „Bier, Boobs, Brezn“ statt. (Quelle: dpa) (res)