Zwischen dem 12. und 20. September wird der Innenhof an der Flurstraße 11a beim Wawa-Festival des Vereins Kabawil bereits zum zehnten Mal zum Treffpunkt für Künstler, Nachbarn und andere Sympathisanten. An insgesamt fünf Festival-Tagen, die sich auf zwei Wochenenden und den dazwischen liegenden Mittwoch verteilen, dreht sich alles um Tanz, Performance, Musik, das gesprochene Wort und mehr. „Beim Wawa geht es allerdings nicht ausschließlich darum, anderen beim Tanzen, Singen oder Vortragen zuzuschauen oder zuzuhören“, erklärt Petra Kron, künstlerische Leiterin von Kabawil. „Vielmehr steht bei uns traditionell das Mitmachen im Mittelpunkt.“ Darüber hinaus seien Begegnung, Gemeinschaft und Austausch wichtig.
Das Motto, um das sich in diesem Jahr sämtliche Programmpunkte ranken, lautet „Pflanze!“. „Mensch und Pflanze verbindet seit jeher eine besondere Beziehung“, erklärt Petra Kron dazu. Gerade wenn man an die eigene Kindheit zurückdenke, seien diese unbeschwerten Tage oft gedanklich mit Bäumen, Blumen und sonstigem Grün verbunden. Es können Kränze aus Gänseblümchen sein, die man im Haar trug und die einem im Kopf geblieben sind. Oder die Trauerweide, deren herabhängende Zweige man zum Schaukeln nutzte. Und wie wäre es mit dem intensiven Blau der Kornblumen am Rand von Getreidefeldern.
Jenseits von Schönheit oder Geschmack erfüllen Pflanzen in den Zeiten des Klimawandels allerdings eine noch wichtigere Funktion: Durch Schattenwurf und Verdunstung kühlen sie die Luft und machen so gerade in Städten, in denen viele Flächen versiegelt sind, das Leben erträglicher. „Nach den Hitzeperioden 2026 ist unser Jahresmotto also aktueller denn je“, betont Petra Kron.
Eröffnet wird das Festival am Samstag, 12. September, mit einem umfangreichen Programm. Ab 19 Uhr stehen die Abschlusspräsentationen der Master-Class Music des Vereins und der Master-Class Tanz auf dem Programm. Die Foto-Ausstellung „antropo:scene“ in der Hofeinfahrt widmet sich – passend zum Jahresmotto – „Landschaften von heute – von Menschen geprägt“. Gezeigt werden Arbeiten des Düsseldorfer Fotografen Nyani Quarmyne und des ghanaischen Künstlers Frank Kwame Adoboe. Im Innenhof wird parallel Fenster-Malerei von 14 Künstlern gezeigt. Für den Nachmittag sind ab 16 Uhr unter anderem eine interaktive Stand-up-Poetry-Performance und ein DJ-Set mit Olu geplant. Und auch die lukullischen Genüsse werden keinesfalls zu kurz kommen. Unter anderem stehen Samosas und Pakoras auf dem Speiseplan.
Wie bereits in den vergangenen Jahren ist auch für die jüngste Festival-Ausgabe wieder ein Flingern Walk vorgesehen. Unter dem Titel „Von Baum zu Baum“ führt der Experte Alexander Wezel die Teilnehmer zwischen den beiden Festival-Wochenenden am Mittwoch, 16. September, ab 18 Uhr unter anderem zu den ältesten Platanen der Stadt am Hermannplatz und zum Jahrtausend-Baum Ginko Biloba an der Hoffeldstraße. Außerdem wird die Geschichte der „Baum-Immigrantin“, einer Feige auf der Dorotheenstraße, beleuchtet. An den einzelnen Stationen finden Performances statt. Der Rundgang endet mit einem Pflanzenkonzert mit Stadtbäumen im Innenhof von Kabawil. Wer an dem circa zweieinhalbstündigen, kostenlosen Walk teilnehmen möchte, kann sich unter ogboko@kabawil.de anmelden. Der Treffpunkt wird nach der Anmeldung bekannt gegeben.
Für die Matinee am Sonntag, 20. September, wurden ebenfalls zahlreiche Programmpunkte zusammengestellt. So wird ab 12 Uhr ein Cello-Konzert im Birkenwäldchen des Kabawil-Innenhofs erklingen. Wer mag, kann an einer Yoga-Session oder einer offenen Chorprobe teilnehmen. Bei der Pflanzen- und Samen-Tauschbörse können eigene Samen abgegeben und neue mit nach Hause genommen werden. Im Rahmen eines Workshops werden zudem Naturstudien in Kohle und Graphit gezeichnet. Und Haru Specks wird gleich zwei Vinylpredigten halten. Für Essen und Getränke ist ebenfalls gesorgt, unter anderem ist Brot mit selbstgemachten pflanzlichen Aufstrichen zu haben.