
Nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln humpelte Deniz Undav etwas ungelenk vom Platz. Auch während des Spiels konnte der Kapitän des VfB Stuttgart nicht komplett überzeugen. Trainer Sebastian Hoeneß nahm ihn trotzdem in Schutz.
Nationalstürmer Deniz Undav streckte den Daumen nach oben. Die Geste passte zum 4:1 seines VfB Stuttgart gegen den 1. FC Köln. Doch Undavs persönliche Leistung verblasste hinter den Auftritten der Torschützen Bilal El Khannouss, Grischa Prömel, Ermedin Demirovic und Josha Vagnoman. Und nach dem ersten Saisonsieg der Schwaben in der Bundesliga musste der Torjäger zudem seine Achillessehne kühlen.
„Es ist das Los eines Superstars, dass dann nach dem 4:1 nach Deniz‘ Leistung gefragt wird“, entgegnete VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auf eine entsprechende Frage. „Sicher kann er besser spielen, hat er schon sehr, sehr oft bei uns gezeigt“, räumte der Coach ein. Er habe nicht das Gefühl, dass Undav 100 Prozent frei im Kopf sei. Die Achillessehne bereite ein bisschen Probleme.
Undavs Teamkollegen schießen den VfB Stuttgart zum Sieg
Gegen die Kölner fiel es nicht ins Gewicht, dass Undav keine Topleistung ablieferte. Auch so war der Erfolg hoch verdient. El Khannouss glänzte mit seinem Führungstreffer zum 1:0. Der Marokkaner trug nach dem Spiel auch stolz den Plexiglas-Kasten unter dem Arm, in dem ein kleiner Ball für den „Spieler des Spiels“ aufbewahrt wird.
El Khannouss, bis zum Transferschluss am vergangenen Dienstag angeblich ein Verkaufskandidat, habe ein „Topspiel“ gemacht, lobte Trainer Sebastian Hoeneß: „Er war entscheidend daran beteiligt, dass wir das Spiel gewinnen.“ Der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler erzielte gegen zwischenzeitlich starke Kölner auf geradezu geniale Art den erlösenden Führungstreffer (39.) – und hatte auch danach herausragende Szenen. „Komplett rund“ sei der Auftritt von El Khannouss gewesen, ergänzte Hoeneß
VfB Stuttgart verleiht Arévalo an Müller-Klub Amadora
Der VfB Stuttgart hat den ecuadorianischen Stürmer Jeremy Arévalo bis Saisonende an den portugiesischen Erstligisten CF Estrela Amadora verliehen. Der 21 Jahre alte WM-Teilnehmer war im Januar für 7,5 Millionen Euro von Racing Santander gewechselt, hat es bislang aber nur auf 32 Bundesliga-Minuten gebracht.
„Für Jeremy ist die Leihe zu Estrela Amadora zum jetzigen Zeitpunkt der richtige Karriereschritt, um in der ersten portugiesischen Liga Spielpraxis und weitere Erfahrungen zu sammeln“, sagte Fabian Wohlgemuth, Vorstand Sport beim VfB. Estrela Amadora, ein junger Klub aus einer Vorstadt Lissabons, war erst kürzlich zum größten Teil von einer Investorengruppe erworben worden, zu der auch die früheren Fußball-Nationalspieler Thomas Müller und Mats Hummels gehören.
Stuttgarter Fans feiern Keeper Fabian Bredlow
Auch Mittelfeldspieler Prömel, der für Undav eingewechselte Sturmkonkurrent Demirovic und Rechtsverteidiger Vagnoman per traumhaftem Volleyschuss trugen sich in die Torschützenliste ein. Doch die Fans der Schwaben feierten deutlichen Sieg lieber Torhüter Fabian Bredlow. Mit Sprechchören zollten die Anhänger dem 31-Jährigen nach dem Schlusspfiff Respekt. Bredlow trat aus der Reihe der feiernden VfB-Profis hervor – und durfte sich über den Sonder-Applaus freuen. „Das tut ihm sicher gut, das hat er auch total verdient“, sagte Coach Hoeneß. „Wir wissen, was wir an Fabi haben, das weiß ich, seit ich hier bin.“
Seit Jahren ist Bredlow ein geschätzter Stellvertreter bei den Schwaben. Seit diesem Sommer aber steht er wegen der Oberschenkelverletzung des als Nummer eins vorgesehenen Keepers Dennis Seimen besonders im Fokus – und überzeugt. Mit der Entscheidung, trotz des Seimen-Ausfalls keinen Ersatz zu verpflichten, lagen die Verantwortlichen der Stuttgarter offenbar richtig.
VfB Stuttgart feiert Sieg mit Schönheitsfehlern
Gegen die Kölner bewahrte Bredlow den VfB zu Beginn der zweiten Hälfte vor dem drohenden Ausgleich. Denn trotz des deutlichen Sieges musste Hoeneß daher auch eine Mängelliste aufstellen. Die erste Halbzeit, sagte er, „war fast wie aus einem Guss“, das einzige, was nicht gepasst hat, war das „Ergebnis“ – tatsächlich hätte der VfB nicht nur wegen zwei Lattentreffern deutlich höher führen können. „Dann“, ergänzte Hoeneß, „kommen wir raus und es war fast wie abgerissen. Das ist schon eine Phase, die wir aufarbeiten müssen.“
Der schwäbische Bundesligist zeigte mit dem Sieg eine starke Reaktion auf die 1:5-Klatsche zur Saisoneröffnung beim FC Bayern München am ersten Spieltag. Undav, der den VfB seit Saisonbeginn als Kapitän anführt, kann am Mittwoch (18:45 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de) einen überzeugenderen Auftritt hinlegen: Dann legen die Stuttgarter in der Champions League gegen den norwegischen Vertreter Viking Stavanger los.