Walter Fensterbau gehört zu den ältesten Familienunternehmen Augsburgs. Die Geschichte begann 1694 mit einer kleinen Zimmerei. Heute entstehen an der Blücherstraße jährlich rund 40.000 Fenster, Türen und Schiebeelemente. Ein neues Verwaltungsgebäude, die künftige Ausstellung und ein starkes Team zeigen, dass sich das Unternehmen auf seiner langen Tradition keineswegs ausruht.

Vor dem neuen Hauptgebäude präsentiert sich das Team Walter, das mit rund 100 Mitarbeitern in Produktion, Planung, Verwaltung, Vertrieb, Montage und Kundendienst für Qualität aus Augsburg sorgt.

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Vor dem neuen Hauptgebäude präsentiert sich das Team Walter, das mit rund 100 Mitarbeitern in Produktion, Planung, Verwaltung, Vertrieb, Montage und Kundendienst für Qualität aus Augsburg sorgt.
Foto: Marc Kampmann

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Vor dem neuen Hauptgebäude präsentiert sich das Team Walter, das mit rund 100 Mitarbeitern in Produktion, Planung, Verwaltung, Vertrieb, Montage und Kundendienst für Qualität aus Augsburg sorgt.
Foto: Marc Kampmann

„Stellen Sie sich einmal vor, wie die Welt aussah, als die Familie Walter ihre Geschäfte aufnahm.“ Mit diesem Gedanken eröffnete der damalige Oberbürgermeister Kurt Gribl 2019 sinngemäß seine Rede zum 325. Firmenjubiläum. Augsburg war im Jahr 1694 noch eine Freie Reichsstadt. Das Handwerk wurde von Zünften geprägt, Maschinen spielten in den Werkstätten keine Rolle und jedes Bauteil entstand von Hand.

In eben diesem Jahr erhielt Caspar Walter das Meisterrecht und gründete in Augsburg eine Zimmerei. Aus dem kleinen Handwerksbetrieb entwickelte sich über Generationen die heutige Karl Heinrich Walter GmbH & Co. KG, besser bekannt als Walter Fensterbau. Im kommenden Jahr kann das Familienunternehmen auf 333 Jahre Firmengeschichte zurückblicken. Walter Fensterbau hat Kriege und Wirtschaftskrisen erlebt, den eigenen Firmensitz nach einem verheerenden Brand neu aufgebaut und den Wandel vom Zimmererhandwerk zur modernen Fensterproduktion vollzogen. Geschäftsführer Markus und sein Sohn Vincent Walter berichten deshalb mit Begeisterung von der Geschichte ihrer Familie. Doch noch wichtiger ist ihnen die Zukunft. Tradition soll kein Blick zurück in eine vermeintlich bessere Zeit sein. Sie ist vielmehr die Verpflichtung, das Unternehmen immer wieder an neue Anforderungen anzupassen.

Markus Walter setzt auf digitale Technik und nachhaltige Produktion

Der Weg vom Zimmererbetrieb zum Fensterhersteller vollzog sich über viele Generationen. Einen wichtigen Schritt auf dem Weg zum modernen Fensterhersteller machte Kaspar Walter, der Vater von Markus Walter. Nach der Übernahme im Jahr 1963 baute er die Fenstersparte systematisch aus und erweiterte das Angebot um Holz-Aluminium- und Kunststofffenster. 1994 trat sein Sohn Markus in das Unternehmen ein und setzte den Kurs mit neuen Produkten, moderner Technik und einer zunehmend digitalisierten Fertigung fort. „Unsere Vision ist klar. Wir wahren die Werte eines Traditionsunternehmens und nutzen gleichzeitig die Chancen modernster Technik“, erklärt Markus Walter. Nachhaltiges Wirtschaften, innovative Lösungen und eine hohe Fertigungstiefe am eigenen Standort sollen dabei zusammengehören.

Wer heute das Firmengelände an der Blücherstraße betritt, findet keinen kleinen Handwerksbetrieb mehr vor. Walter Fensterbau hat sich zu einem modernen Hersteller entwickelt, der große Stückzahlen fertigt und dennoch auf individuelle Wünsche eingehen kann. Jedes Jahr verlassen rund 40.000 Fenstereinheiten das Augsburger Werk. Darunter befinden sich etwa 500 Hebeschiebetüren und 200 Haustüren. An einem Produktionstag können bis zu 200 Einheiten aus Kunststoff sowie rund 50 Fenster aus Holz oder Holz und Aluminium entstehen.

Holzfenster bieten Gestaltungsspielraum und regionale Materialien

Das Sortiment reicht von Fenstern, Balkon- und Terrassentüren bis zu großen Schiebeelementen und Haustüren. Gefertigt wird aus Holz, Kunststoff oder einer Verbindung aus Holz und Aluminium. Jede Materialgruppe besitzt ihre eigenen Stärken.

Holzfenster bieten viele Möglichkeiten bei Form, Farbe und Bautiefe. Verarbeitet werden unter anderem regionale Hölzer, deutsches Markenglas und hochwertige Beschläge. Fenster aus Holz und Aluminium verbinden die warme Wirkung des Holzes im Innenraum mit einer wetterfesten Außenschale. Kunststofffenster überzeugen durch gute Dämmwerte, Pflegeleichtigkeit und eine lange Lebensdauer. Auch bei Haustüren stehen Sicherheit, Wärmedämmung und Gestaltung im Mittelpunkt. Ergänzt wird das Angebot durch Leistungen im Trockenbau. Dazu gehören Trennwände, Decken und Innenausbauten sowie Lösungen für Schall- und Brandschutz.

Ausstellung richtet sich an Bauherren und Hausbesitzer

Eine besondere Rolle spielt das neue Verwaltungsgebäude an der Blücherstraße. Es bietet auf rund 1.200 Quadratmetern Platz für Büros, Besprechungen, Schulungen und die Präsentation der Produkte. Das moderne Gebäude bringt zuvor getrennte Abteilungen enger zusammen und schafft zeitgemäße Arbeitsplätze. Im Erdgeschoss ist eine neue Ausstellung entstanden, die sich ausdrücklich auch an Privatkunden richtet. Wer baut oder saniert, soll dort verschiedene Fenster, Türen und Schiebesysteme unmittelbar vergleichen können. Neben Formen, Farben und Materialien stehen auch Sicherheit, Wärmedämmung, Bedienkomfort und technische Details im Mittelpunkt.

Die Ausstellung wird gezielt auf die Wünsche privater Bauherren und Hausbesitzer abgestimmt. Kunden sollen sehen, anfassen und ausprobieren können, welche Lösung zu ihrem Gebäude und ihren Vorstellungen passt. Damit wird aus einem technisch erklärungsbedürftigen Produkt eine Entscheidung, die sich direkt erleben lässt.

In der neuen Ausstellung können Privatkunden Fenster, Türen und Schiebesysteme unmittelbar vergleichen und ausprobieren.

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In der neuen Ausstellung können Privatkunden Fenster, Türen und Schiebesysteme unmittelbar vergleichen und ausprobieren.
Foto: Vincent Walter/Montage AJ

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In der neuen Ausstellung können Privatkunden Fenster, Türen und Schiebesysteme unmittelbar vergleichen und ausprobieren.
Foto: Vincent Walter/Montage AJ

Auch hinter den Kulissen setzt Walter Fensterbau auf moderne Abläufe. Die Produktion arbeitet weitgehend papierlos. Auftragsdaten gelangen digital von der Planung zu Maschinen und Arbeitsplätzen. NFC-Chips helfen dabei, Informationen eindeutig den einzelnen Bauteilen zuzuordnen. Moderne Anlagen übernehmen viele Arbeitsschritte mit hoher Genauigkeit. Dennoch bleibt das Wissen der Mitarbeiter entscheidend. Maschinen ersetzen weder Erfahrung noch das Auge für Qualität. Hinter den rund 40.000 Fenstereinheiten pro Jahr stehen etwa 100 Menschen. Nach aktuellen Unternehmensangaben gehören 51 gewerbliche Mitarbeiter, 41 Angestellte und 5 Auszubildende zum Team. Sie arbeiten in Produktion, Planung, Verwaltung, Vertrieb, Montage und Kundendienst.

„Große Entwicklungen in unserem Unternehmen entstehen nicht durch eine Person. Sie sind das Ergebnis unseres Team Walter.“ Markus Walter ist wichtig, dass jeder Einzelne Anteil an der Entwicklung des Betriebs hat. Gerade in einem Unternehmen mit einer so langen Geschichte arbeiten unterschiedliche Generationen zusammen. Erfahrene Mitarbeiter bringen handwerkliches Wissen ein, jüngere Kollegen wachsen selbstverständlich mit digitalen Plänen und vernetzten Maschinen auf. Dieser Austausch ist ein wichtiger Teil des Erfolgs.

Walter bildet deshalb selbst aus und sucht weiterhin Nachwuchs sowie erfahrene Fachkräfte. Das neue Verwaltungsgebäude ist auch eine Investition in die Arbeitsbedingungen. Moderne Büros, Schulungsräume und Gemeinschaftsflächen sollen dafür sorgen, dass sich die Mitarbeiter am Standort wohlfühlen. Wenn Walter Fensterbau 2027 sein 333-jähriges Bestehen feiert, wird der Blick in die Vergangenheit dazugehören. Entscheidend sind für Markus Walter jedoch die Produkte, die heute in Augsburg entstehen, die Menschen, die sie fertigen, und die Investitionen, mit denen das Unternehmen seine Zukunft vorbereitet.