Vor US-Vermittlung: Tote bei Luftangriffen auf Ukraine

Vor einer US-Vermittlungsmission im Ukraine-Krieg sind vier Menschen im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk durch einen russischen Luftangriff getötet worden. Der Angriff habe einen Industriebetrieb in der Stadt Kamjanske getroffen, teilte Gebietsgouverneur Olexander Hanscha auf Telegram mit. Es habe sechs Verletzte gegeben. Das russische Militär in Moskau sprach von einem Angriff auf ein großes Metallkombinat, das die ukrainische Rüstungsindustrie beliefere.

Einschläge russischer Drohnen wurden in der Nacht auch aus dem Großraum Kiew gemeldet. Über Russland hingegen wurden in der Nacht 59 ukrainische Drohnen abgewehrt, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die vergleichsweise niedrige Zahl lässt darauf schließen, dass die Ukraine wie angekündigt eine Feuerpause wegen des Besuchs der US-Vermittler einhält.

Russland: USA sollten Realitäten vor Ort berücksichtigen

Russland ruft die USA vor einem möglichen Besuch ihrer Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew auf, bei Gesprächen über ein Ende des Konfliktes die Realitäten auf dem Schlachtfeld zu berücksichtigen. Die Lage verändere sich zuungunsten der Ukraine, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge. „Die Schlüsselfrage ist, inwieweit die US-Regierung angesichts der Realitäten vor Ort bereit ist, in die Suche nach einer echten Lösung für die aktuelle Krise zu investieren.“

Der Stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow bei einer Veranstaltung (Archivbild).Vergrößern des BildesDer Stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow bei einer Veranstaltung (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Kristina Kormilitsyna/imago-images-bilder)

Am Wochenende reisen Witkoff und Kushner Medienberichten zufolge nach Russland und – erstmals seit Kriegsbeginn – auch in die Ukraine. US-Präsident Donald Trump erklärte am Freitag, Ziel einer Reise Witkoffs und Kushners ins Ausland sei ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine. Eine Bestätigung des Besuches durch das russische Präsidialamt gibt es bislang nicht. Die Regierung in Kiew sprach davon, dass zwei ranghohe US-Vertreter am Sonntag in die Ukraine kämen.

Selenskyj schlägt Feuerpause vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland eine Feuerpause während des bevorstehenden Besuchs der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Moskau und Kiew vorgeschlagen. „Es wird keine Luftangriffe von unserer Seite geben, und Russland muss im Gegenzug eine Waffenruhe einhalten – ohne eigene Luftangriffe -, solange diese Gespräche dauern“, sagte Selenskyj am Freitag in seiner abendlichen Ansprache.

imago images 0839860918Vergrößern des BildesWolodymyr Selenskyj (Archivbild): Der ukrainische Präsident hat eien Feuerpause vorgeschlagen. (Quelle: IMAGO/Pavlo Bahmut/imago)

Loading…

Loading…

Loading…