Polizeieinsatz am 4.9.2026 an der S 126 bei Schleife in der Lausitz.

AUDIO: Innenminister über Polizeieinsatz in Sachsen: „Vier unbekannte Sprengvorrichtungen“ (1 Min)

Kritische Infrastruktur

Stand: 05.09.2026 10:59 Uhr

Nach den Anschlägen auf Stromnetze in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg dauert die Fahndung nach einem Tatverdächtigen an. Im Zusammenhang mit den Angriffen auf die Stromversorgung hat die Polizei am Freitag auch in Sachsen Sprengvorrichtungen entdeckt. Innenminister Armin Schuster sagte, an zwei Fundorten seien vier Objekte gesichert worden. Der Einsatz wurde am Samstag fortgesetzt.

von MDR SACHSEN

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Im Zusammenhang mit Angriffen auf die Stromversorgung dauert der Polizeieinsatz in Ostsachsen auch am Samstag an. Teilweise seien Polizisten die ganze Nacht über mit der Sicherung von Spuren beschäftigt gewesen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Görlitz am Morgen. Mit Details und Hintergründen zu dem Einsatz nördlich von Bautzen hielt sie sich weiter bedeckt. Im Laufe des Tages sei eine Information geplant, hieß es.

Vier Objekte in Sachsen durchsucht

Die Polizei hatte am Freitag „unbekannte Sprengvorrichtungen“ entdeckt, die entschärft werden mussten. „Die Polizeikräfte sicherten an zwei Fundorten vier Objekte“, sagte Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) auf dpa-Anfrage.

Fotografen berichteten von einer Suche an der Staatstraße 126 bei Schleife an der Grenze zu Brandenburg. Die Polizeidirektion Görlitz sprach von einem Einsatz nördlich von Bautzen, wollte aber aus taktischen Gründen keine weiteren Details nennen.

Polzisten, Einsatzfahrzeuge

Sabotageverdacht in Sachsen

Bekennerschreiben nach Sabotagen an Stromleitungen

Schuster betonte, die Hinweise auf Sabotage hätten sich aus einem Bekennerschreiben am Vortag ergeben. Unmittelbar nach dessen Eingang seien schon am Donnerstag intensive Suchmaßnahmen eingeleitet worden, so Schuster. „Die sächsischen Sicherheitsbehörden stehen mit allen weiteren betroffenen Ländern wie Brandenburg und Nordrhein-Westfalen in enger Abstimmung.“

Am 1. September hatte es Beschädigungen an Stromleitungen zum Umspannwerk Turnow-Preilack bei Jänschwalde gegeben.

Stromleitungen, die zum Umspannwerk Turnow-Preilack bei Jänschwalde in Südbrandenburg gehören.

Stromleitungen bei Schleife an der Landesgrenze Sachsens zu Brandenburg.

Polizei fahndet nach Tatverdächtigem

Die Polizei fahndet unterdessen weiter mit Hochdruck nach dem Mann, der die Sabotageaktionen gegen das deutsche Stromnetz verübt haben soll. NRW-Innenminister Herbert Reul teilte mit, bei dem gesuchten Verdächtigen handelt es sich um einen 48-Jährigen aus dem Ruhrgebiet. Das Fahrzeug des Mannes sei in Niederzier am Hambacher Forst gestürmt worden, der Mann jedoch zuvor geflohen.

Reul zufolge wurde auch die Wohnung des Mannes durchsucht. Dabei seien sprengstoffverdächtige Gegenstände entdeckt worden. Ermittler halten sein Bekennerschreiben, das er verschiedenen Medien geschickt hatte, für authentisch. „Das Wissen, was offenbart wird in diesen Schreiben, das ist eindeutiges Täterwissen», sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt.

Die Sprengsätze aus Pyrotechnik sollten Kurzschlüsse und Stromausfälle verursachen. Dem Bekennerschreiben zufolge wurden die Anschläge aus Protest gegen den Kohleabbau verübt. „Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ist ein Verbrechen“, hieß es in den Briefen.

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Blackout durch Anschäge

Anschläge auf das Stromnetz nehmen zu: Hinter der Sabotage stehen mutmaßlich linksextreme Gruppen wie die Vulkangruppe. Ermittler stoßen bei der Aufklärung auf große Schwierigkeiten.

Polizeifahrzeuge sperren eine Straßenkreuzung vor einem Stromleitungsmast ab.

Szene aus Livestream MDR-Fernsehen

Szene aus Livestream MDR-Fernsehen

MDR (kk)dpa