Barthelmarkt-Sonder-Trikot, Freitagabend bei sommerlichen Temperaturen unter Flutlicht und mit einem Auswärtssieg im Rücken – die Vorzeichen stimmten! Es war angerichtet für den ersten Heimsieg und endete in einem Debakel. Der FC Ingolstadt bleibt in dieser Drittliga-Saison vor heimischer Kulisse sieglos und kassierte gegen Alemannia Aachen eine bittere 0:3-Pleite.

Trainerin Sabrina Wittmann war auf drei Positionen zu Umstellungen gezwungen. Für Keanan Bennets (Gelb-Rot), Simon Lorenz und Obed Ugondu (beide verletzt) starteten Neuzugang Nishan Velupillay, Elias Decker und Max Plath. Vor dem Match hatte die Übungsleiterin vor der Alemannia noch gewarnt: „Aachen ist eine unglaublich aggressive Mannschaft, die auch zocken kann.“ Ihre Spieler lauschten dieser Aussage scheinbar nicht aufmerksam genug, denn die Gäste traten genauso auf.

Ingolstadt ist bereits nach drei Minuten in Unterzahl

Nach drei Minuten befanden sich die Schanzer bereits in Unterzahl, nach elf Minuten lag das Team mit drei Toren zurück. In der vierten Minute schaffte es Frederik Carlsen nicht, den Freistoß aus aussichtsreicher Position im gegnerischen Kasten unterzubringen. Im direkten Gegenzug eilte Aachens Jonas Oehmichen auf und davon, ehe er an der Sechszehner-Kante von Elias Decker von den Beinen geholt wurde. Decker wurde vom Schiedsrichter umgehend mit Rot zum Duschen geschickt. Das darauffolgende direkte Freistoßtor von Lukas Scepanik sorgte bei den zahlreichen mitgereisten Fans aus der Kaiserstadt für den ersten Jubelschrei.

Die Wittmann-Truppe suchte die Ordnung – vergebens! Mika Schoers nutzte vielmehr die Unordnung nach acht Minuten zum 0:2. Aachen entdeckte nun die Spielfreude für sich, ließ den Ball gut laufen. Mehdi Loune fand mit seinem Steilpass Louis Köster. Ingolstadts Schlussmann David Klein konnte den Schuss nicht festhalten. Der Abpraller gelangte wieder zu Köster, der den Torwart stehen ließ und zum 0:3 einschob. Die Oberbayern versuchten weiterhin, Sicherheit in ihr Spiel zu bringen. Aachen mit drei Toren im Rücken, ließ weiter den Ball laufen, nahm aber den Fuß vom Gas. Nennenswerte Chancen erspielte sich der FCI dabei nicht. In der 38. Minute verpasste Aachens Oehmichen vielmehr das 0:4.

Die zweite Hälfte bietet nur Magerkost

„Wir waren unmittelbar nachdem Anstoß griffig. Die Rote Karte war ein extremer Nackenschlag, ebenso das unmittelbare Gegentor. In der zweiten Hälfte war uns wichtig, nicht zusammenzufallen“, analysierte Wittmann die Partie. Die zweite Hälfte bot Magerkost. Der FCI war um Schadensbegrenzung bemüht, Aachen konnte befreit aufspielen. Immerhin gelang dem FCI an diesem trostlosen Heimspiel-Abend eines: In der zweiten Hälfte ohne Gegentor zu bleiben. „Die Jungs haben in der zweiten Halbzeit viele Körner auf dem Platz gelassen. Das Ergebnis müssen wir jetzt hinnehmen. Es bringt uns jetzt aber nicht um“, sagte die Ingolstädter Trainerin kämpferisch.

FC Ingolstadt 04: Klein – Antsoulas, Decker, Scholz, Gül (9. Fröde) – Sapina (72. Ganda), Plath – Deichmann, Carlsen (83. Durakov), Velupillay – Lokotsch.

Alemannia Aachen: Bajic – da Silva Kiala, G. Jung (87. Leonard), Bagalianis – Scepanik, Oehmichen, Wiebe (70. von der Hitz), Wagner (70. Koscierski) – Köster (80. Ermolaev), M. Loune (87. Wäschenbach) – Schroers.

Tore: 0:1 Scepanik (6.), 0:2 Schroers (8.), 0:3 Köster (11.). – Schiedsrichter: Florian Lechner (Neuburg). – Zuschauer: 4632.