Berlin steht nach einem schweren Cyberangriff vor einem massiven Datenskandal. Die Hackergruppe Rhysida soll große Mengen gestohlener Verwaltungsdaten im Darknet veröffentlicht haben. Das volle Ausmaß ist laut den vorliegenden Informationen noch nicht abschließend geklärt.
Die Angreifer sollen zwischen 7. und 12. August gewaltige Datenmengen aus der Berliner Verwaltung abgegriffen haben. Danach forderten sie 30 Bitcoin – umgerechnet rund zwei Millionen Euro. Der Berliner Senat zahlte nach eigenen Angaben nicht. Nach Ablauf des Ultimatums wurde der Datensatz laut Berichten online gestellt.
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Das Ausmaß ist enorm: Genannt werden rund 5,26 Terabyte mit mehr als 1,4 Millionen Dateien. Darunter sollen interne Unterlagen aus Fachbereichen der Senatsverwaltung, Dokumente zu politischen Entscheidungsprozessen und vertrauliche Verwaltungsakten sein.
Geheim-Dokumente geleakt
Besonders heikel: In dem Leak sollen sich auch persönliche Informationen befinden. Berichtet wird von Telefonnummern, Gehaltsdaten, Wohnadressen, Zeugnissen, eingescannten Ausweisen und weiteren Personaldokumenten. Laut den vorliegenden Berichten landeten auch Akten zu Disziplinarverfahren im Netz – teils mit der Kennzeichnung „Vertrauliche Personalsache!“.
Auch Gesundheitsdaten sollen betroffen sein. Genannt werden Reha-Unterlagen, Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, Atteste, Unfallanzeigen, PCR-Testergebnisse und der Scan eines Schwerbehindertenausweises. Für Betroffene könnte der Leak damit weit über einen gewöhnlichen Datenverlust hinausgehen.
Der Chaos-Computer-Club-Sprecher Joachim Selzer warnte laut „Berliner Zeitung“ vor der Gefahr von Identitätsdiebstahl: „Je mehr ich über eine Person weiß, desto genauer kann ich mich als diese Person ausgeben.“ In den Daten sollen sich demnach auch Unterschriftenproben befinden, etwa in Anträgen für Diensthandys.
Kritische Daten
Brisant sind zudem Angaben zu Kritischer Infrastruktur. Laut Berichten sollen Schwachstellenanalysen zur Trinkwasserversorgung, Handynummern von Personen aus Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur sowie ein Entwurf für einen Leitfaden der Zivilen Verteidigung im Datenpaket enthalten sein. Die Angaben der Täter zum Gesamtumfang gelten laut „Berliner Zeitung“ bislang nicht als unabhängig verifiziert.
Auf dem offiziellen Hauptstadtportal Berlin.de heißt es, Sicherheitsbehörden und IT-Forensiker würden die veröffentlichten Daten „mit Hochdruck“ untersuchen. Betroffene Personen sollen risikobasiert und nach gesetzlichen Vorgaben informiert werden, sobald sie im Rahmen der Analyse identifiziert werden.
Wer unabhängig davon Hinweise hat, dass eigene Daten veröffentlicht oder für Straftaten wie Betrug oder Identitätsmissbrauch genutzt wurden, sollte laut Senatskanzlei Strafanzeige erstatten. Eine abschließende Bewertung des Schadens liegt derzeit noch nicht vor.
{title && {title} } red, {title && {title} } 05.09.2026, 14:30