6. September 2026

Stand: 05.09.2026 08:00 Uhr

In Sachsen-Anhalt wird an diesem Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Die Wahllokale sind von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Rund 1,7 Millionen Wahlberechtigte entscheiden über die Zusammensetzung des Parlaments. Nach den jüngsten Umfragen dürfte die Regierungsbildung schwierig werden.

von MDR SACHSEN-ANHALT

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Rund 1,7 Millionen Menschen sind an diesem Sonntag zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt aufgerufen. Um 8 Uhr öffnen die Wahllokale in den rund 2.600 Wahlbezirken. Bis 18 Uhr können die Wahlberechtigten ihre Stimmen abgeben.

Zur Wahl stehen 15 Parteien mit einer Landesliste. Etwa 22.000 Wahlhelfer sorgen landesweit für den Ablauf der Abstimmung und die anschließende Auszählung.

Zwei Hände halten einen Stapel mit Wahlumschlägen

Termin, Umfragen und Briefwahl

AfD in letzter Umfrage deutlich vor der CDU

Mit besonderer Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet. Im jüngsten Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap kam die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei auf 42 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erreichte 22 Prozent.

Dahinter folgten die Linke mit elf Prozent, die SPD mit acht Prozent und die Grünen mit sechs Prozent. BSW und FDP lagen mit vier beziehungsweise drei Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde. Umfragen bilden allerdings nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognose des Wahlergebnisses.

Menschen auf Marktplatz in Wernigerode

Regierungsbildung könnte schwierig werden

Die derzeitige Koalition aus CDU, SPD und FDP dürfte nach den Umfragen ihre Mehrheit verlieren. Die AfD könnte erstmals bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stärkste Kraft werden. Daraus folgt jedoch nicht automatisch eine Regierungsbeteiligung: Der Ministerpräsident wird vom neuen Landtag gewählt und benötigt dafür eine parlamentarische Mehrheit.

Die AfD strebt eine Alleinregierung an. Nach den jüngsten Umfragen würde sie die dafür notwendige Mehrheit der Sitze jedoch verfehlen. Keine der anderen im Landtag vertretenen Parteien will mit ihr koalieren. Auch eine von der CDU geführte Regierung wäre voraussichtlich auf Unterstützung weiterer Parteien angewiesen – möglicherweise auch auf Stimmen der Linken.

Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird in einem der 41 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt. Die Zweitstimme gilt einer Landesliste und entscheidet maßgeblich darüber, wie stark die Parteien im neuen Landtag vertreten sein werden.

Regulär umfasst der Landtag mindestens 83 Sitze. Durch Überhang- und Ausgleichsmandate kann sich diese Zahl erhöhen. Bei der Verteilung der Sitze werden grundsätzlich nur Parteien berücksichtigt, die mindestens fünf Prozent der gültigen Zweitstimmen erhalten.

Wer im Wählerverzeichnis eingetragen ist, kann auch ohne Wahlbenachrichtigung abstimmen. Dafür muss im zuständigen Wahllokal ein Personalausweis oder Reisepass vorgelegt werden.

Stimmzettelumschläge werden vor der Auszählung geöffnet.

Überblick zu zentralen Politikfeldern

Großes Interesse an der Briefwahl

Viele Wahlberechtigte haben ihre Stimme bereits per Brief abgegeben. Bis zum 25. August waren rund 335.000 Briefwahlunterlagen ausgegeben worden. Das entsprach etwa 20 Prozent aller Wahlberechtigten.

Wahlbriefe müssen spätestens am Sonntag um 18 Uhr bei der zuständigen Stelle eingegangen sein. In besonderen Ausnahmefällen, etwa bei einer plötzlichen Erkrankung, kann noch bis 15 Uhr ein Wahlschein beantragt werden.

Briefwahlunterlagen für Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026

Prognose nach Schließung der Wahllokale

Um 18 Uhr schließen die Wahllokale und die öffentliche Auszählung beginnt. Erst dann dürfen Prognosen veröffentlicht werden. Im Laufe des Abends folgen Hochrechnungen und die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlkreisen.

Der neue Landtag muss spätestens am 6. Oktober zu seiner ersten Sitzung zusammentreten. Wann ein neuer Ministerpräsident gewählt wird, ist dagegen nicht festgelegt. Bis eine neue Regierung im Amt ist, führen der Ministerpräsident und die Minister ihre Amtsgeschäfte weiter.

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