
Zur Eröffnung der neuen Kita an der Enfieldstraße überreichte Bürgermeisterin Bettina Weist ein Geschenk an Kita-Leiterin Freya Schmidt (2. v. r.). Bei der Besichtigung der Räumlichkeiten ebenfalls dabei waren Sozialdezernent Ralph Kalveram und Marina Bänke, Leiterin des Amtes für Jugend und Familie. Foto: Stadt Gladbeck
Ein anonymer Hinweis sorgt für neue Fragen rund um das Gladbecker Jugendamt. Darin wird behauptet, Amtsleiterin Marina Bänke sei bereits vor einigen Wochen freigestellt worden. Außerdem soll die zweite Führungsebene krankgemeldet sein. Bestätigt ist das bislang nicht.
Gladbeck – 05.09.2026 – Die Neue Gladbecker Zeitung hat bei der Stadt Gladbeck nachgefragt. Das Presseamt teilte mit, dass man sich grundsätzlich nicht zu Personalangelegenheiten äußere.
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Anonymer Hinweis zur Jugendamtsleitung
In der Redaktion der NGZ gehen regelmäßig Hinweise zu Vorgängen in Gladbeck ein. Manche stammen von offiziellen und überprüfbaren Absendern, andere werden unter Namen verschickt, deren Identität sich nicht feststellen lässt. Daneben gibt es anonyme Hinweise per Post oder Einwurf in den Briefkasten.
Auch jetzt erreichte die Redaktion ein solcher anonymer Hinweis. Nach dessen Darstellung soll die erst im vergangenen Jahr eingesetzte Jugendamtsleiterin Marina Bänke von Sozialdezernent Ralph Kalveram bis auf Weiteres freigestellt worden sein.
Darüber hinaus behauptet der Hinweis, auch die zweite Verantwortungsebene im Jugendamt sei inzwischen krankgemeldet.
Für beide Angaben liegt der NGZ derzeit keine unabhängige Bestätigung vor.
Stadt Gladbeck äußert sich nicht zu Personalfragen
Die NGZ hat die Stadt Gladbeck mit den Vorwürfen konfrontiert. Eine konkrete Bestätigung oder Dementierung gab es nicht. Das Presseamt verwies darauf, dass die Stadt grundsätzlich keine Auskünfte zu Personalangelegenheiten erteile.
Auch informelle Nachfragen bei Mitarbeitern des Jugendamtes und weiteren Personen aus dem Umfeld der Verwaltung führten bislang zu keiner belastbaren Bestätigung. Die Angaben wurden weder bestätigt noch dementiert.
Damit bleibt zunächst offen, ob Marina Bänke tatsächlich freigestellt wurde und ob es Veränderungen auf der zweiten Führungsebene gibt.
Marina Bänke erst seit Oktober 2025 im Amt
Marina Bänke übernahm im Oktober 2025 die Leitung des Amtes für Jugend und Familie der Stadt Gladbeck. Die Diplom-Pädagogin kam vom Jugendamt der Stadt Ahaus nach Gladbeck und verfügt laut einer damaligen Mitteilung über mehr als 20 Jahre Erfahrung in verschiedenen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe.
Bei ihrem Amtsantritt erklärte Bänke, sie wolle gemeinsam mit den Beschäftigten das Vertrauen der Familien in das Jugendamt weiter stärken und Strukturen schaffen, die gutes Aufwachsen für Kinder und Jugendliche ermöglichen.
Fortlaufend wurde Bänke noch öffentlich als Leiterin des Amtes für Jugend und Familie genannt. Bei der Eröffnung einer neuen städtischen Kita an der Enfieldstraße trat sie gemeinsam mit Bürgermeisterin Bettina Weist und Sozialdezernent Ralph Kalveram auf.
Jugendamt Gladbeck hat eine belastete Vorgeschichte
Die aktuellen Gerüchte treffen auf ein Jugendamt, über das in den vergangenen Jahren wiederholt berichtet wurde. 2024 war bekannt geworden, dass gegen die damalige Amtsleiterin und einen zuständigen Abteilungsleiter Disziplinarverfahren liefen. Hintergrund waren unter anderem Versäumnisse im Bereich der wirtschaftlichen Jugendhilfe.
Die NGZ berichtete damals über einen von Prüfern errechneten Schaden von 966.466,12 Euro. Über Jahre waren unter anderem Fristen versäumt und Melderegister nicht regelmäßig abgeglichen worden. Die Disziplinarverfahren waren zu diesem Zeitpunkt ergebnisoffen.
Im Oktober 2025 trat schließlich Marina Bänke die Nachfolge von Christine Hellebrand an. Die Stadt verband den Wechsel mit dem Anspruch, das Amt für Jugend und Familie neu aufzustellen.
Was ist an den aktuellen Vorwürfen dran?
Diese Frage kann die NGZ derzeit nicht beantworten. Der Ausgangspunkt der aktuellen Geschichte ist ein anonymer Hinweis. Eine unabhängige Bestätigung für eine Freistellung von Marina Bänke liegt nicht vor.
Auch die Behauptung, die zweite Führungsebene sei krankgemeldet, konnte die Redaktion bislang nicht verifizieren.
Dass die Stadt zu Personalfragen schweigt, lässt mehrere Möglichkeiten offen. Aus der fehlenden Auskunft lässt sich weder ableiten, dass die Behauptungen stimmen, noch dass sie falsch sind.
Die NGZ wird deshalb keine unbestätigte Personalentscheidung als Tatsache darstellen. Sollte es belastbare neue Informationen geben, wird die Redaktion darüber berichten.
Hinweise an die NGZ
Wer Informationen zu den Vorgängen im Jugendamt Gladbeck hat und diese mit der Redaktion teilen möchte, kann sich an die NGZ wenden: redaktion@neue-gladbecker-zeitung.de
Alle Hinweise werden vertraulich behandelt. Für eine Veröffentlichung prüft die Redaktion Angaben nach Möglichkeit anhand weiterer Quellen.