Vor der Wahl in Sachsen-Anhalt warnen die Bischöfe von Münster und Paderborn, Rechtspopulisten und Spaltern nicht auf den Leim zu gehen.
Paderborn/Münster (dpa/lnw) – Der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz spricht sich vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg Vorpommern dafür aus, Rechtspopulisten konkret und sachlich zu entlarven. Der Bischof von Münster und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, warnte in Dresden vor Polarisierung und Spaltung der Gesellschaft.
Bei der Auseinandersetzung mit der AfD müsse die Kirche die Sorgen der Menschen ernst nehmen. So sei das Thema Migration zwar von der Partei zum Hauptthema erklärt worden, es sei aber nicht das Hauptproblem der Menschen in Sachsen-Anhalt. Der Katholik Bentz spricht von gefühlten Wirklichkeiten.
Sachsen-Anhalt habe ein Problem mit der Überalterung, es gebe wirtschaftliche Probleme, eine Mangelversorgung in der Medizin und ein Bildungsproblem. „Zehn Prozent der Schulabgänger sind ohne Hauptschulabschluss“, sagte der Erzbischof. „Das sind echte Probleme, die man angehen muss.“
Rechtspopulisten bieten nach seiner Überzeugung für diese Probleme allerdings keine Lösungen. Er verwies auf die seiner Meinung nach inhaltslosen Wahlplakate. Und der Erzbischof fragt: In welchem Land haben Populisten die Welt verbessert? Dies sei nach dem Brexit in Großbritannien nicht geschehen, nicht in Polen oder Ungarn und auch nicht durch Trump in den USA. Laut Bentz kann die Kirche mit dazu beitragen, Werte wie Freiheit und Demokratie lebendig zu halten, und dadurch in die Gesellschaft ausstrahlen.
Er selbst werde am Samstag und am Wahlsonntag im Bistum Magdeburg in Sachsen-Anhalt bei einer Wallfahrt sein. Beide Bistümer verbindet eine langjährige Freundschaft.
Heiner Wilmer, Bischof von Münster, mahnt zu Versöhnung statt Polarisierung. Archivfoto: dpa/VennenberndDer Münsteraner Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz warnt vor den Folgen der Polarisierungen und hat zu Versöhnung aufgerufen, um Spaltungen der Gesellschaft zu begegnen. „Wir brauchen kein Verhärtetes Ost gegen West, kein Rechts gegen Links, kein Alt gegen Jung und kein Muslimisch gegen Christlich“, sagte der Bischof von Münster bei einer Messe in Dresden.
„Es ist eure Freiheit, die Polarisierungen nicht weiterzutreiben, sondern Versöhnung zu stiften.“ Es gelte zu vergeben, wo Fehler passieren, mahnte Wilmer und rief die Menschen auf: „Sucht das Gute im Anderen, weil im Anderen Gott wohnt.“ Ein solches Verhalten könne auch Folgen für die politische Landschaft haben. „Wo Menschen, die versöhnen, überzeugen, werden sie Mehrheiten erhalten und die Pöbler und Populisten von den Sitzen verdrängen.“
Anlass für Wilmers Festpredigt in der Dresdner Kathedrale war die Verabschiedung von Heinrich Timmerevers als Bischof des Bistums Dresden-Meißen.
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