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Washington/Den Haag – Sind die in den USA gelagerten Goldreserven ausländischer Staaten unter US-Präsident Donald Trump (80) noch sicher? Besonders in Europa schwelt die Debatte seit Monaten. Jetzt der Knalleffekt: Die niederländische Zentralbank DNB gab bekannt, 86 Tonnen ihrer Goldreserven in Tresoren in New York und Ottawa nach London abgezogen zu haben. In den USA lagern damit nur noch 18,5 Prozent des gesamten niederländischen „Goldschatzes“ von rund 75 Milliarden Euro.

Das Gebäude der Federal Reserve Bank of New York im New Yorker Stadtteil Manhattan am 16. Dezember 2017

Das Gebäude der Federal Reserve Bank of New York im New Yorker Stadtteil Manhattan am 16. Dezember 2017

Foto: Eduardo Munoz/REUTERS

Den Haag begründet den Schritt damit, dass der Handelsplatz London „flexibler“ sei. Dort könne Gold in einer Krise schneller verkauft werden. Die US-Regierung wurde nicht explizit erwähnt, dafür sprach die Zentralbank aber ausdrücklich von zunehmender „geopolitischer Instabilität“. Deutlicher wurde Princeton-Gastprofessor Steven Strauss bereits früher. Er argumentierte, europäische Staaten hätten bei der Goldlagerung jahrzehntelang auf den Ruf der USA als „Garant für Rechtsstaatlichkeit, Eigentumsrechte und finanzielle Stabilität“ vertraut. Heute sehe er Trumps Amerika zunehmend als „rogue superpower“ – als Großmacht, die weniger berechenbar und verlässlich agiere.

Goldtresor-Museum in der Federal Reserve in New York: Die Barren lagern 24 Meter unter dem Straßenniveau

Goldtresor-Museum in der Federal Reserve in New York: Die Barren lagern 24 Meter unter dem Straßenniveau

Foto: Federal Reserve Bank of New York

Jetzt macht der Bund der Steuerzahler Druck

Auch in Deutschland schwelt die Debatte. Noch immer lagern 1236 Tonnen deutschen Goldes im derzeitigen Wert von rund 152 Milliarden Euro im 24 Meter tiefen Tresor der Federal Reserve in Lower Manhattan. Über eine neue große Verlagerung – ab 2013 hatte die Bundesbank 300 Tonnen Gold aus New York nach Frankfurt am Main zurückgeholt – wurde bislang nur diskutiert.

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Vor allem der Bund der Steuerzahler macht Druck. „Die Niederlande haben mit ihrem Handeln bewiesen: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – wir fordern seit Langem, dass das Gold, das dem Steuerzahler gehört, zurück nach Deutschland geholt wird“, sagte Vizepräsident Michael Jäger zu BILD. Und weiter: „Die Sanduhr läuft, das Risiko in den USA steigt von Tag zu Tag. Die Bundesbank wäre gut beraten, ihre Position jetzt schleunigst noch einmal zu überprüfen!“

Gold in den USA verkauft, in Europa zurückgekauft

Neben den Niederlanden haben auch andere EU-Staaten Goldbestände aus den USA nach Europa verlagert. Frankreich veräußerte seinen gesamten in New York gelagerten Bestand von 129 Tonnen und kaufte die gleiche Menge in Europa zurück. Dieses Modell nutzten nun auch die Niederländer: Von den 86 Tonnen wurden rund 59 Tonnen in den USA verkauft und in Europa wieder gekauft. Nur gut 27 Tonnen sind tatsächlich als Goldbarren über den Atlantik transportiert worden.

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Quelle: Reuters, AP05.08.2026

Italien hat die meisten Goldreserven in den USA

Am brisantesten ist die Lage in Italien. Von allen großen EU-Staaten lagert das Land mit 43,3 Prozent den größten Anteil seiner Goldreserven in den USA: 1061,5 Tonnen im Wert von rund 130 Milliarden Euro. Klar ist: Mit dem niederländischen Schritt wächst nun vor allem der Druck auf Deutschland und Italien, die Lagerung ihrer Milliarden-Schätze in Amerika neu zu überdenken.