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Berlin – Nach ihrem heftigen Schlagabtausch mit Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat die Kinderärztin Bea Merscher (39) am Samstag vor dem Reichstag gegen die Gesundheitspolitik des Kanzlers zur Demo aufgerufen. Unter dem Motto „Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn“ wurden 4000 Teilnehmer erwartet.

Die Kundgebung auf dem Platz der Republik richtet sich gegen das im Juli beschlossene Spargesetz bei den gesetzlichen Krankenversicherungen. Merscher sieht insbesondere Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung von den Sparmaßnahmen betroffen. Kinderärztin Merscher argumentiert, dass die Einsparungen im Gesundheitswesen langfristig die Versorgung verschlechtern und beispielsweise Wartezeiten verlängern würden.

Viele Mediziner sind frustriert von der Politik

Viele Mediziner sind frustriert von der Politik

Foto: Annette Riedl/dpa

Auf „Instagram“ schreibt die Kinderärztin Merscher: Sie demonstriere gegen die Merz-Politik, „weil die Kinder und alle Menschen in diesem Land nur das Beste verdienen“. Zu BILD sagte sie, dass sie von Merz „nichts erwartet und trotzdem enttäuscht“ sei. Nach Angaben der Organisatoren treten 28 Redner aus Medizin und Pflege auf.

Tausende Menschen demonstrierten am Samstag gegen die Politik

Tausende Menschen demonstrierten am Samstag gegen die Politik

Foto: Annette Riedl/dpa

Bekannt wurde die Kinderärztin bundesweit durch einen hitzigen Fernsehauftritt bei RTL. In der Sendung „Am Tisch mit Friedrich Merz“ warf sie dem Kanzler vor, mit seinem Sparkurs im Gesundheitswesen „menschenverachtende und zerstörerische Gesetze“ zu erlassen und damit seinen Amtseid zu brechen. Merz wies die Vorwürfe scharf zurück. Die Aussagen seien eine „persönliche Herabsetzung“ und gingen „zu weit“. Viele Demonstranten trugen bei der Demo Shirts mit der Aufschrift „Nutznießer“. Merz hatte im Streit mit Merscher die Ärztin als „Nutznießer“ des bisherigen Gesundheitssystems bezeichnet.

Demo-Teilnehmer mit einem „Nutznießer“-Shirt: So hatte Merz in der RTL-Sendung die Kinderärztin Merscher bezeichnet

Demo-Teilnehmer mit einem „Nutznießer“-Shirt: So hatte Kanzler Merz (70) in der RTL-Sendung die Kinderärztin Merscher bezeichnet

Foto: Annette Riedl/dpa

Merz war zur Demo eingeladen

Auch nach der Sendung blieb Merscher bei ihrer Kritik. Gegenüber BILD erklärte sie, zu ihren Aussagen weiterhin zu stehen. Die Politik des Kanzlers sei „realitätsfern“. Merz könne nicht nachvollziehen, „wie es ist, auf 25 Euro angewiesen zu sein“. Nach der Sendung gerieten die beiden laut Merscher wieder aneinander. Merz hatte demnach ihre Aussagen „straffällig“ genannt. Auch soll er sie ausgelacht haben, als sie ein weiteres Gespräch vorschlug. RTL widersprach ihrer Darstellung. Ihre Einladung, zu ihrer Demo zu kommen, schlug Merz aus.

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Die Medizinerin ist in den sozialen Netzwerken als „Dr. Bea Kinderärztin“ bekannt. Über „Instagram“, „YouTube“ und „TikTok“ erreicht sie Hunderttausende Menschen.