Knapp sechs Monate sind mittlerweile seit den Kommunalwahlen vergangen. Auf vielen Listen fanden sich auch Kandidatinnen und Kandidaten in ihren Zwanzigern und Dreißigern. Einige von ihnen haben es auch in die Gremien geschafft und verjüngen die Stadt- und Gemeinderäte im Landkreis Augsburg. Drei Junge Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus dem Landkreis erzählen, wieso sie sich in der Kommunalpolitik einbringen, wie sie die ersten Sitzungen im Gemeinderat erlebt haben und welche Ziele sie verfolgen.
Der Jüngste im Schwabmünchner Stadtrat: Enzo Hirsch (Freie Wähler/30)
„Ich war sechs Jahre lang im Jugendbeirat aktiv und wollte danach weiter in der Kommunalpolitik aktiv sein. Weil ich nicht nur meckern, sondern gemeinsam etwas schaffen und bewegen möchte, habe ich für den Stadtrat kandidiert. Ich glaube, dass die Kommunalpolitik vor allem ein Kommunikationsproblem hat und den Mut braucht, neue Wege einzuschlagen. Wichtig ist, alle Menschen zu erreichen und dafür muss man die passenden Kanäle finden. Um junge Menschen zu erreichen, muss man auf ihren Kanälen in den sozialen Medien aktiv sein und sie mitnehmen.“
„Als junger Stadtrat liegt mir eine langfristige Perspektive besonders am Herzen. Projekte und Ideen sollten im Austausch und mit den Menschen vor Ort entstehen. Wenn dabei auch auf junge Menschen gehört wird, können Dinge entstehen, die der Stadt noch lange nützen. Das Singoldsand ist ein gutes Beispiel dafür, wie Schwabmünchen für junge Menschen attraktiv bleiben kann. Ich weiß bereits aus meiner Zeit im Jugendbeirat, dass manche Dinge ein wenig länger brauchen, als man sich das wünscht. Trotzdem macht mir die Arbeit im Stadtrat viel Spaß und ich empfinde die Zusammenarbeit im Gremium als sehr angenehm.“
Mit erst 20 Jahren im Neusässer Stadtrat: Konstantin Durz (CSU)
„Durch meinen Onkel, der im Bundestag sitzt, meinen Vater als CSU-Ortsvorstand in Täfertingen und meinen Opa als Gründungsmitlgied der Täfertinger CSU habe ich natürlich von Haus aus eine Verbindung zur Politik. Mein Vater hat mir vorgeschlagen, dass ich kandidieren sollte. Darüber musste ich erst einmal nachdenken, aber habe dann festgestellt, dass sich in meinem Freundeskreis niemand für Kommunalpolitik interessiert. Das wollte ich gerne ändern und meine Ideen in den Stadtrat einbringen.“
„In meinen Augen sind viele Abläufe in der Kommunalpolitik nicht mehr zeitgemäß. Ich will versuchen, die Kanäle und Wege zu finden, auf denen man die Jugend erreichen und für die Politik in ihrer Stadt begeistern kann. Das ist ein Prozess, der eine Zeit lang dauern wird, aber Stück für Stück kann das gelingen. Ein Ziel, das vielleicht etwas schneller erreicht werden könnte, ist die Gestaltung der Neusässer Ortsmitte. Die Jugendlichen aus Neusäß sollen in ihrer Freizeit wieder hier in Neusäß bleiben wollen, anstatt nach Augsburg zu fahren, dafür braucht es auch Angebote für sie in Neusäß.“
Als dreifache Mutter im Gemeinderat: Manuela Ambrosch (CSU/35)
„Ich bin schon seit meiner Jugend politisch engagiert und interessiert. Nachdem ich vor einigen Jahren nach Untermeitingen gezogen bin, habe ich hier meine neue Heimat gefunden. Unsere drei Kinder wurden hier geboren und ich bin inzwischen fest in der Gemeinde verwurzelt. Im Gemeinderat möchte ich insbesondere meine persönliche Erfahrung als berufstätige Mutter, aber auch als Polizistin einbringen.“
„Besonders am Herzen liegen mir Kinder und Jugendliche. Sie haben häufig die kleinste Lobby, obwohl die Entscheidungen, die wir heute treffen, ihre Zukunft besonders stark beeinflussen. Gleichzeitig möchte ich als Mutter von drei Kindern die Sicht einer jungen, berufstätigen Familie vertreten. Ich glaube, dass diese Perspektive für viele Menschen in Untermeitingen von Relevanz ist. Insgesamt möchte ich eine Gemeinderätin sein, die nah an den Menschen ist und ein offenes Ohr für ihre Anliegen hat.“