Der Nachlass des Komikers Heinz Erhardt kommt 47 Jahre nach dessen Tod als Dauerleihgabe ins Haus der Geschichte Bonn. Zu der Sammlung gehören unter anderem 19 Tagebücher, Briefe an seine Frau, Fotos und Erhardts Schreibmaschine. Das berichtet der Spiegel. Die Objekte sollen nun digitalisiert und katalogisiert werden, um sie voraussichtlich 2029 – zum 50. Todestag und 120. Geburtstag Erhardts – der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Bislang war der Nachlass in einem Keller in Hamburg eingelagert. Möglich wurde die Überführung dem Bericht zufolge, nachdem Erhardts Erben einen jahrelangen Streit beigelegt hatten. Erhardt sei ein Workaholic gewesen, sagte seine Enkelin Nicola Tyzskiewicz dem Nachrichtenmagazin. »Er hatte panische Angst, nach seinem Tod vergessen zu werden. Dagegen hat er angearbeitet, ohne Rücksicht auf seine Gesundheit.« Heute sehe sie das als ihre Aufgabe.
Erhardt stehe für »übergreifenden Zeitraum in der deutschen Geschichte«
Der Sammlungsdirektor des Hauses der Geschichte, Manfred Wichmann, begründete die Aufnahme des Nachlasses mit Erhardts Bedeutung für die deutsche Zeitgeschichte. Normalerweise nehme das Museum keine Nachlässe an, sagte er dem Spiegel. Erhardt stehe jedoch »wie wenige andere Humoristen für einen übergreifenden Zeitraum in der deutschen Geschichte«. Seine Filme beruhten auf einer genauen Beobachtung der damaligen gesellschaftlichen Sitten und könnten dabei helfen, die Zeit zu verstehen. Zugleich sei Erhardt »genuin witzig«.
© Lea Dohle
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Der Komiker, Musiker, Komponist, Schauspieler und Dichter wurde 1909 im lettischen Riga geboren und starb 1979 in Hamburg. Im Sommer 1945 zog er nach Hamburg, wo er für den NWDR gemeinsam mit Will Meyen die wöchentliche Sendereihe So was Dummes gestaltete und die Glosse der Woche schrieb. Sein Theaterdebüt gab Heinz Erhardt 1946 in Hamburg. Nach ersten Nebenrollen arbeitete er ab Mitte der 1950er-Jahre immer häufiger und erfolgreicher beim Film.
Im Dezember 1971 erlitt er einen Schlaganfall und blieb halbseitig gelähmt. Weil das Sprachzentrum beschädigt wurde, sprach er bis zu seinem Tod kein einziges Wort mehr.
Heinz Erhardt
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