Lang hat eine Jury die Menschen in den USA nicht mehr so in Atem gehalten wie jene in Plymouth, Massachusetts, wo Lindsay Clancy der Prozess gemacht werden sollte. Die Mutter, 36 Jahre alt, hatte gestanden, ihre drei kleinen Kinder getötet zu haben. Ein kaltblütiger Mord, fand die Staatsanwaltschaft, aber die Verteidigung plädierte auf unschuldig, weil Clancy unter einer schweren postpartalen Psychose litt. Nach einer wochenlangen Verhandlung diskutierte und stritt die Jury abseits der Kameras und Augen der Öffentlichkeit über Schuld und Unschuld der Angeklagten, alles in allem knapp 40 Stunden lang. Aber die neun Frauen und drei Männer scheiterten daran, ihr Urteil einstimmig fällen zu müssen. Der Prozess gegen Clancy ist damit zunächst beendet, die Staatsanwaltschaft muss entscheiden, ob sie ein neues Verfahren anstrengt. Guter Zeitpunkt also, um bei Valerie Hans anzurufen. Die Juristin und Professorin ist eine der führenden Expertinnen auf dem Gebiet der amerikanischen Jury. Was ist da schiefgelaufen in Plymouth?