Die Bundesbehörden haben sich bei den Ermittlungen zum Hackerangriff auf Teile der Berliner Verwaltung eingeschaltet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) seien beteiligt, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit. Die detaillierte Auswertung finde aktuell durch die zuständigen Sicherheitsbehörden des Landes Berlin statt.

»Im Gemeinsamen Cyber-Abwehrzentrum werden alle Erkenntnisse zusammengetragen und geteilt«, sagte der Sprecher. Die Gruppierung Rhysida, die für den Leak verantwortlich gemacht wird, sei den Sicherheitsbehörden bekannt und seit Mitte 2021 aktiv. »Sie gilt grundsätzlich als kriminell und finanziell motiviert.«

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sagte der Bild, nach der Veröffentlichung der sensiblen Daten sei jetzt das Ziel, mögliche Betroffene »schnellstmöglich zu erreichen«. Berlin sei »Opfer einer schweren Straftat geworden«, sagte er weiter. Wegner hatte zunächst erklärt, es gebe keine Hinweise auf den Abfluss sensibler Informationen. Nun sagte der Regierende Bürgermeister der Bild, »der Erkenntnisstand heute« sei »ein anderer«. Welche Informationen genau abgeflossen sind, konnte Wegner aber noch nicht sagen: »Da sind wir in der Prüfung

Bund und Land werten Datenabfluss aus

Auch die Bundesregierung »führte eine intensive Prüfung der eigenen Datensysteme durch«, wie ein Regierungssprecher sagte. Diese seien »nach bisherigem Kenntnisstand« aber nicht betroffen.

Derzeit werteten die zuständigen Sicherheitsbehörden von Bund und Land die Informationen zu dem Datenabfluss aus, wie der Regierungssprecher weiter mitteilte. Zwischen den beteiligten Behörden würden die Informationen kontinuierlich abgeglichen, auch über das Nationale Cyber-Abwehrzentrum. »Nach der Analyse potenzieller Sicherheitsrisiken werden entsprechende Maßnahmen zur Wahrung der militärischen Sicherheit eingeleitet.«

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Laut Stichprobe des Spiegel finden sich unter den geleakten Informationen etwa Daten zum Gefahrenschutz bei der Berliner Feuerwehr, Gehaltslisten, Kontoinformationen, Scans von Ausweispapieren und vertrauliche Personalangelegenheiten wie Vorwürfe zu Dienstvergehen und Disziplinarangelegenheiten. Auch zahlreiche Bundesbelange seien betroffen – der Spiegel berichtete von mehr als 550 Dateien zur Kanzleramts-Erweiterung, darunter Gutachten, Pläne und Stellungnahmen etwa des Landeskriminalamts.

Die Hackergruppe hatte vor der Veröffentlichung der Daten von der Berliner Senatsverwaltung rund zwei Millionen Euro Lösegeld in Bitcoin gefordert – andernfalls würden 5,7 Terabyte an erbeuteten Daten veröffentlicht. Die Summe sollte bis Freitag gezahlt werden. Wegner sagte der Bild, eine Zahlung des Lösegelds sei für ihn nie infrage gekommen: »Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass sich ein Staat nicht erpressen lassen darf.«

Tägliche Angriffe auf Berliner Netz

Niemand könne garantieren, dass die Daten nach einer Zahlung tatsächlich gelöscht worden wären. Wegner sagte: »Wer sagt denn, wenn wir es gezahlt hätten, dass die Daten nicht längst schon woanders sind?«

Der Regierende Bürgermeister hatte in der vergangenen Woche bestätigt, dass die Stadt nach dem Datendiebstahl erpresst werde. Wegen des Hackerangriffs waren die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz am 14. August für rund eine Woche vom Landesnetz isoliert worden. Tagelang konnte wegen der Cyberattacke in Berlin unter anderem kein Wohngeld beantragt oder ausgezahlt werden.

Wegner sagte gegenüber der Bild, staatliche Netzwerke seien täglich Ziel von Cyberangriffen. »Wir haben tagtäglich Hackerangriffe auf unser Netz, nicht nur in Berlin, in ganz Deutschland.« Die allermeisten Angriffe würden abgewehrt. »Dieser ist leider durch«, sagte Wegner.

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