DruckenTeilen
Jetzt steht fest: Seat wird es in Zukunft nicht mehr geben. Der VW-Konzern stellt die Marke im Rahmen seines Sparpakets ein. Die Zukunft liegt bei Cupra.
München – Jahrzehntelang stand Seat für erschwingliche Autos aus Spanien – jetzt ist Schluss. Der Volkswagen-Konzern zieht die Reißleine: Die traditionsreiche Marke verschwindet spätestens Ende 2029 vollständig vom Markt. Das berichtet die Wirtschaftswoche unter Berufung auf einen Vorstandsbeschluss, über den der VW-Aufsichtsrat am Donnerstag (3. September) abgestimmt hat.
VW will die Marke Seat auslaufen lassen. Stattdessen soll Cupra mehr in den Fokus rücken. © NurPhoto/Imago
Der Grund ist knallhart: Seat lohnt sich nicht mehr. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der Konzern 170.100 Fahrzeuge der Schwestermarke Cupra aus – bei Seat waren es nur noch 129.600. Cupra, 2018 als eigenständige Marke ausgegründet, hat die ältere Schwestermarke damit längst überholt.
Aus für Automarke Seat steht fest – allerdings erst in ein paar Jahren
In den internen VW-Unterlagen heißt es dazu laut BILD: „Eine Fortführung von Seat in der bisherigen Form würde zusätzliche Ressourcen binden, während die strategische Weiterentwicklung innerhalb der Markengruppe Cupra fokussiert werden soll.“ Allerdings ist nicht von heute auf morgen Schluss. VW will Seat „geordnet und kostenoptimal“ abwickeln.
Bestehende Kunden sollen weiterhin Service bekommen, laufende Verträge werden erfüllt. Zumindest noch für die kommenden Jahre. Im Konzernplan für 2030 taucht die Marke Seat dann nicht mehr auf. Ein VW-Sprecher wollte sich gegenüber BILD nicht konkret äußern: Interne Unterlagen würden in den zuständigen Gremien besprochen – „diesem Prozess greifen wir nicht vor.“
Ranking: Auf diese Automarken und Modelle fahren Deutsche am meisten ab
Fotostrecke ansehenVW-Sparmaßnahmen treffen nicht nur Seat
Das Ende von Seat ist nicht die einzige Maßnahme, die im Rahmen des nun beschlossenen Sparpakets kommen soll. Unter anderem sollen in den kommenden Jahren vier Werke in Deutschland geschlossen und weltweit rund 50.000 Stellen gestrichen werden.
Zudem könnten auch auf andere Automarken wie Porsche oder Audi Änderungen zukommen. Hintergrund des harten Sparkurses sind die wachsende Konkurrenz chinesischer Autobauer in Europa, Absatzprobleme auf dem chinesischen Markt sowie die US-Zölle unter Donald Trump. (Quellen: Wirtschaftswoche, Bild) (sp)