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München/Detroit (USA) – Am 13. September startet Amon-Ra St. Brown (26) in seine sechste NFL-Saison mit den Detroit Lions. Gegner im Heimspiel sind die New Orleans Saints (19 Uhr, Sky und RTL+). Damit beginnt auch der Countdown für das zweite NFL-Game in der Münchner Allianz Arena, in dem der deutsch-amerikanische Wide Receiver am 15. November (15.30 Uhr) mit den Lions auf die New England Patriots trifft.
Das Kick-off-Interview mit Amon-Ra St. Brown.
BILD: Wie viele Tickets haben Sie schon besorgen müssen für Ihr Heimspiel in München?
Ich glaube, 40 für meine Mutter (Miriam St. Brown, geb. Steyer stammt aus Leverkusen, d. Red.). Aber ich habe das alles unter Kontrolle (lacht). Auf jeden Fall ist es etwas Besonderes, in dem Land zu spielen, in dem ich mit meinen beiden Brüdern schon viel Zeit verbracht habe, zu Besuch bei Oma und Opa. Es ist für mich auch besonders, hier mit Fans in ihrer Sprache sprechen zu können. In München war ich auch schon zweimal, ich kenne die Stadt ein bisschen. München ist cool. Es ist für mich mit das Größte, mit meiner Mannschaft hier zu spielen.
Wie haben Sie das erste Münchner NFL-Game zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Seattle Seahawks vor bald vier Jahren erlebt?
Damals war Tom Brady noch dabei. Ich habe Videos auf Instagram gesehen. Die Fans waren krass, keiner ist nach dem Spiel nach Hause gegangen, alle haben „Sweet Caroline“ und „Country Roads“ gesungen. So eine Stimmung möchte ich auch erleben.

Lions-Receiver Amon-Ra St. Brown (links) scherzt mit Jayden Daniels von den Washington Commanders nach einem Pre-Season-Game
Foto: Getty Images via AFP
Apropos NFL-Legende Tom Brady, der siebenmal den Super Bowl gewann: Wann sehen wir Sie mit der Vince-Lombardi-Trophy?
Ich hoffe, diese Saison. Wir sind eine gute Mannschaft, wir haben gute Coaches. Ich glaube, wir haben eine gute Chance, zu gewinnen.
Und Ihre persönlichen Ziele?
Ich will jedes Spiel gewinnen, natürlich auch in München gegen einen starken Gegner. Meine persönlichen Ziele schreibe ich mir vor jeder Saison auf – aber welche das sind, behalte ich für mich.
Sie haben die Fußball-WM in Nordamerika live vor Ort erlebt.
Es war schön, all die Spiele zu sehen. Die Energie war da. Viele Leute, die hier vorher überhaupt kein Fußball geschaut haben, schauen jetzt mehr Fußball. Ich war auch in Toronto beim Kanada-Spiel gegen Bosnien. Natürlich habe ich Deutschland die Daumen gedrückt, und als sie ausgeschieden sind, was nicht so schön war, war ich für Frankreich, dann für Spanien. Und die sind Weltmeister geworden.
St. Brown: Darum lieben Deutsche American Football
Wäre es ein Traum, wenn es ein solches Welt-Turnier auch im American Football gäbe?
Ich würde sagen: Ja! Football ist weltweit noch nicht so groß wie Fußball. Aber in zwei Jahren bei den Olympischen Spielen in Los Angeles gibt es Flag Football. Das ist eine wertvolle Bühne für den American Football.
NFL-Commissioner Rodger Goodell sagte, dass 200 NFL-Spieler bei Olympia Flag Football spielen wollen. Sie auch?
Ich will für das Team Deutschland spielen. Ich weiß noch nicht, ob das klappt, aber ich hoffe es.
Wie sehen Sie den Weg der NFL, weltweit zu expandieren? Reguläre Spiele werden nicht nur in Deutschland ausgetragen, auch England, in Mexiko, Südamerika, Australien …
Ich glaube, die Strategie ist sehr gut. Football ist einer der größten Sports in Amerika, aber überall anders auf der Welt noch nicht. Fußball ist der größte Sport der Welt. Die NFL versteht, dass sie wachsen muss. Es wird jedes Jahr größer, und mit Flag Football, den auch Frauen spielen, bei Olympischen Spielen wird es zweimal so groß. Ich fühle mich gut dabei. Es ist auch meine Pflicht, meinen Sport in Deutschland größer zu machen.
Was glauben Sie: Warum wird American Football immer beliebter in Deutschland?
Man weiß nie, wer gewinnt. Wer den Super Bowl erreicht, wer den Super Bowl gewinnt. Jedes Jahr ist anders. Die Deutschen lieben das. Sie lieben, glaube ich, auch den Kontakt der Spieler, den Kampf, dass immer was passiert.
Wie stehen Sie als Spieler übrigens zu Halbzeit-Shows? Beim Super Bowl werden sie traditionell gefeiert, beim Finale der Fußball-WM wurde sie kritisiert.
Halbzeit-Show ist das Beste. Wir machen das im Super Bowl jedes Jahr. Ich glaube, das war auch bei der Fußball-WM geil. Ich bin ein großer Justin-Bieber-Fan, es war schön ihn zu sehen.