Bei Schalke wird der Punkt gefeiert – und das Spiel liefert vielen FCB-Gegnern wahrscheinlich die Blaupause, wie es gegen den übermächtigen Gegner klappen kann.

Es war der 15. Februar 2025: Bayer Leverkusen wollte das Titelrennen in der Bundesliga noch einmal spannend machen. Im Heimspiel gegen den FC Bayern München hatte die Werkself quasi ihre letzte Gelegenheit, noch einmal an den FCB heranzurücken, doch das Vorhaben misslang. Zwei Lattentreffer durch Jeremie Frimpong und Nathan Tella verzeichnete Bayer, das klar überlegen war. Von den Münchnern kam offensiv fast gar nichts – und deswegen nahmen die Gäste das 0:0 am Ende gerne mit.

Was das mit dem Duell zwischen dem FC Schalke 04 und dem FCB vom Samstagabend zu tun hat? Das Spiel in Leverkusen war die letzte Bundesliga-Begegnung ohne Münchner Treffer, bevor es nun wieder in Gelsenkirchen dazu kam, dass die Bayern beim 0:0 ohne eigenes Erfolgserlebnis blieben. Nach knapp 19 Monaten, nach 47 Liga-Partien mit Tor war es mal wieder so weit. Die Rekordserie des FCB ist gerissen.

Dass den Schalkern damit etwas gelungen ist, was wirklich nicht jede Mannschaft schafft, die gegen die Bayern spielt, wurde aus dem überbordenden Jubel nach Abpfiff deutlich. Dabei war die Ansage der Fans vor Spielbeginn noch eine andere gewesen: „Nicht der Bessere soll gewinnen, sondern immer Schalke“, lautete der Text der Choreo, die die Königsblauen präsentierten. Mit dem Unentschieden konnten sie am Ende als Aufsteiger aber trotzdem bestens leben – natürlich auch, weil der FC Bayern ganz klar der Bessere der beiden Kontrahenten gewesen war.

Warum spielten Kane, Olise und Musiala nicht von Beginn an auf Schalke?

Die einen jubelten über den Punkt, die anderen waren natürlich ein wenig frustriert – und wieder ging es um das Gewinnen: „Bayern ist nur zufrieden, wenn Bayern gewinnt“, sagte FCB-Coach Vincent Kompany mit einem leichten Lächeln bei Sky. Nach eigener Aussage hatte er angesichts des straffen Programms seiner Mannschaft die Wahl, ob er seine Top-Stars aus der Offensive entweder am vergangenen Mittwoch beim Pokalduell in Osnabrück oder auf Schalke über die gesamte Spieldauer bringen würde.

Er entschied sich in Gelsenkirchen deshalb dafür, Harry Kane, Michael Olise und Jamal Musiala zunächst auf der Bank zu lassen, was höchstwahrscheinlich auch eine Rolle dabei spielte, dass das Duell schließlich so ausging, wie es ausging.

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Denn in Abwesenheit des Top-Trios durften sich unter anderem von Beginn an Ismael Saibari in der Kane-Rolle und Lennart Karl nach seiner Verletzungspause auf dem rechten Flügel probieren. Mit überschaubarem Erfolg: Saibari verzeichnete acht Ballaktionen in 45 Minuten, Karl viele Ballverluste bei nicht geglückten Dribblings auf seiner Seite. Kompany griff bei beiden berechtigterweise ein und holte sie vom Feld. Und von der Bank kam nach und nach mit Michael Olise (170 Millionen Euro Marktwert), Jamal Musiala (100 Mio.), Harry Kane (60 Mio.) und Tom Bischof (40 Mio.) ein Hochkaräter nach dem anderen.

Die insgesamt 370 Millionen Euro Marktwert von der Bank brachten zwar vor allem im Fall von Olise zunächst viel neuen Schwung über die rechte Seite und auch ein minutenlanges Powerplay, das Schalke nur durch gelegentliche Befreiungsschläge unterbrechen konnte. Aber sie brachten nicht das Tor, das die Bayern benötigten, um die Serie weiterlaufen zu lassen.

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Ob der FCB nun eine neue starten kann, könnte auch davon abhängen, ob die kommenden Bundesliga-Gegner der Münchner sich nun die Schalker zum Vorbild nehmen: ein tiefer Block, viel Laufbereitschaft und Kampfgeist, ein starker Torhüter und etwas Glück brachten S04 den Punkt, den wohl auch Elversberg, Union Berlin und Augsburg in den kommenden Wochen in Angriff nehmen werden.

Nur ist nicht garantiert, dass dann Kane, Olise und Musiala erneut nicht die kompletten 90 Minuten zur Verfügung haben werden, um ihren Klub zufrieden zu machen. Denn: „Bayern ist nur zufrieden, wenn Bayern gewinnt“, wie schon Kompany am Samstag feststellte.