Moritz BarthoffAutorenfoto Moritz Barthoff06.09.202607:26

Elektro-Kleinwagen werden vielseitiger, gleichzeitig schrumpft im Segment das Verbrenner-Angebot. Ein Neuwagen mit Benzinmotor kostet heute rund 24.100 Euro.

„Kleinwagen sind nicht mehr automatisch auch bezahlbare Einstiegsmodelle“, schreibt der ADAC zu Beginn seiner Pressemitteilung. Die ADAC-Analyse zeigt: 2026 kostet ein neuer Kleinwagen mit Benzinmotor im Schnitt rund 24.100 Euro – rund 80 Prozent mehr als noch vor zehn Jahren.

Auch die Auswahl an Verbrennern wird kleiner: 2026 sind noch 46 Modelle im Handel – ein neuer Tiefststand. Diesel und andere Verbrennervarianten gibt es in dieser Klasse nicht mehr, wie der ADAC mitteilt.

Elektro-Kleinwagen günstiger als 2024 – aber knapp 5.000 Euro teurer als vor 10 Jahren

Bei Elektro-Kleinwagen zeigt der Trend in eine andere Richtung: 2026 gibt es 37 Modelle auf dem Markt. Der Durchschnittspreis sank gegenüber 2024 um mehr als neun Prozent auf rund 29.700 Euro. Trotzdem sind E-Kleinwagen aus Sicht des ADAC noch zu teuer. Vor zehn Jahren gab es zwar erst weniger als zehn Modelle – der Preis lag im Schnitt jedoch knapp 5.000 Euro unter dem heutigen Durchschnitt.

ANZEIGEEin Kleinwagen kostet im Schnitt 26.600 Euro – und damit 10.000 Euro mehr als 2017

2026 standen insgesamt 83 Kleinwagen zur Wahl, so viele wie zuletzt 2017. Über alle Antriebe hinweg bleibt das Preisniveau hoch und steigt leicht: Der Durchschnittspreis aller Kleinwagen lag bei rund 26.600 Euro und damit mehr als 10.000 Euro über dem Wert von 2017.

Opel Corsa Ein Opel Corsa ist heute 95 Prozent teurer als vor 2013. (Symbolbild) IMAGO / YAY Images

Der ADAC fordert die Hersteller auf, das Segment nicht zu vernachlässigen. Viele Verbraucher würden kein Überangebot an serienmäßigen Komfort- und Unterhaltungsfunktionen brauchen. An dieser Stelle besteht aus Sicht des Autoclubs Sparpotenzial. Nach den finanziellen Belastungen der vergangenen Jahre seien Verbraucher „auf günstige und bezahlbare Mobilität angewiesen“.

ANZEIGEOpel Corsa 95 Prozent teurer – Gewinnmarge bei Kleinwagen niedriger

Die Preisentwicklung erklärt sich nicht nur durch teurere Technik. Hersteller konzentrieren sich laut ADAC-Marktanalyse zunehmend auch auf größere Autos, weil bei diesen die Gewinnmargen höher sind. Das trägt der Analyse zufolge auch zum schrumpfenden Angebot im Kleinwagen-Segment bei.

Zugleich werden die verbliebenen Kleinwagen-Modelle so verteuert, „dass die Marge eben doch stimmt“. Das zeigt der Opel Corsa: Sein Basispreis stieg von 11.980 Euro (2013) auf 22.890 Euro (2026) – ein Plus von rund 95 Prozent.