Am Auerbacher Ring in Marzahn-Hellersdorf entsteht eine neue Schule für über 600 Schülerinnen und Schüler. Nun wird geprüft, ob daraus gemeinsam mit Berliner Hochschulen eine „Laborschule“ für Hellersdorf wird.

Gruppenfoto, Spatenstich für Schul-Campus Auerbacher Ring.

Am Auerbacher Ring in Hellersdorf wurde am 22. Juli 2026 der symbolische Spatenstich gesetzt. Die Schule am Auerbacher Ring soll bereits zu Beginn des Schuljahres 2027/2028 eröffnet werden. / © Foto: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

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Am Auerbacher Ring in Hellersdorf wächst ein neuer Schulstandort. Während auf dem Gelände bereits gebaut wird, laufen parallel Gespräche über ein besonderes pädagogisches Konzept. Die künftige Schule könnte eng mit mehreren Berliner Hochschulen zusammenarbeiten und zu einer sogenannten „Laborschule“ werden. Entschieden ist das allerdings noch nicht.

  • Bezirk: Marzahn-Hellersdorf
  • Adresse: Auerbacher Ring 21, 12619 Berlin
  • Projekt: Neuer Schulcampus mit Gemeinschaftsschule
  • Projektstatus: Im Bau
  • Kapazität: 625 Schülerinnen und Schüler sowie rund 60 Lehrkräfte

Am Auerbacher Ring 21 entsteht derzeit einer der größeren neuen Schulstandorte im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Der Campus umfasst nicht nur die neue Holz-Compartmentschule, sondern auch einen Modularen Ergänzungsbau, kurz MEB. Dieser ist für den Grundschulbetrieb vorgesehen. Der Bezirk will beide zunächst gemeinsam als Gemeinschaftsschule nutzen. Ein weiterer Grundschulneubau an der Carola-Neher-Straße/Maxie-Wander-Straße bleibt langfristig vorgesehen.

Schulstart am Auerbacher Ring schon 2027

Auch der Zeitplan ist inzwischen präzisiert worden. Zum Spatenstich im Juli 2026 hatte der Bezirk die Nutzung der neuen Integrierten Sekundarschule für das Schuljahr 2028/2029 angekündigt.

Die jüngste Antwort des Senats nennt dagegen einen früheren Start: Die Schule am Auerbacher Ring soll bereits zu Beginn des Schuljahres 2027/2028 eröffnet werden. Das passt zum Zeitplan des MEB, der voraussichtlich Ende des zweiten Quartals 2027 fertig wird. Die eigentliche Holz-Compartmentschule soll dagegen erst im Juni 2028 an den Bezirk übergeben werden.

Auerbacher Ring: Idee einer „Laborschule“ wird seit Jahren vorbereitet

Parallel zum Bau entwickelt die Alice-Salomon-Hochschule, kurz ASH, gemeinsam mit weiteren Beteiligten die Idee einer „Laborschule Berlin“. Dahinter steht eine enge Verbindung von Schule, Hochschule und Nachbarschaft. Lehramtsstudierende, Lehrkräfte, Fachleute aus den Erziehungswissenschaften und der Schulsozialarbeit könnten gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte bearbeiten. Außerdem soll sich die Schule stärker zum Quartier öffnen und den Stadtteil selbst als Lernort einbeziehen.

Die Überlegungen reichen weit zurück. Seit 2022 entwickeln die ASH und die nGbK Hellersdorf Ideen für eine solche staatliche Laborschule. Seit 2023 läuft dies auch im Rahmen des Projekts „Campus Transferale“. Unter dem Titel „Klassenzimmer der Zukunft“ wurden Kooperationen zwischen Hochschulen, Schulen, Kunst und Nachbarschaft erprobt. 2025 widmete sich eine Ausstellung ausdrücklich der künftigen Schule am Auerbacher Ring.

Die eingezäunte Fläche am Auerbacher Ring in Marzahn-Hellersdorf zeigt das künftige Baufeld der neuen Schule. Vor dem Baustart ist das Gelände noch unbebaut und von Wohnhäusern sowie Gehölzen umgeben.

Das Baufeld am Auerbacher Ring in Marzahn-Hellersdorf vor dem Beginn der Bauarbeiten. Auf der bislang unbebauten Fläche entsteht bis zum Schuljahr 2028/2029 eine neue Holz-Compartmentschule. / © Foto: ENTWICKLUNGSSTADT

Entscheidung über „Laborschule“ am Auerbacher Ring steht noch aus

Beteiligt am Konzept sind neben der Alice-Salomon-Hochschule auch die Humboldt-Universität, die Technische Universität und die Universität der Künste. Hinzu kommen das Jugendamt Marzahn-Hellersdorf, die Schulaufsicht, lokale Schulen, Anwohnende und der Landeselternausschuss. Nach Einschätzung der ASH besteht bei den beteiligten Hochschulen, der Schulaufsicht und dem Landeselternausschuss grundsätzlich Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit.

Damit ist die „Laborschule“ jedoch noch keine beschlossene Sache. Der Berliner Senat bezeichnet das Vorhaben zwar als interessant und innovativ, sieht sich derzeit aber noch nicht in der Lage, seine Realisierbarkeit abschließend zu bewerten. Bis Ende 2026 soll deshalb ein Planungsgespräch zwischen ASH, HU, TU und UdK stattfinden. Dabei soll es um die weitere Kooperation mit der Schule am Auerbacher Ring gehen.

Schulleitung für Schule am Auerbacher Ring wird kommissarisch besetzt

Ein wichtiger nächster Schritt folgt voraussichtlich im Frühjahr 2027. Dann soll die Position der Schulleitung zunächst kommissarisch besetzt werden. Anschließend könnten Gespräche über die konkrete Laborschul-Ausrichtung und mögliche Vereinbarungen mit den Hochschulen beginnen. Über das eigentliche pädagogische Konzept und das Schulprogramm entscheidet später die neu entstehende Schulgemeinschaft.

Zeitdruck besteht dennoch. Die ASH begleitet die Entwicklung derzeit im Projekt „Zwischenräume“, das im Dezember 2027 endet. Soll die Hochschule darüber hinaus an der „Laborschule“ mitwirken, müssten entsprechende Vereinbarungen rechtzeitig vorher vorbereitet werden.

Neue Schule am Auerbacher Ring

Am Auerbacher Ring entsteht ein neuer Schulcampus. Für die neue Schule wird eine Laborschul-Ausrichtung in Zusammenarbeit mit mehreren Berliner Hochschulen geprüft.

 

Quellen: Abgeordnetenhaus von Berlin, Schriftliche Anfrage 19/26870, Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf