Es ist einer der Höhepunkte ihrer Karriere, doch am Samstagabend muss Nyara Sabally an die Anfänge denken. „Ich bin in dieser Halle aufgewachsen und war hier jeden Tag beim Training“, sagt die 26 Jahre alte Centerin am Samstagabend in der Max-Schmeling-Halle. Mit der deutschen Basketball-Nationalmannschaft hat sie bei der Heim-WM gerade mit 74:58 gegen Japan gewonnen und damit einen wichtigen Schritt in Richtung Finalrunde gemacht.
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Für Sabally ist das Turnier etwas Besonderes. Sportlich, weil sie es wegen einer Wadenverletzung beinahe verpasst hätte. Aber vor allem persönlich, denn Sabally ist in Berlin aufgewachsen.
In Schöneberg wurde sie mit ihrer älteren Schwester Satou wegen ihrer Größe von einer Basketballtrainerin auf einem Spielplatz angesprochen. Über TuS Lichterfelde und das College in Oregon landete sie in der WNBA. 2024 gewann sie dort mit New York Liberty den Titel, mittlerweile spielt sie für Toronto Tempo.
Die Saballys sind eine Basketballfamilie
Mit der WM in Berlin schließt sich für Sabally ein Kreis. „Meine Familie sieht mich nicht oft spielen“, sagt Sabally. Deswegen sei es sehr cool, dass die WM in ihrer Heimat stattfindet und ihr Umfeld live dabei sein kann.
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Was die Bekanntheit in der breiten Öffentlichkeit angeht, sind die Wagners Deutschlands bekannteste Basketballfamilie, doch die Saballys stehen ihnen in nichts nach. Satou, 28, ist in der WNBA ein großer Star und spielt für New York, verpasst die WM allerdings wegen einer hartnäckigen Kopfverletzung. Nyara legt für Toronto bisher die beste Saison ihrer Karriere hin.
Lamin Sabally, 23, ist in diesem Sommer vom College nach Deutschland zurückgekehrt und steht mit Rasta Vechta vor seinem Debüt in der Basketball-Bundesliga. Amadou, Jahrgang 2010, spielt in der JBBL für das Nachwuchsteam von Alba Berlin. Vier von sieben Geschwistern sind Profibasketballer:innen oder träumen noch davon.
„Das war mein Leben“, sagte Heike Krone, die Mutter der Saballys, in einem Interview mit dem Tagesspiegel über den Alltag zwischen Fahrten zum Training, Turnieren am Wochenende und Bergen schmutziger Sportklamotten.
Dass sich die Mühe gelohnt hat, ist gegen Japan deutlich zu erkennen. Nyara Sabally ist eine der Schlüsselspielerinnen im deutschen Team und das, obwohl sie körperlich nicht in Bestform ist. Am 12. August hatte sie sich im Spiel gegen Dallas an der Wade verletzt. Ihre WM-Teilnahme wackelte und die Regularien der WNBA machten den Prozess nicht einfacher.
Nyara Sabally ist mit ihrer Physis nur schwer zu stoppen.
© imago/Max Vincen
Sie flog zwar vorzeitig nach Berlin, durfte aber bis zum Beginn der WM-Pause in der nordamerikanischen Profiliga keinen Kontakt zum Nationalteam haben. Es war ein Lauf gegen die Zeit, doch Sabally wurde fit. Bei der deutlichen Auftaktniederlage gegen Spanien am Freitag war ihr noch anzusehen, dass ihr die Spielpraxis fehlt, gegen Japan sah es schon deutlich besser aus.
Das betonte auch Olaf Lange. Der Bundestrainer kennt Sabally ausgezeichnet, war schon in New York und nun auch in Toronto ihr Co-Trainer. „Ich war sehr überrascht, wie gut und wie lange Nyara heute spielen konnte“, sagte Lange. In Toronto habe sie in dieser Saison stets ausgesetzt, wenn es zwei Spiele an aufeinanderfolgenden Tagen gegeben habe.
Das ist eine besondere Situation. Wir sind in Berlin, ihre Familie ist hier.
Bundestrainer Olaf Lange über Nyara Sabally und die WM in Berlin
Doch hier geht es nicht um ein Ligaspiel. Eine WM in der Heimatstadt ist eine einmalige Gelegenheit im Leben einer Sportlerin, noch dazu, wenn man wie das deutsche Team von einer Medaille träumt. „Das ist eine besondere Situation. Wir sind in Berlin, ihre Familie ist hier“, sagt Lange.
Am Samstag setzte er gleich in der Starting Five auf Sabally. Für die deutlich kleineren Japanerinnen war sie mit ihrer Größe von 1,93 Metern, kombiniert mit Kraft und Dynamik, kaum zu stoppen. Am Ende standen 18 Punkte und neun Rebounds zu Buche. „Nyara ist unheimlich wichtig für uns“, sagt Lange.
Gruppenfinale gegen Mali
Der Bundestrainer warnt zwar davor, die Erwartungen an Sabally zu groß werden zu lassen, schließlich kann eine solche Belastung nach einer Verletzung auch Rückschläge verursachen. Doch am Montag (17.50 Uhr, Magenta und Pro7Maxx) gegen Mali dürfte sie noch mindestens genauso wichtig werden wie gegen Japan. Alle vier Teams in der Gruppe gehen mit einem Sieg und einer Niederlage ins letzte Spiel. Mit einem Sieg ist Deutschland mindestens Zweiter, eine Niederlage könnte das Vorrundenaus bedeuten.
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Mit ihrer Mischung aus Physis und basketballerischen Fähigkeiten gibt Nyara Sabally dem deutschen Team eine neue Dimension. Sie kann Dreier werfen, sich mit ihrer Wucht in der Zone aber auch schwierige Würfe erarbeiten. „Nyaras Präsenz gibt uns sehr viel“, sagt Lange.