Neue Einnahmen

Pornos sollen Ukraine-Krieg unterstützen

Aktualisiert am 06.09.2026 – 10:19 UhrLesedauer: 2 Min.

Ukrainische Soldaten in Oblast Donezk: Die Ukraine ist auf finanzielle Hilfen aus Europa angewiesen.Vergrößern des Bildes

Ukrainische Soldaten in Oblast Donezk: Das Militär könnten von zusätzlichen Einnahmen profitieren. (Quelle: Iryna Rybakova/reuters)

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Pornografie ist in der Ukraine verboten. Das könnte sich ändern, auch um das Militär zu stärken.

In der Ukraine gibt es Bestrebungen, die Pornoindustrie zu legalisieren, um mit den gewonnenen Steuereinnahmen den Verteidigungskrieg gegen Russland finanzieren zu können. So soll der Staat 21,5 Millionen Euro zusätzlich einnehmen, berichtet das „Wall Street Journal“.

Aktuell ist Pornografie in der Ukraine gesetzlich verboten. Dennoch gibt es eine verbreitete Industrie, die durch das Zahlen von Bestechungsgeldern floriert. Weitere Ukrainer fahren zeitweise ins Ausland, um dort Pornos zu drehen.

Jaroslaw Zhelezniak, Oppositionsabgeordneter und Vorsitzender des Finanzausschusses im ukrainischen Parlament, führt eine Kampagne zur Legalisierung. Ein von ihm Gesetzentwurf verfasster Gesetzesentwurf wartet nach einer erfolgreichen ersten Lesung im Juli nun auf seine zweite Lesung im Parlament. Bereits im vergangenen Jahr hatte eine andere Kampagne mehr als 25.000 Unterschriften gesammelt und war Präsident Wolodymyr Selenskyj vorgelegt worden. Der erklärte damals, das Parlament werde die Gesetzgebung zur Legalisierung von Pornografie prüfen.

Pornoverbot in der Ukraine: „Eine tragikomische Situation“

Die ukrainischen Behörden waren zuletzt verstärkt gegen die Pornoindustrie vorgegangen, insbesondere nachdem Fenix International, britische Muttergesellschaft des Anbieters OnlyFans, den ukrainischen Steuerbehörden Daten von Tausenden Ukrainern übermittelt hatte. Demnach verdienten im Jahr 2023 7.900 Ukrainer mehr als 113 Millionen Dollar mit OnlyFans. OnlyFans-Models in der ganzen Ukraine erhielten in der Folge Briefe von den Behörden. Ihnen droht eine Anklage sowohl wegen Steuerhinterziehung als auch wegen der illegalen Produktion von Pornografie.

Politiker Zhelezniak will die Situation ändern. „Diese Frauen zahlen entweder keine Steuern und werden dafür strafrechtlich verfolgt, oder sie zahlen Steuern und werden wegen Verstoßes gegen die Pornografiegesetze angeklagt.“ Er findet: „Es ist eine tragikomische Situation.“

Die zusätzlich eingenommen Steuern könnten in die Verteidigung investiert werden. Zwar verändere die Summe den Verteidigungshaushalt nicht wesentlich, aber sie würde ausreichen, um 30.000 Drohnen zu finanzieren, schreibt das „Wall Street Journal“.