Ganz in Weiß, ein schwarzer Haarschopf und dieses Lächeln: Auch 35 Jahre nach seinem Tod ist Roy Black noch immer einer der bekanntesten Augsburger überhaupt. Jetzt kehrt der Schlagerstar sogar auf die Bühne zurück – als Hauptfigur eines neuen Musicals. Und ausgerechnet der Mann, der Roy dort verkörpern wird, kommt zuvor nach Gersthofen. Für das AUGSBURG JOURNAL ist das auch ein Anlass, noch einmal ganz besondere Erinnerungen an den Menschen hinter dem Star hervorzuholen.
Gerhard Höllerich wurde zu Roy Black – und Roy Black zu einem der größten deutschen Schlagerstars seiner Zeit. „Ganz in Weiß“ machte ihn 1966 endgültig zum Publikumsliebling. 60 Jahre später ist das Lied noch immer untrennbar mit ihm verbunden.
Nun bekommt sein Leben erneut eine große Bühne: Im Februar 2027 soll im RevuePalast Ruhr in Herne „Roy – Das Musical“ Premiere feiern. Erzählt werden soll dabei nicht nur die glänzende Karriere, sondern ausdrücklich auch vom Menschen hinter der Kunstfigur Roy Black – von Erfolgen und Liebe ebenso wie von Krisen, Zweifeln und den Schattenseiten des Ruhms.
Die Hauptrolle übernimmt ein Mann, den Roy-Black-Fans in unserer Region schon vorher erleben können: Kay Dörfel.
Erst Gersthofen, dann die Musical-Bühne
Am 1. Oktober steht Dörfel mit seiner Show „Die Legende Roy Black“ in der Stadthalle Gersthofen auf der Bühne. Als Stargast ist Peter Orloff dabei, der Roy Black persönlich kannte und auch für ihn arbeitete. Das AUGSBURG JOURNAL präsentiert den Abend als Medienpartner. Beginn ist um 19.30 Uhr.
Der Termin könnte kaum passender liegen. 2026 kommen gleich zwei große Roy-Black-Jubiläen zusammen: „Ganz in Weiß“ wird 60 Jahre alt, am 9. Oktober jährt sich der Tod des Sängers zum 35. Mal.
Und Dörfels Beschäftigung mit seinem Idol endet nicht mit der Tournee: Wenige Monate später soll er Roy Black auch im neuen Musical verkörpern.
Für Augsburg ist Roy Black aber ohnehin weit mehr als eine Figur aus der deutschen Schlagergeschichte.
Hier erinnern sich bis heute Menschen an Gerhard Höllerich.
Der Mann hinter Roy Black
Einer von ihnen ist Fotograf Peter Bischoff. Für das AUGSBURG JOURNAL öffnete er erst vor wenigen Monaten sein ganz persönliches Roy-Black-Archiv.
Die beiden lernten sich 1968 in Augsburg kennen. Aus einzelnen Begegnungen wurde eine jahrzehntelange Zusammenarbeit – und Freundschaft. Zwischen 1970 und Roy Blacks Tod 1991 fotografierte Bischoff den Sänger nach eigener Erinnerung für rund 70 große Reportagen, viele davon exklusiv.
Und darunter waren Situationen, an die heute wohl jeder People-Fotograf gerne noch einmal zurückreisen würde.
1970 begleitete Bischoff Roy Black beispielsweise nach Bangkok, wo der Musikfilm „Wenn Du bei mir bist“ entstand. Kurz darauf stand der Sänger gemeinsam mit Uschi Glas für „Wer zuletzt lacht, lacht am besten“ vor der Kamera.
Doch besonders sind vor allem jene Bilder, die Roy Black eben nicht nur als Star zeigen.
Hochzeit, Flitterwochen und die Hütte am Silbersee
1974 durfte Bischoff die Hochzeit von Roy Black und Silke Vagts in München fotografieren. Anschließend begleitete er das frisch verheiratete Paar sogar auf dessen Flitterwochen nach Griechenland.
Zwei Jahre später folgte eine Homestory an einem Ort, der später auf tragische Weise mit Roy Blacks Leben verbunden bleiben sollte: seiner geliebten Fischerhütte am Silbersee in Urnau.
Dorthin nahm der Sänger Bischoff mit, um sich abseits von Bühne, Kameras und kreischenden Fans fotografieren zu lassen. In eben jener Hütte wurde Roy Black am 9. Oktober 1991 tot aufgefunden. Er war gerade einmal 48 Jahre alt.
Wenn Bischoff heute an ihn zurückdenkt, beginnt seine Erinnerung deshalb nicht mit Schallplattenverkäufen oder Fernsehshows. Für ihn war Roy vor allem „ein guter Freund“, mit dem er viele besondere Erlebnisse verband.
60 Jahre später noch immer „Ganz in Weiß“
Wie gewaltig Roy Blacks Erfolg einst war, zeigt allein sein größter Hit. „Ganz in Weiß“ erreichte im März 1966 Platz eins der deutschen Hitparade und wurde zum Millionenerfolg.
Dass sein Leben jetzt erneut zum Musical wird, zeigt aber auch: Die Faszination beschränkt sich längst nicht auf einen alten Schlager.
Der Künstler Roy Black ist deutsche Popgeschichte.