Gesetzliche Vorgabe unterboten

Nächster Anbieter nennt Kosten für neues Altersvorsorgedepot

  • Christine Holthoff

06.09.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 3 Min.

Eine Frau sichtet ein Dokument: Das Altersvorsorgedepot startet erst 2027, doch erste Anbieter werben schon jetzt mit niedrigen Kosten.Vergrößern des Bildes

Eine Frau sichtet ein Dokument: Das Altersvorsorgedepot startet erst 2027, doch erste Anbieter werben schon jetzt mit niedrigen Kosten. (Quelle: Miljan Živković/getty-images-bilder)

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Nach Scalable legt nun auch Quirion ein günstiges Angebot für das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot vor. Verbraucherschützer raten dennoch zur Geduld.

Der Wettbewerb um das neue staatlich geförderte Altersvorsorgedepot nimmt Fahrt auf. Nachdem der Neobroker Scalable bereits ein gebührenfreies Standarddepot angekündigt hatte, zieht der digitale Vermögensverwalter Quirion nach und nennt konkrete Details zu seinem Angebot.

Das Altersvorsorgedepot startet zum 1. Januar 2027 und soll die Riester-Rente ablösen. Sparer können dann staatlich gefördert in Fonds und ETFs investieren. Ziel ist es, langfristig höhere Renditechancen zu ermöglichen als bei vielen bisherigen Riester-Produkten. Entscheidend dafür sind vor allem die Kosten. Denn selbst kleine Gebührenunterschiede können über Jahrzehnte einen großen Teil der Rendite aufzehren. Lesen Sie hier, was ETFs sind und wie Sie damit Geld anlegen.

Quirion setzt auf Vanguard-ETFs

Die Digitaltochter der Quirin Privatbank plant, das gesetzlich vorgesehene Standarddepot gemeinsam mit dem US-Vermögensverwalter Vanguard umzusetzen. Vorgesehen sind zwei breit gestreute ETFs: ein weltweiter Aktien-ETF und ein Anleihe-ETF. Konkret sollen der Vanguard FTSE Global All-Cap mit laufenden Fondskosten von 0,07 Prozent pro Jahr und der Vanguard Global Aggregate Bond EUR Hedged mit 0,08 Prozent pro Jahr zum Einsatz kommen. Lesen Sie hier, was Anleihen sind und was sie Ihnen bringen.

Eigene Abschlussgebühren oder Provisionen will Quirion nicht verlangen. Auch das Angebot selbst soll nach Angaben des Unternehmens kostenfrei starten. Damit positioniert sich Quirion ähnlich offensiv wie Scalable, setzt aber zugleich auf eine fest definierte ETF-Kombination mit Vanguard.

Das Standarddepot ist als einfache Variante für Sparer gedacht, die ihr Altersvorsorgedepot nicht selbst zusammenstellen wollen. Gesetzlich vorgeschrieben ist dabei eine Kombination aus einem chancenorientierten und einem risikoärmeren Fonds. Neben dem Standarddepot können Anbieter auch weitere Altersvorsorgedepots anbieten, etwa für Anleger, die stärker selbst bestimmen möchten, welche ETFs oder Fonds sie besparen.

Scalable hatte Preiskampf eröffnet

Scalable hatte zuvor angekündigt, für die Standardversion des Altersvorsorgedepots keine Gebühren für Depotführung, Sparpläne sowie Käufe und Verkäufe zu verlangen. Kosten sollen dort lediglich innerhalb der eingesetzten ETFs entstehen. Diese laufenden Fondskosten sollen laut Scalable bei maximal 0,15 Prozent pro Jahr liegen; im ersten Jahr will der Anbieter sie auf 0,00 Prozent senken.

Der gesetzliche Kostendeckel für das Standarddepot liegt bei 1 Prozent jährlicher Effektivkosten. Verbraucherschützer hatten diese Grenze als zu hoch kritisiert. Die ersten Angebote zeigen nun, dass einzelne Anbieter deutlich darunter bleiben wollen.