
AUDIO: Nachrichten aus dem Studio Norderstedt 16:30 Uhr – 04.09.2026 (2 Min)
Stand: 04.09.2026 16:36 Uhr
Das Landgericht Kiel hat einen Mann unter anderem wegen Sozialversicherungsbetrugs zu vier Jahren Haft verurteilt. Jetzt hat der Geschäftsführer Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.
Das Landgericht Kiel hatte am Freitag einen Mann unter anderem wegen Sozialversicherungsbetrugs in 48 Fällen zu einer Haftstrafe von vier Jahren verurteilt. Einer Gerichtssprecherin zufolge hat der Geschäftsführer mittlerweile Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt, sodass sich als nächstes der Bundesgerichtshof mit dem Verfahren beschäftigen wird.
Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung
Das Landgericht sah es als er erwiesen, dass der Mann nicht nur für Schwarzarbeit, sondern zudem für Steuerhinterziehungen in 49 Fällen, Urkundenfälschung und gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern verantwortlich sei. Der Angeklagte war im Laufe des Verfahrens geständig. Der Prozess gegen den Geschäftsführer von fünf Reinigungsfirmen, unter anderem in Norderstedt (Kreis Segeberg), begann Anfang August.

Die Prozessbeteiligten hatten eine Verständigung erzielt und den Prozess so verkürzt. Der Angeklagte hat nun Rechtsmittel eingelegt.
Ursprünglich waren mehr als 20 Verhandlungstage bis November geplant. Eine sogenannte strafrechtliche Verständigung hat aber dafür gesorgt, dass nicht einmal drei Wochen nach Prozessauftakt ein Urteil verkündet werden konnte. Dabei handelt es sich um eine gerichtsinterne Absprache, bei der sich alle Prozessbeteiligten darauf einigen, dass der Angeklagte ein Geständnis ablegt und im Gegenzug die Zusage für einen milderen, klar eingegrenzten Strafrahmen erhält.
Verurteilter seit Razzia im Februar in Untersuchungshaft
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von 4 Jahren und 1 Monat gefordert, die Verteidigung 3 Jahre und 11 Monate. Der jetzt verurteilte Mann war seit Februar in Untersuchungshaft. Damals hatte der Zoll bundesweit Durchsuchungen durchgeführt, unter anderem in Norderstedt (Kreis Segeberg), Pinneberg und Lübeck. Es ging um den Verdacht, dass der 43-jährige Inhaber mehrerer Reinigungsunternehmen Sozialversicherungsbeiträge in Millionenhöhe vorenthalten haben soll.
Zwischen März 2024 und Februar 2026 hatte der Mann ausländische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigt. Allerdings waren die zum Teil weder bei der Sozialversicherung noch beim Finanzamt angemeldet. Einige hatten auch keinen erforderlichen Aufenthaltstitel. Darüber hinaus hat der Mann Bankkonten mithilfe gefälschter Dokumente eröffnet.

Ein Unternehmer soll Personal nicht zur Sozialversicherung angemeldet haben. In SH gab es mehrere Durchsuchungen.

Mehr als zwei Jahre lang soll ein Mann Mitarbeiter ohne Anmeldung bei der Sozialversicherung und teils ohne Aufenthaltstitel beschäftigt haben.