Torschütze Josip Bekalo jubelt mit Mads Pedersen (l.) und Jon Dagur Thorsteinsson (r.)

Stand: 06.09.2026 • 15:38 Uhr

Hertha BSC überzeugt auch gegen den 1. FC Magdeburg mit viel Widerstandskraft und ist nach dem 2:1 (1:1)-Erfolg alleiniger Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga.

Josip Brekalo traf im Olympiastadion in der 10. Minute zur frühen Berliner Führung. Falko Michel (31.) besorgte den Ausgleich für Magdeburg, nach der Pause erzielte Oluwaseun Adewumi (47.) das Siegtor für die Berliner, die nach dem vierten Sieg im vierten Spiel den 1. FC Nürnberg an der Tabellenspitze ablösten.

Für die starken Magdeburger gab es nach zuletzt drei Siegen ohne Gegentor (zwei in der Liga, einmal im Pokal) wieder einen Dämpfer. FCM-Coach Petrik Sander gratulierte der Hertha im Sportschau-Interview zur Tabellenführung, lobte aber auch seine Mannschaft: „Wir haben gezeigt, dass wir nicht weit weg sind. Wir haben hier ein sehr gutes Zweitligaspiel geliefert.“

Herthas Coach Stefan Leitl durfte nach dem nächsten Erfolgserlebnis den perfekten Saisonstart erklären: „Wir haben uns in den 17 Monaten, seit ich hier bin, kontinuierlich weiterentwickelt“, sagte Leitl am Sportschau-Mikrofon. „Die Jungs wissen, was ich von ihnen erwarte. Wir wollen einen attraktiven Fußball spielen. Es freut mich, dass sie sich belohnen.“

Brekalo trifft beim ersten guten Hertha-Angriff

Beide Teams neutralisierten sich vor 60.000 Zuschauern in der Anfangsphase im Mittelfeld – als die Berliner nach knapp zehn Minuten erstmals etwas Raum bekamen, stand es gleich 1:0. Ausgangspunkt war ein energischer Antritt von Kevin Sessa, der im Zentrum an zwei Magdeburgern vorbeikam und das Feld aufmachte. Mads Pedersen legte Brekalo den Ball perfekt in den Lauf, der Hertha-Kapitän traf mit viel Präzision, der Ball ging vom rechten Innenpfosten über die Linie.

Magdeburg musste nun aus der Deckung kommen, wirkte aber hinten bei den schnellen Berliner Angriffen anfällig: Soufian Gouram (16.) war nach einer Vorlage von Jon Thorsteinsson auf dem Weg zum 2:0, hatte schon Keeper Dominik Reimann umkurvt, brachte den Ball aber nicht im Kasten unter. Reimann wehrte auch den Nachschuss ab, bevor Schiedsrichter Florian Exner die Aktion wegen einer vorausgegangenen Abseitsstellung einkassierte.

Magdeburg vom Rückstand unbeeindruckt – Michel mit dem Ausgleich

Nach 20 Minuten bekam Magdeburg mehr und mehr Kontrolle. Doch die Berliner blieben zweikampfstark und hellwach in der Defensive. Moritz Kwarteng kam mal zum Abschluss, sein Direktschuss aus knapp 20 Metern verfehlte das Tor aber knapp.

Es brauchte eine Ecke, um die Hertha-Abwehr zu knacken: Baris Atik drehte den Ball perfekt vom Tor weg in Richtung Elfmeterpunkt, Michel verschaffte sich mit einem geschickten Körpereinsatz gegen Gouram Platz und köpfte mit Wucht ins rechte Eck.

Die Magdeburger blieben am Drücker: Nach einem Steilpass war Mateusz Zukowski schon vorbei am herausstürmenden Marius Gersbeck, bevor Herthas Keeper doch noch eine Hand an den Ball bekam und den Rückstand verhinderte.

Aber auch die Hertha hätte vor der Pause fast noch einmal getroffen: Thorsteinssons Kopfball nach einer Ecke hätte genau gepasst, aber Reimann reagierte stark und kratzte den Ball über die Latte.

Adewumi trifft sofort nach der Pause

Dafür gingen die Berliner gleich nach Wiederanpfiff erneut in Führung: Wieder war Thorsteinsson beteiligt, der den Ball vom rechten Strafraumeck mit viel Übersicht querlegte, der zur Pause eingewechselte Adewumi brauchte nur noch einzuschieben.

Magdeburg legte sofort den Schalter um, drängte auf den Ausgleich: Zukowski wurde bei seinem Schuss aus kurzer Distanz noch im letzten Moment abgeblockt (51.). Fünf Minuten später lag der Ball dann im Tor der Berliner: Nach einem Fehlpass von Keeper Gersbeck traf Kwarteng zum vermeintlichen Ausgleich, doch nach VAR-Überprüfung wurde das Tor wegen einer Abseitsstellung wieder einkassiert.

Erst Gelb-Rot gegen Seguin, dann gegen Müller

Die Hertha stand weiter unter Druck – und geriet nach etwas mehr als einer Stunde in Unterzahl: Paul Seguin, bereits verwarnt, kam im Mittelfeld gegen Zukowski zu spät – und musste mit Gelb-Rot vom Platz. Kurz nach dem Platzverweis hätten die Berliner dennoch fast das 3:1 nachgelegt: Niklas Kolbe kam nach einer Ecke zum Kopfball, Alexander Nollenberger rettete für seinen bereits geschlagenen Keeper Reimann auf der Linie.

Die Gäste aus Magdeburg drängten die Berliner jetzt komplett hinten rein. Michels Schuss aus rund 20 Metern hätte fast zum Ausgleich geführt, der abgefälschte Ball senkte sich gefährlich, blieb aber an der Torlatte hängen (68.). Fünf Minuten später beraubten sich die Magdeburger ihres Vorteils: Tobias Müller holte im Mittelfeld Adewumi von den Beinen – ein viel zu ungestümer Einsatz, zumal der FCM-Innenverteidiger auch bereits verwarnt war. Schiedrichter Exner stellte Müller auch vom Platz, der aber zuvor noch ein paar Nettigkeiten mit einigen Berlinern austauschte – es war jetzt auch einiges an Gift im Spiel.

Es ging mit Zehn-gegen-zehn in die Schlussphase, die Hertha ließ die nächste Großchance zur Vorentscheidung liegen: Der kurz zuvor eingewechselte Luca Schuler hatte komplett freie Bahn, jagte den Ball aber aus knapp zehn Metern über den Kasten (74.).

Magdeburg suchte weiter den Weg in Richtung Berliner Tor, blieb aber im Abschluss glücklos: Nollenberger ließ fünf Minuten vor dem Abpfiff die beste Chance zum Ausgleich liegen, brachte den Ball aus spitzem Winkel an Keeper Gersbeck, aber auch am Tor vorbei.

Hertha in Osnabrück, Magdeburg gegen Kaiserslautern

Die Hertha ist am 5. Spieltag beim VfL Osnabrück zu Gast (Sonntag, 13.30 Uhr). Magdeburg empfängt am Samstagmittag (13 Uhr) den 1. FC Kaiserslautern.