Frauenfußball
Stand: 06.09.2026 17:25 Uhr
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben die richtige Antwort auf das Aus in der Champions-League-Qualifikation gegeben. Das Team von Trainer Stephan Lerch drehte gegen ein starkes Werder Bremen spät das Spiel und siegte 3:2 (0:1).
Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die „Wölfinnen“, als hätten sie gerade einen Titel gewonnen. Dank zwei späten Toren von der eingewechselten Camilla Küver (88./90.4), ihres Zeichens Innenverteidigerin, feierte Wolfsburg am Sonntag den dritten Sieg im dritten Bundesliga-Spiel.
Für den Vizemeister, der am Mittwochabend im Elfmeterschießen an Inter Mailand gescheitert war, sah es gegen die Bremerinnen, für die Luna Vazeir (14.) und Elena Dhont (64.) getroffen hatten, lange nach der nächsten Pleite aus. Doch am Ende war die Freude genauso groß wie die Erleichterung. Den dritten Wolfsburger Treffer erzielte ausgerechnet Mara Alber (57.), die in Mailand noch den entscheidenden Elfmeter verschossen hatte.

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„Unglaublich“ – Matchwinnerin Küver fehlen die Worte
„Es ist wirklich sehr verrückt. Und ich muss, glaube ich, erst noch realisieren, dass der Ball da in der letzten Sekunde noch hinter der Linie war. Es ist Wahnsinn“, sagte Matchwinnerin Küver. „Ich gehe mit nach vorne und schieße zwei Tore. Es ist unglaublich.“
Kurios: Wolfsburg blieb durch den Last-Minute-Sieg wettbewerbsübergreifend auch im 21. direkten Duell mit Werder ungeschlagen (Bilanz: 19-2-0). So dicht wie diesmal waren die Bremerinnen noch nie an ihrem ersten Sieg. „Der Fußball-Gott war nicht auf unserer Seite“, sagte die enttäuschte neue Werder-Kapitänin Michelle Ulbrich. „Sonst hätten wir das mit etwas Glück noch über die Zeit bringen können.“ Aber der Wolfsburger Druck sei am Ende „immens“ gewesen.
Carleer lädt Bremen zur Führung ein – 0:1
Lerch hatte im Vergleich zur verdienten Pleite in Mailand mit Lou Bogaert, Sophia Kleinherne und Joelle Wedemeyer gegen Werder gleich drei neue Verteidigerinnen aufgeboten. Verzichten musste der Coach auf Weronika Arasniewicz, die bis auf Weiteres fehlt, weil sie mit Polen bei der U20-WM spielt.
Den nächsten Rückschlag gab es für die VfL-Frauen in der 14. Minute. Lieske Carleer spielte im eigenen Strafraum einen haarsträubenden Fehlpass genau in die Füße von Vazeir. Die Belgierin fackelte nicht lange und schoss den Ball ins leere Tor. Keeperin Stina Johannes hatte sich selbst für einen Pass angeboten und konnte deshalb nicht mehr eingreifen – 0:1.

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Die VfL-Frauen verspielten gegen Inter Mailand die 2:0-Führung aus dem Hinspiel und in der Verlängerung das schon sicher geglaubte Weiterkommen.
Wolfsburg findet keine Lücke
Die Bremerinnen machten ihre Sache gut. Die einzige Wolfsburgerin, die gegen die tiefstehenden Gäste wirklich mal ins Dribbling ging, war einmal mehr Cora Zicai. Doch die Nationalspielerin, bisher die beste VfL-Scorerin, wurde oft gedoppelt und lief sich immer wieder fest. Nur einmal musste Keeperin Mariella El Sherif eingreifen, hatte mit dem Schuss von Zicai aber keine Probleme (32.). Gleiches galt beim Schuss von Lilli Purtscheller für Johannes auf der anderen Seite (42.).
„Wölfinnen“ jubeln und pennen
Auch zu Beginn der zweiten Hälfte blieb vieles Stückwert. Wenngleich die „Wölfinnen“ nun versuchten, das Tempo deutlich zu erhöhen. Mehr als einen Schuss von Ella Peddemors (56.), der knapp am Tor vorbeirauschte, brachten sie zunächst aber nicht zustande.

Werder Bremen hätte sich in Wolfsburg zumindest einen Punkt verdient gehabt.
Doch die Niederländerin riss nun das Spielgeschehen an sich. Ihre Freistoßhereingabe köpfte Alber zum Ausgleich ein – 1:1 (57.). Jokerin Alber war nach ihrer Einwechslung gerade mal eine Minute auf dem Platz. Beinahe hätte Peddemors dann auch noch auf 2:1 gestellt. Ihr Weitschuss aufs leere Tor, El Sherif stand weit vorn, landete auf dem Netz (60.).
So hart sich die Gastgeberinnen den Ausgleich erarbeitet hatten, so leichtfertig gaben sie das Spiel wieder aus der Hand. Nach einer Ecke von Vanzeir kam Dhont vollkommen frei zum Kopfball und stellte den alten Abstand wieder her – 1:2 (64.). Allerdings verpassten es die Bremerinnen auch, durch Mei Shimada sogar noch einen Treffer nachzulegen (69.).
Werder lässt die Chancen zur Vorentscheidung liegen
Die Schlussphase begann mit einem Knalleffekt. Peddemors stemmte sich gegen die drohende Niederlage. Nach einem feinen Tänzchen am Bremer Strafraum zog sie ab, aber El Sherif lenkte den Ball gerade noch an die Unterkante der Latte (75.). Zehn Minuten später rutschte ein abgefälschter Schuss von Peddemors knapp am Pfosten vorbei.
Doch Werder stellte sich nicht etwa hinten rein. Johannes verhinderte gegen Shimada mit Mühe und Not die Vorentscheidung (81.). Beim Lattentreffer von Dhont hatte die Keeperin auch noch die Fingerspitzen am Ball (85.).
Wolfsburg schlägt zum Schluss eiskalt zu
Umso bitterer waren die Schlussminuten für die Bremerinnen. Zunächst führte der schönste Spielzug der Partie zum Ausgleich: Einen Flugball von Sarai Linder nahm Svenja Huth perfekt an und spielte vor dem Tor quer – Küver musste nur noch den Fuß hinhalten (88.). Dann flankte Huth und Küver köpfte, über die Unterkante der Latte prallte der Ball klar hinter die Linie – 3:2 (90.+4). Danach war sofort Schluss. Der Rest war Wolfsburger Jubel.
Ende
06.09.2026
14:00 Uhr
Aufstellung
S. Johannes – L. Bogaert (56. S. Linder), L. Carleer (66. C. Küver), S. Kleinherne, J. Wedemeyer (79. T. Bjelde) – J. Minge – E. Peddemors, S. Vallotto (66. K. Piljic) – C. Zicai (56. M. Alber), S. Huth – L. Prašnikar
M. El Sherif – W. Zieniewicz, J. Magerl (70. S. Gutmann), M. Ulbrich, M. Weiß – J. Wirtz, M. Gmeineder – I. Jaron (58. E. Dhont), L. Vanzeir (70. S. Ernst), L. Purtscheller (58. M. Dešić) – M. Shimada (81. M. Penner)
Fußball, Bundesliga Frauen