Einfach mal selber Musik aufnehmen und schauen, was geht. Davon träumen nicht wenige Jugendliche. Dass so ein Wunsch greifbar nahe sein kann, zeigte der Düsseldorfer Verein Krass mit seinem mobilen Tonstudio. Ein Sprinter – liebevoll „Mover“ genannt – voll mit Aufnahmetechnik, hatte Station auf dem Zakk-Straßenfest gemacht. Das Besondere an dem Angebot: „Es ist für die Kids komplett kostenlos, weil wir damit die Kreativität fördern wollen und Musik machen ein wichtiges Ausdrucksmittel sein kann“, erklärte Stefan von dem Verein die Idee dahinter. Denn der „Mover“ tourt durch die Stadt und kooperiert dabei mit verschiedensten Einrichtungen.
Schräg gegenüber gab es eine Besonderheit zu verkosten: echten Flinger-Honig, den fleißige Bienen an der Ronsdorfer- und der Erkrather Straße gesammelt hatten. „Der süß-herbe Geschmack kommt von den Kastanien und Linden, die dort wachsen“, erklärte Norbert Münst. Gemeinsam mit Stefan Pischke hat er in einem Hinterhof an der Erkrather Straße sechs Bienenstöcke. Seit 2010 gewinnen die beiden dort regelmäßig Honig. „Ich wundere mich immer, wie unterschiedlich das Ergebnis jedes Jahr schmeckt“, sagte Münst und führte die Variationen vor allem auf den Einfluss des Wetters zurück, das sich auf die Blütenstände der Bäume auswirkt.
Fotograf Christoph Wolf hatte seine gesammelten Schätze ausgebreitet. Konzertplakate aus den Achtzigern von den Stones, R.E.M. oder den Ramones. „Die habe ich damals als Student geklebt und oft blieben welche übrig. Die waren einfach zu schade, um sie wegzuwerfen“, erinnerte sich Wolf. Deshalb hob er die Plakate auf und verkaufte sie nun an Fans der Bands oder an alle, die sich an die 80er erinnern wollen. „Da waren die Motive noch interessanter als heute. Kreativer, nicht am Computer mit künstlicher Intelligenz entworfen“, meinte er und zeigte als Beispiel auf ein Tourplakat, das eine seltene Aufnahme der Rolling Stones und nicht das bekannte Zungen-Logo der Band zeigt.
An den Ständen verschiedener Parteien ging es um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und die Frage, welche Auswirkungen ihr Ergebnis auf das ganze Land haben könnte. „Ich mache mir sehr große Sorgen, dass das nur der Anfang von einer Entwicklung ist, die auch auf andere Bundesländer überschwappen kann“, sagte beispielsweise Karola und Freundin Petra pflichtete ihr bei: „Heute ist so ein schöner Tag und so ein Straßenfest wie dieses zeigt doch, dass wir alle gut miteinander klarkommen können.“
Ganz so voll wie in den vergangenen Jahren war es am Sonntag auf der Fichten- und Pinienstraße zwar nicht, aber Händler und Besuchende sahen es positiv. „So haben die Leute mehr Zeit, sich in Ruhe alles anzusehen, und nehmen auch eher was mit“, war eine der Händlerinnen überzeugt.
Auf der Fichtenstraße fielen zwei lange Tische mit einem großen Berg von Gesellschaftsspielen ins Auge. „Wir spielen viel gemeinsam oder mit Freunden“, erzählte die Händlerin und erklärte den Verkauf so: „Zum einen brauchen wir Platz für neue Spiele, zum andern haben wir auch viele doppelt.“ Denn wenn sie beliebt sind, nutzen sie sich mit der Zeit ab und ein neues Exemplar muss her.
Melanie hatte sich zwei Oversize-Pullis gekauft und trug nicht nur diese, sondern auch einen dicken Wintermantel über dem Arm. „Ich hätte es mir ja denken können, dass ich hier was finde“, sagte sie und bedauerte, keine größere Tasche mitgenommen zu haben. Da war Henni John vorausschauender gewesen. „Ich habe immer meinen Hackenporsche dabei“, sagte sie und zeigte auf ihre rollende Einkaufstasche. Auf die Frage, ob sie nach etwas Bestimmtem sucht, sagte Henni: „Bücher gehen immer. Ich lese gern und viel.“ Da sei besagter „Hackenporsche“ genau das richtige Transportmittel. Theater- und Filmausstatterin Anastasia hatte gerade einige alte Familienfotografien erstanden. „Klasse, die passen perfekt zu einer Filmproduktion, die Mitte des 19. Jahrhunderts spielen wird“, sagte sie.