Ukraine, Kiew: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) begrüßt die US-Friedenssondergesandten Steve Witkoff (2. v. r.) und Jared Kushner (M.) vor ihrem Treffen nahe der Sophienkathedrale in Kiew

Nach Gesprächen in Moskau zu einem Ende des Ukraine-Krieges reisen Kushner und Witkoff am Sonntag nach Kiew. Der Kreml bewertete das Treffen mit Putin am Samstagabend als „konstruktiv“.

06.09.2026 | 0:29 min

Die erste Gesprächsrunde zwischen den US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner und der Ukraine ist offenbar beendet. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, sprach Witkoff von einer ermutigenden, substanziellen und wichtigen Diskussion. Kushner fügte an, dass die US-Verhandler sich darauf freuen, weitere Fortschritte zu machen. Nun folgen Gespräche mit Sicherheitsberatern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs waren US-Unterhändler am Sonntag erstmals in Kiew eingetroffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj empfing sie unter freiem Himmel vor der Sophienkathedrale, einem Symbol für die lange historische Tradition des Landes. „Wir haben Gespräche begonnen“, schrieb Selenskyj auf X.

Post von Wolomymyr Selenskyj

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„Wir sind daran interessiert, ein Ende des Krieges näherzubringen“, schrieb der Präsident in den sozialen Netzwerken. Die Ukraine brauche Sicherheitsgarantien und eine würdige Nachkriegsordnung. Insgesamt aber sind die Erwartungen in Kiew wie in Moskau an die neuen Vermittlungsbemühungen der USA gering.

Am Vortag hatten Witkoff und Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in Moskau Gespräche über ein mögliches Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs geführt. Dort sprachen sie fast drei Stunden mit Kremlchef Wladimir Putin.

Henner Hebestreit

Details von ZDF-Korrespondent Henner Hebestreit.

05.09.2026 | 1:06 min

Der Besuch soll im Schutz einer von Selenskyj und Putin erklärten örtlich und auf drei Tage begrenzten Waffenruhe stattfinden. Moskau hat zugesichert, zur Sicherheit für die US-Gesandten auf Luftangriffe gegen die Stadt Kiew zu verzichten.

Witkoff und Kushner haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren für ihre Vermittlungsbemühungen aber noch nie in Kiew. Damit hatten sie bei Selenskyj für Unmut gesorgt. Im April kritisierte er, es sei respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen.

Gespräch mit Putin: Offenbar keine greifbaren Ergebnisse

Die jüngsten Aufnahmen aus Moskau vom Samstag dürften in Kiew nicht gut angekommen sein. Putin erklärte, dass Witkoff und Kushner inzwischen das Vertrauen der russischen Seite hätten. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel“, sagte der Präsident. Witkoff sagte, die Treffen mit Putin gehörten für ihn zu den erinnerungswürdigsten überhaupt.

Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach im Anschluss von konstruktiven, inhaltsreichen und vertrauensvollen Gesprächen. Die US-Seite äußerte sich zunächst nicht öffentlich zu der Unterredung mit dem russischen Staatschef.

Henner Hebestreit

Seit einer Woche stehe vor allem die Lagerinfrastruktur unter Beschuss, so ZDF-Reporter Henner Hebestreit in der Ukraine. Es könne zu kurzfristigen Engpässen kommen, räume auch die Regierung ein.

03.09.2026 | 6:00 min

Kreml: Putin berichtet von russischem Vormarsch

Uschakow zufolge zeigte sich Putin einmal mehr überzeugt, dass er die Ziele seines Krieges – den Russland militärische Spezialoperation nennt – erreichen werde. Putin habe seine Einschätzung der Lage abgegeben. „Insbesondere wurden die tatsächlichen Erfolge der russischen Armee beim Vormarsch im Einsatzgebiet hervorgehoben“, sagte Uschakow.

Allerdings geben Experten über die vermeintlichen und realen Fortschritte der Kriegsparteien im Frontgebiet unterschiedliche Einschätzungen ab. Seit Monaten kann Russland kaum Gebietsgewinne vermelden. Immer wieder gibt es auch Zweifel, ob Putin von seinem Generalstab über die Lage wahrheitsgemäß informiert wird.

Wichtig für Russland sei vor allem die Beseitigung der Grundursachen des Konflikts, sagte Uschakow. Dazu zählt Moskau etwa das Vorgehen Kiews gegen die in Teilen der Ukraine verbreitete russische Sprache.

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05.09.2026 | 1:34 min

Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung zuständig für die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs. „Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können“, hatte US-Präsident Donald Trump im Vorfeld gesagt. Er zeigte sich erneut optimistisch, dass dies gelingen könne. Bisherige Bemühungen der USA um ein Ende des Ukraine-Kriegs haben allerdings noch keinen Durchbruch gebracht.

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Quelle: dpa

Über die Verhandlungen berichten mehrere Sendungen, unter anderem heute Xpress am 06.09.2026 ab 12:30 Uhr.