Zu Grau, Blau und Braun kommt demnächst Gelb: Alle Münchner Haushalte erhalten demnächst neben den Tonnen für Rest-, Bio- und Papiermüll ein viertes Müll-Behältnis, das so heißt, wie es aussieht: Bis zum Ende des Jahres sollen die „gelben Tonnen“ flächendeckend ausgeliefert sein. In Betrieb genommen werden sie im Januar 2027.
Die gelbe Tonne dient der Sammlung von recycelbaren Verpackungen. Hinein kommen Dosen, Kunststoffverpackungen – etwa Joghurtbecher und Getränkeverpackungen aus Verbundstoffen wie Tetrapaks. Nicht hinein gehören hingegen Papier oder Glas.
SZ Good News
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Zwei Unternehmen sind aus der Ausschreibung als Sieger hervorgegangen. Knettenbrech + Gurdulic mit Hauptsitz in Wiesbaden werden den Münchner Osten beschicken, nach Einteilung der Entsorger sind das die Stadtteile Altstadt-Lehel, Au-Haidhausen, Berg am Laim, Bogenhausen, Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt, Milbertshofen-Am Hart, Obergiesing-Fasangarten, Ramersdorf-Perlach, Schwabing-Freimann, Schwabing-West, Trudering-Riem sowie Untergiesing-Harlaching.
Die restlichen Stadtteile, also den Westen der Stadt, betreut die RMG Rohstoffmanagement GmbH, mit Hauptsitz in Eltville am Rhein. Mit der Ausschreibung und der Bestellung hat die Stadt nichts zu tun, beides lief über Firmen des dualen Systems. Der Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) war allerdings an den Verhandlungen beteiligt.
Die gelben Tonnen werden in Größen von 120, 240, 770 und 1100 Litern bereitgestellt. Anders als bei den Tonnen des AWM ist die Abnahme jedoch keine Pflicht. Die gewohnten Kunststoff- und Dosencontainer an den Wertstoffinseln werden jedoch abgeschafft, es gibt dann neben den gelben Tonnen keine Möglichkeit, die Rohstoffe wieder in den Recycling-Kreislauf einzuspeisen.
Direkte Kosten entstehen den Bürgern durch die neuen Tonnen nicht – sie werden finanziert durch einen Aufschlag auf die Einzelhandelsprodukte, den das duale System erhält. Dieser ist jetzt schon in den Endpreisen enthalten, sodass Preissteigerungen durch die Einführung der gelben Tonne nicht zu erwarten sind.
Eine Beschwernis kommt auf Bewohner allerdings zu: Anders als die Tonnen des AWM wird die gelbe Tonne bei der Leerung nicht an- und abtransportiert. Die Bürger müssen sie am Leerungstag selbst an den Straßenrand bringen und später wieder zurückholen. Wem das nicht möglich ist, der kann die Abholung gegen Gebühr dazubuchen. Die Tonne soll alle zwei Wochen geleert werden.
Die Verteilung beginnt in den Vierteln am Stadtrand
Bei der nun beginnenden Bereitstellung der Tonnen sollen die Außenbezirke zuerst drankommen, erst dann die dichter besiedelten Innenstadt-Bezirke. Eine aktive Bestellung der Tonne ist weder notwendig noch möglich – die beteiligten Firmen kommen selbst auf die Bürger zu. Befüllt werden sollen die Tonnen aber erst von Ende Dezember 2026 an, weil die ersten Leerungen für den Januar 2027 geplant sind. Die beiden beteiligten Unternehmen werden zur Information der Bürger eine Service-Hotline einrichten.
An den Wertstoffinseln werden künftig nur mehr Glas- und Altkleider-Container bereitstehen. In die gelben Tonnen darf außer Verpackungen kein anderes Plastik eingefüllt werden – Gießkannen etwa oder Spielzeug aus Kunststoff sind künftig ein Fall für den Wertstoffhof.
Der Münchner Stadtrat hat im Jahr 2022 beschlossen, verschiedene Wertstoffsysteme in einem Pilotversuch zu testen, das waren gelbe Tonne, gelber Sack und Wertstofftonne. Dabei erwies sich die gelbe Tonne am effektivsten, sowohl was die Menge der gesammelten Stoffe betraf wie auch die „Treffgenauigkeit“. Darauf aufbauend, begannen die Vorbereitungen für deren Einführung, die nun mit den ersten Bereitstellungen ihren Anfang nimmt.
