Stand: 06.09.2026 21:10 Uhr

Die AfD hat am Sonntag in Sachsen-Anhalt die Landtagswahl gewonnen. Sie erreichte laut Hochrechnungen ein Rekordergebnis. Die ersten Reaktionen aus der Hamburger Politik.

Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit (SPD) teilte mit, die hohe Wahlbeteiligung zeige einerseits, dass viele Menschen im Landtagswahlkampf erreicht worden seien. Dass aber so viele Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt der AfD ihre Stimme gegeben hätten sei ein „Alarmsignal für unser Land“.

SPD: Das „befürchtet schlechte Ergebnis“

„Es ist das befürchtet schlechte Ergebnis“, sagte der Landesvorsitzende der SPD, Nils Weiland, im Hamburg Journal des NDR Fernsehens. Die SPD habe sich auf einem „schlimmen, niedrigen Niveau“ stabilisert. Die Parteien der demokratischen Mitte seien die Verlierer. Die Menschen in Sachsen-Anhalt müssten in der kommenden Zeit mit höchst instabilen Verhältnissen zurechtkommen. In Hamburg gebe es solche Verhältnisse nicht und die Hamburger SPD wolle daran arbeiten, dass das so bleibt.

CDU: „Ein bitterer Tag“

Der Hamburger CDU-Vorsitzende Dennis Thering teilte mit, im Wahlergebnis spiegelten sich auch die Zustimmungswerte zur Bundesregierung sowie der wachsende Unmut der Bürgerinnen und Bürger wider. Für die Union sei es ein „rabenschwarzer Tag“, der deutlich mache, wie tief die Verunsicherung und Unzufriedenheit im Land inzwischen reichten. „Es bleibt zu hoffen, dass dieser Warnruf im Bund gesehen und verstanden wird.“ Anke Frieling von der Hamburger CDU sagte dem NDR: „Das ist ein bitterer Tag für Deutschland und ein bitterer Tag für die CDU.“ Das Ergebnis zeige die „große Unzufriedenheit“ der Wählerinnen und Wähler. Jeder Politiker im Land müsse sich fragen, ob er die Menschen noch erreiche und was er besser machen könne. Die Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt werde schwierig.

Grüne: Wahlabend „geht unter die Haut“

Der Landesvorsitzende der Grünen, Leon Alam, erklärte, der Wahlabend gehe „unter die Haut“. Er sei erleichtert, dass es für die Grünen deutlich zum Einzug in den Landtag reiche. Trotzdem böten die Zahlen der AfD keinen Grund zur Freude. „Dass ein gesichert rechtsextremer Landesverband der AfD möglicherweise die absolute Mehrheit bei einer Landtagswahl holt, ist eine Gefahr für unsere Demokratie.“

Die Linke: Ein „Scheißtag“

Der Landessprecher der Linken in Hamburg, Thomas Iwan, sagte, in Sachsen-Anhalt habe es für die Linke ein „sehr ordentliches Ergebnis“ gegeben. Davon abgesehen sei es ein „Scheißtag“. Es gebe in Magdeburg nun erstmalig eine programmatische Mehrheit, der eine rechte Identitätspolitik gegen Queere, Kultur und Geflüchtete wichtiger sei als der Einsatz für bezahlbare Mieten oder der Kampf für soziale Gerechtigkeit. Er fürchte, dass auf die Menschen in Sachsen-Anhalt schwere Zeiten zukämen. Die Linke müsse in Sachsen-Anhalt für Menschen da sein, die nun Angst hätten und sich bedroht fühlten.

AfD: „Fulminanter Wahlsieg“

Zufrieden zeigte sich AfD-Chef Dirk Nockemann, der seinen „Parteifreunden“ in Sachsen-Anhalt gratulierte. 44 Prozent für seine Partei seien ein „fulminanter Wahlsieg“. Die Bevölkerung habe konservativ gewählt und die Politik müsse das umsetzen. Man müsse nun abwarten, ob es für die AfD vielleicht sogar zur absoluten Mehrheit reiche.

Demonstrierende versammeln sich in Hamburg hinter einem Transparent auf dem steht "Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen".

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich rund 1.000 Menschen in Hamburg zu einer Kundgebung versammelt. Dazu aufgerufen hatte das Bündnis gegen Rechts.

Magdeburg: Ulrich Siegmund (M, AfD), Spitzenkandidat und Co-Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt, jubelt mit Alice Weidel (l, AfD), Bundesvorsitzende und Co-Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, und Tino Chrupalla (AfD),

Die AfD jubelt: Laut ARD-Hochrechnung von 19.57 Uhr kommt die Partei auf 44,4 Prozent, die CDU liegt bei 18,2 Prozent. Alle Ergebnisse finden Sie bei tagesschau.de.

MV-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) spricht beim Tag der offenen Tür der Feuerwehr in Rostock.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig bezeichnete den Sieg der AfD in Sachsen-Anhalt als Gefahr, Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther sprach von einer Zäsur.