Im Wahlkampf hat sich Schauspieler Dieter Hallervorden für die CDU Sachsen-Anhalt engagiert. Nun zeigt er sich enttäuscht vom Ergebnis der Landtagswahl. Mit diesem werde die „Umbenennung“ des Bundeskanzlers eingeläutet, urteilte er in der ARD. „Der Bundeskanzler wird irgendwann nicht mehr Merz heißen – das ist ganz sicher. Denn er hat viel Schuld daran, dass man der CDU bundesweit sowieso nichts mehr zutraut.“
Als „sehr freiheitsliebender Mensch“ sei er „sehr traurig“, dass das Ergebnis weder seinen Erwartungen noch dem entspreche, wofür er gekämpft habe. „Aber ich bin auch Demokrat und habe das Wahlergebnis zu akzeptieren.“
Für Kulturschaffende werde die Lage schwierig, prognostizierte Hallervorden, da die AfD „patriotische Pflichtbekenntnisse“ von diesen einfordere. Er sei jedoch sein „eigener Herr“ und leite sein Theater in Dessau ohne Subventionen. „Ich werde trotz dieses Wahlergebnisses in Sachsen-Anhalt bleiben. Ich werde mein Publikum weiter unterhalten, so wie ich es für richtig halte, ohne mich nach den amtlichen Vorgaben der AfD zu richten.“
Im Wahlkampf hatte der Satiriker den Ministerpräsidenten Sven Schulze unterstützt. Gemeinsam hatten sie vier Abende unter dem Motto „Kunst braucht Freiheit“ bestritten. Hallervorden hatte im Rahmen dessen scharfe Kritik an Bundeskanzler Merz und der Union auf Bundesebene wegen der Rüstungspolitik geübt. Auch mit der CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hatte er sich angelegt. „Uns alle wird es noch geben, wenn Frau Hoppermann abgewählt ist“, erklärte er in Dessau.
Noch härter ging er mit der AfD ins Gericht. „Weil sie unsere Gesellschaft spalten, Menschen gegeneinander aufhetzen und das Vertrauen in unsere Demokratie einfach untergraben“, verachte er die Kräfte der Partei ein wenig, beanstandete Hallervorden im Podcast „Sachsen-Anhalt aktuell“.