Die bis zu vier Meter hohe stufenförmige Hüpfburg aus Strohballen war für Kinder einer der größten Anziehungspunkte. Und den Erwachsenen bot das Lammertzhof-Fest wieder die Möglichkeit, zu erfahren, wie man gesund und umweltbewusst leben kann. Und auch wohnen: Besucherinnen und Besucher konnten sich über das Cohousing-Projekt informieren, das in Büttgen umgesetzt werden soll. „Kaarst ist bunt“ sensibilisierte Kinder, ovale Formen in verschiedenen Farben mit menschlichen Gesichtern zu versehen.
Der nächste Winter kommt bestimmt. Sabine Mazuch-Koop aus Hamminkeln hat 550 Schafe, darunter 100 Coburger, die vom Aussterben bedroht sind. Ihre Wolle wird unter anderem für Pullover und Socken genutzt – entsprechende Kleidungsstücke konnten erworben werden. Der Verein Solawi Düsseldorf ist ein alternatives Projekt ohne Ausbeutung. Es geht um die Selbstversorgung mit Gemüse. Es wird angebaut von Menschen, die deutlich über Mindestlohn bezahlt werden. Personen mit wenig Geld bekommen die Gemüsekiste preiswerter als Gutsituierte. Das Lammertzhof-Fest ist kein Ort für Diskriminierungen, Menschen wie Dicko aus Mali konnte in angenehmer Atmosphäre und in traditioneller Touareg-Kleidung Schmuck und kleine Gefäße aus Leder schaffen und auch etwas verkaufen. Er war aus Koblenz angereist.
Marion Mohandy aus Neukirchen-Vluyn saß am Spinnrad; sie verarbeitete Schafwolle und Seide. Hartmut Zillikens zeigte, wie eine Drechselmaschine funktioniert und verkaufte die so entstandenen Holzschalen. Wasser ist das wertvollste Lebenselixier. „Einfach zapfen statt lebenslang Wasserkisten schleppen“ ist die Devise von Bianka Burzlaff aus Bonn. Sie stellte den „Watercoach“ vor, einen Trinkwasserfilter, der aus belastetem Wasser Trinkwasser macht.
Eveline Handschuh ist die Schwiegermutter von Timo Hannen. Sie bot unter anderem gestrickte Pads aus Baumwolle feil, die als waschbarer Ersatz für Wattepads taugen und wie Kekse aussehen. Ob das eine gute Idee war: Für jedes Auto, das auf den abgeernteten Feldern abgestellt wurde, wurde eine Rekultivierungsgebühr in Höhe von fünf Euro verlangt.
Während sein Vater Heiner Hannen gerade eine Hofführung leitete, erklärte Sohn Timo, was der heiße, trockene Sommer für den Lammertzhof bedeutet: „Hitze und fehlender Regen haben sich auf die Ernte ausgewirkt.“ Jetzt, nicht zuletzt dank der kühleren Nächte, habe sich das Gemüse schnell erholt – ganz im Gegensatz zu den Umsätzen im Hofladen, die längst noch nicht so gut laufen wie vor der Pandemie. Rund 60 Stände bedeuten eine geringfügig höhere Zahl im Vergleich zu den Vorjahren. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher habe zwischen 2500 und 5000 gelegen. „Ich denke, wir liegen heute im guten Mittelfeld“, sagte Timo Hannen. Damit war er sehr zufrieden.