Gruppenligist nach Heimpleite im Wiesbadener Derby bei der Freien Turnerschaft überzeugend +++ SG Orlen holt Punkt gegen Türk Kelsterbach +++ Weilbach besiegt Bierstadt in Unterzahl +++ SKG 23 erneut zu Null
von Hartmut Steindorf/Philipp Durillo · Heute, 21:20 Uhr · 0 Leser
Necmi Gür von Germania Wiesbaden überlistet im Derby bei der Freien Turnerschaft Torhüter Mourad Koubaa. Foto: Frank Heinen
Wiesbaden. Gruppenligist SG Orlen brachte Spitzenreiter Türk Kelsterbach beim 2:2 den ersten Punktverlust bei, profitierte dabei von zwei Roten Karten für die Gäste. Der SV Wiesbaden schickte den SV Erbenheim gleich mit 7:0 geschlagen nach Hause, was beim Verlierer die Alarmglocken läuten lässt. Germania Wiesbaden präsentierte sich von der letzten Pleite toll erholt, wies die bisher so starke Freie Turnerschaft mit 2:0 in die Schranken. Der TSV Bleidenstadt sicherte sich gegen den FC Eddersheim II nach Zwei-Tore-Rückstand beim 4:4 noch einen wichtigen Punkt. Die SKG 23 Wiesbaden freute sich über den Zähler beim 0:0 bei der SG Oberlahn, die zweite Mannschaft von Biebrich 02 hätte beim 1:2 gegen die SGN Diedenbergen gerne einen Punkt behalten, während der FC Bierstadt beim 1:2 bei Germania Weilbach enttäuschte.
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Die Gäste waren im Stadtduell gegenüber der Pleite gegen Biebrich nicht wiederzu erkennen. „Das war wirklich eine geile Mannschaftsleistung. In dieser Liga kann man nur punkten, wenn man jede Woche alles raushaut. Das haben wir gegen einen starken Gegner mit dem gesamten Team sensationell hinbekommen“, schwelgte Germania-Coach Stefan Kühne in Euphorie. Entscheidend war auch, dass der Torwart der Gäste, Erik Hermanns, beim Stand von 0:1 gleich zweimal bravourös gegen Amin Arjoun seinen Kasten sauber hielt. „Die Germania war diesmal williger, wir konnten nicht an unsere starken Vorstellungen anknüpfen“, sprach FTW-Coach Daniel Pollner von einem verdienten Dreier der Waldsträßer. Er trauerte den beiden Hundertprozentigen nach, lobte zudem seinen Innenverteidiger Jan Bidiwa für seine fehlerfreie Vorstellung. Als die Freien im Schlussakkord hinten aufmachten, nutzte der eingewechselte Elias Karatas einen Konter zur Entscheidung.
Nach den letzten schwachen Auftritten war der SVW diesmal wieder gut drauf, kombinierte prima und ließ den schwachen Gästen nicht den Hauch einer Chance. Maxim Bujnov mit drei Buden und Jason Ptak, der gleich viermal vorbereitete und auch einen Treffer beisteuerte, ragten heraus. „Das war eine Einbahnstraße“, war es für Wiesbadens Sportlichen Leiter Yildirim Sari ein gemütlicher Sonntagmittag. „Nach den vielen Ausfällen hatten in meinem Team nur Pars Cal und Akim Arndt Gruppenliga-Niveau“, musste Erbenheims Spielertrainer Pascal Bender zugeben. Die zweite Mannschaft musste der SV Erbenheim schon kurzfristig abblasen.
Der TSV überzeugte 20 Minuten, fiel dann aber erst mal in ein Loch. In der 45. Minute musste dann schon das 2:3 fallen, das dem eingewechselten Morris Ried nach der Pause gelang. „Er nutzte gleich seinen ersten Einsatz und brachte mit seinem unbekümmerten Spiel gleich einen Mehrwert“, freute sich Patrick Engelmann nach dem verdienten Punktgewinn. Nach dem 3:3 wurde ein unnötiger Ballverlust bitter bestraft, beim Ausgleich legte Phil Weimer clever auf.
Verkehrte Welt aus Sicht von Okriftel: „Wir müssen in der ersten Halbzeit drei bis vier Tore schießen“, haderte Okriftels Trainer Sascha Amstätter mit fehlendem Spielglück. Bezeichnend die ersten beiden Treffer. Leo Goltz vergab alleine vor Raphael Laux, im Gegenzug verschuldet die Germania ohne Not einen Strafstoß – 0:1. Beim 0:2 pfiff der Schiedsrichter bei einer Einwurfsituation, um die Fünf-Sekunden-Regel einzuleiten. Während die Germanen vor einer Spielunterbrechung ausgingen, spielte Offheim weiter, Marvin Rademacher zog aus 25 Metern ab und der eigentlich harmlose Schuss ging noch abgefälscht rein. Hasan Mir Oruclar verkürzte noch vor der Pause, es keimte Hoffnung auf. Doch mit einem Konter fing sich Okriftel das dritte ein. So blieb Oruclars Doppelpack letztlich ohne Wert. „Bei jedem Spiel, das wir in dieser Saison nicht gewonnen hatten, waren wir immer mehr als ebenbürtig mit dem Gegner“, sieht Amstätter eine Kombination aus „Dummheit und Spielpech“ bislang.
Bittere Niederlage für die jungen Blauen: „Eigentlich war es ein Spiel auf Augenhöhe und ein Punkt wäre für uns verdient gewesen“, empfand Biebrichs Trainer Tobias Neumann die Niederlage als bitter. Diedenbergen baute auf eine gut formierte und zweikampfstarke Abwehr, die fünfmal Gelb sah und die Angriffe der Heimelf meist im Keim erstickte. Nur Oskar Lenk erspielte sich zwei starke Gelegenheiten, sonst herrschte im Sturm der Gastgeber Flaute. Auch die Gäste hatten kaum Gelegenheiten, mit dem entscheidenden Treffer von Grubisic aber das bessere Ende für sich.
In einem wilden Spiel sicherte sich Orlen einen überraschenden Punkt. Das Pausenremis war sehr schmeichelhaft für die Heimelf. Kelsterbachs Bianco schoss dann einen Strafstoß nach Wiederanpfiff am Orlener Kasten vorbei und nach dem anschließenden 1:2 sprach wenig für den Aufsteiger. Nach zwei Roten Karten gegen die Gäste (Neffati nach unabsichtlichem Kopftreffer und Bianco nach einem dummen Foul ohne Ball) wurden die Karten aber neu gemischt. „Nach unserem Ausgleich hatten wir noch drei starke Möglichkeiten, allerdings war auch der Lucky Punch für die Gäste möglich“, empfand Alexander Stieg den Punktgewinn seines Teams aufgrund des Einsatzwillens und der Steigerung nach dem Wechsel als hochverdient.
In der Schlussphase flog Kelsterbachs Trainer Hicham El Mrhanni dann mit Gelb-Rot vom Platz. Der Coach war anschließend bedient: „Es war eigentlich ein absolut faires Spiel, in der ersten Halbzeit war der Schiedsrichter auch noch okay. Aber in der zweiten Halbzeit war es der schlechteste Schiedsrichter, den ich in fast 40 Jahren Fußball aktiv erlebt habe. Ein Skandal, wir haben in der zweiten Halbzeit neun gegen zwölf gespielt“, sagte der Coach. Die Rote gegen Neffati könne man geben, die Rote gegen Bianco nach einem „Gehfehler“ überzogen gewesen. Bei der Nachfrage, ob er eine Erklärung haben könne, habe er Gelb bekommen, später nach einem taktischen Foul gegen einen Kelsterbacher Spieler wegen der Forderung nach einer Karte dann Gelb-Rot. „Die gegnerische Bank hat auch ständig Karten gefordert, was ja okay ist. Aber da gab es nix“, echauffierte sich El Mrhanni.
Zufrieden machte sich SKG-Coach Schahin Samadi auf den Heimweg: „Wir haben nun zweimal in Folge keinen Treffer zugelassen, sind viermal in Folge unbesiegt, haben nach dem schwachen Start die Kurve gekriegt.“ Auf dem aus Gästesicht schwer bespielbaren Naturrasen hatten beide Teams ausreichend Möglichkeiten für einen Dreier. Bei den Gästen hatte allein Jerome Jampe den entscheidenden Treffer gleich dreimal auf dem Schlappen.
„Die Rote Karte gegen einen Weilbacher nach nur 20 Minuten hätte uns eigentlich in die Karten spielen müssen“, musste sich FCB-Trainer René Keutmann dann aber eines Besseren belehren lassen. Der größere Wille lag eindeutig beim Gastgeber: Aus einer sicheren tief stehenden Abwehr konterte die Heimelf die Bierstadter schon vor der Pause zweimal clever aus. „Wir hatten zwar mehr Spielanteile, spielten aber im letzten Drittel einfach schlecht. Ganze drei Möglichkeiten in Überzahl sprechen für sich“, sah Keutmann ein schwaches Spiel seines Teams. Der einzige Treffer durch Marcel Krabler resultierte aus einem Elfmeter.
Weilbachs Trainer Nourdine Ajarar sprach anschließend von einer „geschlossenen Mannschaftsleistung“, in Unterzahl funktionierte das 4-3-2 und 4-3-1-1-System der Gastgeber klasse. Oresti Memelli war nach rohem Spiel früh vom Platz geflogen. In der Schlussminute erwischte es Andreas Kling nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot. Die beiden werden unter der Woche im Derby in Eddersheim fehlen.
Fr., 04.09.2026, 20:00 Uhr
Durch die Nullnummer am Freitagabend wartet der VfR noch immer auf den ersten Saisonsieg, verlässt aber das Tabellenende. Nied hat bereits viermal Remis gespielt.