Konzert

Die Musiker von Deine Freunde feierten im Stadtpark ihren Tour-Abschluss mit einer fetten Sause.
Arist von Harpe

Die Musiker aus Hamburg begeistern im Stadtpark mit einer starken Feuer-Show. Nur auf die Fortsetzung müssen die kleinen Fans leider lange warten.

Am Ende stehen sie da, Arm in Arm am Kopf des Bühnen-Laufstegs, inmitten ihrer Fans. Viertklässler jubeln ihnen zu, große und kleine Geschwister, Stadtpark-Neulinge, viele, viele, viele Kinder, die gerade den vielleicht coolsten Moment ihres Sommers erlebt haben. Das dritte Hamburg-Konzert war der Tour-Abschluss von „Deine Freunde“, dieser besonderen Rap-Kombo, die es schafft, Kindermucke elterntauglich zu machen. Das Finale am Sonntag wurde zum Konfetti-Feuer-Reim-Abriss mit Gratis-Schokolade und beseelten Musikern, die sich jetzt erst mal eine Auszeit nehmen wollen.

„Herzlich willkommen“, begrüßen die Hamburger ihr junges Publikum. „Ihr habt euch den richtigen Abend ausgesucht!“ Bei den beiden Shows zuvor goss es immer wieder wie aus Eimern. Diesmal nicht. Die Sonne lugte hervor, lediglich der Boden zeugte vom Hamburger Wetter der vergangenen Tage. Den Kids war es wurscht.

Wie bei „Deine Freunde“-Konzerten üblich, gab es in der Mitte des Stadtpark-Runds eine Kinder-Zone ohne Eltern. Dort wurde mit Spaß gehüpft, geklatscht, gesungen. Und die Lütten waren, na klar, textsicher. Egal, ob bei „Quatsch mit Soße“ oder „Deine Mudder“. Der Chor stimmte.

Deine-Freunde-Lied im Europop-Trash-Remix

Zwei Performer stehen auf einer Bühne zwischen aufsteigendem blauem Nebel.

Deine Freunde auf der Bühne des Stadtparks
Arist von Harpe

Das Erfolgsrezept für das ausverkaufte Show-Triple ist recht simpel: Sound, der auch den Eltern gefällt. Weil sie sich in den Liedern wie „Mein lieber Freund, ich zähl‘ bis drei“ wiedererkennen. Oder weil „Der Wasserhahn tropft“ im Eurotrash-Pop-Remix die Hälfte des Publikums direkt in die eigene Kindheit zurückbeamt. Väter mit „Dendemann“-Cap sind da, Mütter mit Band-Merch, große Geschwister, die die Jüngeren an die Hand nehmen.

Die Stadtpark-Party ist ein fast zweistündiges Kinderfest, bei dem per Handzeichen Konzert-Premieren abgefragt werden. Etwa die Hälfte erlebt an diesem Abend ihre Stadtpark-Taufe. Die Freunde-Lieder erzählen von den Sorgen und Freuden der Kinder, aber auch von Konflikten mit den Eltern. Alles stets mit Augenzwinkern, nie böse. Lässige Beats, prasselnde Reime, viel Humor, Konfetti-Kanonen und Feuer-Fontänen sorgen für eine unheimliche Energie.

Deine Freunde machen eine Konzert-Pause

Funktioniert alles ziemlich prächtig. Seit 15 Jahren gibt es die Kinder-Rap-Kombo, bestehend aus dem ehemaligen „Echt“-Schlagzeuger Florian Sump, Markus Pauli, einst Live-DJ von Fettes Brot, und Lukas Nimscheck, der seine Bühnen-Erfahrungen im „Schmidt Theater“ sammelte und vor der Musik-Karriere als Moderator des „Tigerentenclubs“ bekannt wurde, bereits.

Das Set des Hamburger Trios ist seither beachtlich angewachsen. Und wer zu Beginn dachte, dass das vielleicht ’ne kurze Nummer mit Rapmusik für die Altersklasse 4 bis 12 wird, muss bei mittlerweile neun Studioalben und diversen Auszeichnungen anerkennen, dass das nicht nur eine Marktlücke war, die Sump & Co. 2012 mit „Schokolade“ bedienten, sondern einfach handwerklich gut gemachte Musik ist, die immer wieder Fan-Nachwuchs findet. Denn bei aller Sympathie ist das Ablaufdatum, um die Mucke der Jungs cool zu finden, mit dem Eintritt in die Pubertät wahrscheinlich erreicht. „Ihr müsst weiterziehen“, erkennen die Musiker auf der Bühne dann auch an.

Mit dem Remmidemmi-Lied „Häschen hüpf“ wird die Show traditionell beendet. Die Kinder geben nochmal alles, zappeln, brüllen beim Chorus mit und fallen ihren Mamas und Papas am Ende erschöpft in die Arme. Eine Fortsetzung wird es erst in über einem Jahr geben, wie Lukas ankündigt. Dann mit neuen Fans – und vermutlich der gleichen Begeisterung.