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Siegen (Nordrhein-Westfalen) – Eine große deutsche Autohaus-Kette ist in Schwierigkeiten. In mehreren Bundesländern werden 16 Automarken in den Filialen verkauft. Jetzt ist sie pleite. Damit hat es den laut Unternehmensangaben ältesten aktiven BMW-Händler der Welt erwischt. Die 1898 gegründete Traditionsfirma musste Insolvenz für sechs Gesellschaften der Gruppe beantragen.

Die Wahl-Gruppe, mit Hauptsitz in Siegen (NRW), hat sich als Familienunternehmen zu einer der größten inhabergeführten Autohausgruppen in Deutschland entwickelt. Erst im März 2026 hatte das Unternehmen ein neues Mazda-Autohaus in Koblenz eröffnet. In den vergangenen zwei Jahren nahm der Händler sogar elf neue Marken ins Portfolio auf, die meisten davon aus dem Stellantis-Konzern (unter anderem Opel, Peugeot und Citroën). Insgesamt vertreibt die Gruppe inzwischen 16 Fahrzeugmarken.

So steht es um die 1000 Mitarbeiter

Von der Insolvenz sind rund 1000 Beschäftigte betroffen. Es gibt 31 Standorte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Zunächst läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Die Löhne sind über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur vorerst bis Ende November gesichert.

Auch Mini in Gießen gehört zum Marken-Portfolio der Wahl Group

Auch Mini in Gießen gehört zum Marken-Portfolio der Wahl-Group

Foto: WAHL-GROUP

Die Gründe für die Insolvenz

Als Ursache für die Zahlungsunfähigkeit nennt die Geschäftsführung steigende Kosten und sinkende Umsätze. In einer Mitteilung heißt es: „Gerade in den vergangenen Monaten erlebte die Wahl-Gruppe eine starke Kaufzurückhaltung sowohl bei Firmen- als auch bei Privatkunden.“

Verbraucher müssen beim Auto sparen. Geschäftsführer Thomas Wahl: „Viele unserer Kunden haben durch die allgemein gestiegenen Kosten weniger im Portemonnaie und müssen daher auch bei ihren fahrbaren Untersätzen finanziell gesehen mitunter einen Gang herunterschalten, was bei uns zu Umsatzrückgängen führt.“

Das sagt der Sanierungsexperte

Die Restrukturierung wird von einem Team der Kanzlei Schultze & Braun begleitet. „Wir werden die Sanierungsverfahren nutzen, um den bereits eingeschlagenen Weg der Neuaufstellung fortzusetzen und abzuschließen. Wir sind sehr zuversichtlich, dass uns das gelingen wird“, so der Generalbevollmächtigte, Dr. Jürgen Erbe. Zu den konkreten Maßnahmen der Sanierung wollte sich der Experte noch nicht gegenüber BILD äußern: „Diese Schritte sind intern bereits skizziert, müssen nun aber weiter ausgearbeitet und mit den Verfahrensbeteiligten besprochen werden.“ Ob Filialen schließen oder Jobs wegfallen, bleibt vorerst offen.

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Erst kurz zuvor musste schon ein großer Autohändler aus Berlin mit 82 Filialen in diversen Bundesländern Insolvenz anmelden. Dort sind rund 1200 Mitarbeiter betroffen. Und ein Autozulieferer hat allen Mitarbeitern gekündigt. Das Unternehmen aus Baden-Württemberg muss im Zuge der Insolvenz für immer schließen. Es sieht nicht gut aus für die deutsche Auto-Branche.