Bielefeld-Stieghorst. Solch ein Regenwetter hatten die Siekeraner Wehrleute bei ihrem Feuerwehrlauf lange nicht mehr. Schon vor dem ersten Startschuss setzte am Lipper Hellweg der Niederschlag ein und hielt über die Zieleinläufe der schnellsten Sportler an. „Trotzdem ist eine beachtliche Quote der vorangemeldeten Läufer erschienen und hat mitgemacht – mein Respekt gegenüber allen Teilnehmern, die jedem Wetter trotzen“, sagt der neue Abteilungschef Dirk Hoffrichter.
Mit knapp 700 Startern war der 36. Bielefelder Feuerwehrlauf fast ausverkauft. Lediglich einige Plätze für Kinder blieben noch übrig. Mit großen Schirmen ausgestattet verfolgten die Zuschauer vor dem Gerätehaus den Start ihrer Liebsten. Trocken blieb niemand. Hoffrichter: „Auch wenn viele Läufer auf der Strecke ins Rutschen kamen, gab es zum Glück keine ernsthaften Verletzungen.“ Weiße Turnschuhe oder Socken suchten die Zuschauer im Ziel jedoch vergebens – der aufgeweichte Waldboden zierte die Beine mindestens bis hoch an die Waden.
Nach dem Startschuss von Feuerwehr-Amtsleiter Gordon Majeweski für den Florianlauf rannten etwa 100 Kinder den Lipper Hellweg entlang um den Sieg. Emma Lotta Schröder (4:14 Minuten) und Moritz König (4:12 Minuten) waren die Ersten im Ziel, nahmen ihre hölzernen Medaillen sowie eine mit kleinen Überraschungen gefüllte Trinkflasche entgegen und freuten sich auf ein trockenes Handtuch der Eltern.
Obstpokale bei der Siegerehrung
Bei den Erwachsenen gewann Ronja Fenn (21:05 Min.) vom SV Brackwede den Lauf über fünf Kilometer. Schnellster Mann wurde erneut Elias Denzel Lantada (17:32 Min.) von der BTG. Er konnte seine Vorjahreszeit trotz der widrigen Bedingungen sogar noch leicht verbessern. Über die zehn Kilometer holten Steffi Entz (47:33 Min.) und Tobias Thaut (37:17 Min.) von der Polizei Bielefeld den Sieg. Für die ersten drei Plätze gab bei der Siegerehrung die traditionellen Obstpokale.
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Nass aber guter Dinge: 700 Teilnehmer ließen sich nicht vom Wetter beirren.
| © Pascal Boche
„Wir konnten auch wieder zahlreiche Gruppen und Feuerwehrmannschaften begrüßen“, freut sich Hoffrichter. Nur ein Frauenteam trat an und schaffte es daher automatisch auf das Treppchen: Ronja Fenn, Nadine Serafinwoski, Nadja Olbricht und Tina Heitmann schafften die fünf Kilometer zusammen in 1:47:19 Stunde. Bei den Männern holten Max und Thomas Nickel gemeinsam mit Jakob Kreisel und Linus Ruschenburg den Sieg (1:24:47 Std.). Die gemischte Gruppe – bestehend aus Fabian Hesselmann, Jan Schmidtmeyer, Markus Engel und Svenja Stöhr – war mit 1:19:09 Std. sogar noch schneller im Ziel.
Starke Konkurrenz für die Berufsretter
Auch bei den Zuschauern keine Spur von Regen-Laune.
| © Pascal Boche
In der Kategorie Feuerwehren bekamen die Bielefelder Berufsretter in diesem Jahr mächtig Konkurrenz. Neben zahlreichen Löschabteilungen aus dem Stadtgebiet traten auch Wehren aus Gelsenkirchen, Bad Lippspringe und Gütersloh an. Am Ende reicht es für den ewigen Spitzenreiter nicht. Das erste Team der Löschabteilung Quelle war wenige Sekunden vor der Berufsfeuerwehr im Ziel. Sie durften den Wanderpokal unter großem Jubel mit in ihren heimischen Löschbezirk nehmen. Die Jugendfeuerwehr Bielefeld-Ost trat ohne Konkurrenz an, konnte aber mit einer Zeit von knapp zwei Stunden vor manchen Erwachsenenteams abschließen.
„Chapeau an die Organisation und Gratulation an die Läufer – das ist für die Feuerwehr eine großartige Sache und macht uns super stolz“, so der stellvertretende Amtsleiter Maximilian Rempe. Als Teil der Strecke vom Hermannslauf und mit der Löschabteilung Sieker als ehrenamtlichen Ausrichter gelte er unter den Läufern als Geheimtipp.

