So nah liegen Enttäuschung und Jubel im Fußball beieinander. Eine Woche nach der trostlosen Nullnummer gegen Aufsteiger Paderborn hat Mainz 05 den Hamburger SV mit 5:0 (2:0) aus dem eigenen Stadion geschossen.
Sheraldo Becker (20. Minute), Phillipp Mwene (42.), zweimal Phillip Tietz (48./83.) und der eingewechselte Ex-Hamburger Ransford Königsdörffer (90.+1) trafen für die Mainzer. Mit vier Punkten ist der Start der Mannschaft von Trainer Urs Fischer gelungen.
Schwere Wahl zum Man of the Match
Doppelpacker Tietz wurde zum Man of the Match gekürt. Nebenmann Becker hätte die Auszeichnung mit drei Scorerpunkten jedoch mindestens genauso verdient gehabt – ein enges Rennen. Das Duo harmonierte gegen den HSV in Perfektion. Nicht auf dem Platz, sondern auch daneben haben die beiden ein tolles Verhältnis, wie Tietz im Sportschau-Interview sagte. „Und er bringt natürlich eine extreme Schnelligkeit mit, die ich nicht habe“, so der Angreifer lachend.
Doch nicht nur die Offensive glänzte, auch die Abwehrreihe vor Torhüter Alexander Schwolow, der den verletzten Robin Zentner vertrat, überzeugte auf ganzer Linie. „Abgesehen von Sheraldo und mir hätte es heute jeder verdient gehabt (den Titel als Man of the Match). Wir haben als Mannschaft ein überragendes Spiel gemacht und da muss man alle loben“, sagte Tietz. „Wir haben keine Torchance zugelassen. Das zeichnet natürlich die Defensive und den Torhüter aus. Heute waren wirklich alle überragend.“
Königsdörffer setzt den Schlusspunkt
Die Mainzer sind nach zwei Spieltagen das einzige Bundesliga-Team, das noch keinen Gegentreffer kassiert hat. Mit dem Kantersieg stellten die Rheinhessen zudem den Klub-Rekord für den höchsten Bundesligasieg ein. Es war das insgesamt sechste 5:0 der 05er im Fußball-Oberhaus. Durch den späten Treffer von Königsdörffer überholten die Mainzer zudem den FC Bayern – eine schöne Momentaufnahme nach zwei Spielen.
Königsdörffer tat der Treffer bei seinem Ex-Klub sichtlich gut. Der Joker war vom Hamburger Publikum mit Pfiffen empfangen worden. Der Angreifer revanchierte sich mit einem provokanten Jubel, der weder den HSV-Profis noch deren Anhängern gefiel. Für die Mainzer war es hingegen der krönende Abschluss eines perfekten Auftritts. „Wir können stolz sein heute“, sagte Becker nach dem Spiel. „Ich muss sagen, letzte Woche haben wir nicht gut gespielt. Wir haben über die ganze Woche gut trainiert und haben alles auf den Platz gebracht heute.“
Mainz 05 erwartet Eintracht Frankfurt
Das Spiel in Hamburg macht den 05ern Mut für die kommenden Aufgaben. „Wenn wir das so gemeinsam machen, können wir es jedem Gegner schwer machen. Wir haben das heute gegen einen guten Gegner sehr gut gemacht“, sagte Becker. Ob der HSV ein guter Gegner gewesen war, sei dahingestellt. Fakt ist: Die Mainzer erlaubten den Hanseaten in der ersten Halbzeit nicht einen Torschuss.
In der kommenden Woche steht für die Mainzer das Rhein-Main-Duell gegen Eintracht Frankfurt auf dem Programm. Mit einem Sieg hätten die Mainzer dann sieben Punkte auf dem Konto. Exakt so viele wie in der vergangenen Saison nach 14 Spielen. Dann werden auch die Angreifer Tietz und Becker wieder gefordert sein. Trainer Fischer hofft, dass das Duo die Leistungen bestätigen kann: „Sie haben die Messlatte heute sehr hoch gelegt.“