Beim Parken auf den Supermarktparkplätzen in der Karlsruher Käppelestraße müssen Autofahrer auf der Hut sein – sonst kann der nächste Einkauf schnell zur Kostenfalle werden. Der Grund: Streng überwachte Stellplätze mit ebenso strengen Strafen.

So sorgte bereits im April die Parkregelung auf dem Parkplatz rund um die Märkte dm, Alnatura und Fressnapf in der Käppelestraße für Diskussionen. Hier gilt nämlich eine Höchstparkdauer von einer Stunde – wer länger für den Einkauf braucht und die Parkzeit überzieht, muss mit einer empfindlichen Strafe von 45 Euro rechnen.

Auf dem benachbarten dm-Parkplatz muss Einkaufen schnell gehen.

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Auf dem benachbarten dm-Parkplatz muss Einkaufen schnell gehen.
Foto: Thomas Riedel

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Auf dem benachbarten dm-Parkplatz muss Einkaufen schnell gehen.
Foto: Thomas Riedel

Auch Aldi Süd will Langzeitparker abschrecken

Nun ist ein weiterer Supermarkt in der Käppelestraße auf den Kontroll-Zug aufgesprungen: Auch die Parkfläche des benachbarten Aldi Süd-Marktes wird jetzt mit Kameras kontrolliert. Zwei Stunden darf man hier laut der angebrachten Hinweisschilder stehen – sonst werden 40 Euro fällig.

Das Ziel der Maßnahme laut des ansässigen Discounters: Dauerparker abzuschrecken: „So kann Aldi Süd seiner Kundschaft ausreichend Parkflächen zur Verfügung stellen“, teilt der Supermarkt-Riese auf Nachfrage von ka-news mit. Damit setzt Aldi auf dasselbe Prinzip, das in der Käppelestraße bereits im April für Aufsehen gesorgt hat.

Parkplatz-Kontrollen bei Aldi Süd in der Käppelestraße im August 2026.

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Parkplatz-Kontrollen bei Aldi Süd in der Käppelestraße im August 2026.
Foto: Thomas Riedel

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Parkplatz-Kontrollen bei Aldi Süd in der Käppelestraße im August 2026.
Foto: Thomas Riedel

Wann die Kontrollen eingeführt und ob sie dabei von Aldi selbst oder einem unbekannten Grundstückseigentümer in Auftrag gegeben wurden, lässt das Unternehmen gegenüber der Redaktion allerdings offen. „Aldi Süd prüft kontinuierlich, wie die Angebote für Kund:innen weiter verbessert werden können. Bitte haben Sie Verständnis, dass sich Aldi Süd darüber hinaus nicht äußert“, heißt es auf Nachfrage seitens der Discounter-Kette abschließend.

Überwachung sei DSGVO-konform

Etwas auskunftsfreudiger zeigt sich dagegen die laut den örtlichen Hinweisschildern mit der Parkplatz-Überwachung beauftragte Mobility Hub Parkservice GmbH und erklärt den Kontrollvorgang genauer.

Kameras zeichnen ein- und ausfahrende Fahrzeuge auf.

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Kameras zeichnen ein- und ausfahrende Fahrzeuge auf.
Foto: Thomas Riedel

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Kameras zeichnen ein- und ausfahrende Fahrzeuge auf.
Foto: Thomas Riedel

Wie auch im Fall des benachbarten dm-Parkplatzes werden hierbei Kameras eingesetzt. Angst um ihre Daten müssen Aldi-Kunden laut Mobility Hub allerdings nicht haben: Eine Videoüberwachung finde ausdrücklich nicht statt.

„Unser Ziel ist es, das Parken so einfach, transparent und komfortabel wie möglich zu gestalten.“

Mobility Hub Parkservice GmbH, Parkplatz-Betreiber

Auch Gesichter oder ganze Personen würden nicht erfasst, lediglich die Kennzeichen der ein- und ausfahrenden Fahrzeuge inklusive eines Zeitstempels, so das Münchener Unternehmen, das sich gegenüber ka-news als Betreiber der Parkfläche ausgibt. Nicht mehr erforderliche Daten werden laut des Systemanbieters fristgerecht gelöscht.

Auch andere Parkplätze in Karlsruhe werden überwacht

„Unser Ziel ist es, das Parken für die Nutzerinnen und Nutzer so einfach, transparent und komfortabel wie möglich zu gestalten“, erklärt die Mobility Hub Parkservice GmbH gegenüber ka-news. Wie lange die Überwachung auf dem Aldi-Parkplatz in der Käppelestraße schon besteht und ob noch weitere Parkplätze in Karlsruhe von dem Unternehmen betrieben werden, bleibt allerdings unbeantwortet.

Dass grundsätzlich noch andere Supermarkt-Parkplätze in der Fächerstadt streng überwacht werden, ist bekannt: So berichtete im August 2024 eine ka-news-Leserin von ebenfalls hohen Parkstrafen, unter anderem in Durlach. Ein Rewe-Markt in der Oststadt reagierte daraufhin und stellte die Maßnahmen ein.

Könnten die Park-Regeln gelockert werden?

Ob das auch auf dem Aldi-Parkplatz in der Käppelestraße passieren könnte, darauf macht der Betreiber keine großen Hoffnungen: Die Vertragsstrafe in Höhe von 40 Euro sei „bewusst so ausgestaltet, dass sie eine präventive Wirkung hat und dazu beiträgt, dass die Parkbedingungen eingehalten werden“, teilt Mobility Hub mit.

Die Strafe von 40 Euro soll präventive Wirkung haben.

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Die Strafe von 40 Euro soll präventive Wirkung haben.
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Die Strafe von 40 Euro soll präventive Wirkung haben.
Foto: Thomas Riedel

„Eine konsequente Durchsetzung der Parkregelungen ist hierfür erforderlich und soll zugleich einer missbräuchlichen oder unberechtigten Nutzung der Stellplätze entgegenwirken.“ Ob die zulässige Parkdauer erhöht oder die Vertragsstrafe reduziert werden könnte, hänge „von den jeweiligen Gegebenheiten und Anforderungen des Standorts ab.“

„Wir nehmen jede Rückmeldung sehr ernst“

Dass die strengen Kontrollen für Unmut bei den Discounter-Kunden sorgen könnten, sei dem Unternehmen bewusst. Es betont, dass man „jede Rückmeldung sehr ernst nehme“: „Gerade bei einem schrankenlosen Parksystem ist es wichtig, die geltenden Parkbedingungen klar zu kommunizieren.“

Gleichzeitig sei die Vertragsstrafe allerdings „ein Bestandteil der Bewirtschaftung und soll insbesondere präventiv wirken“. Für Autofahrer und Supermarktbesucher heißt das vor allem eines: Wer in der Käppelestraße einkaufen geht, sollte künftig genau auf die jeweiligen Parkschilder achten.